Wirecard Aktie und der Rat der Experten: Dividende soll sich verdoppeln

Digitale Bezahlmethoden setzen sich global mehr und mehr durch. Ein Trend, von dem Wirecard überdurchschnittlich profitieren werde, prognostizieren die Analysten der Nord LB. Bild und Copyright: Wirecard.

Digitale Bezahlmethoden setzen sich global mehr und mehr durch. Ein Trend, von dem Wirecard überdurchschnittlich profitieren werde, prognostizieren die Analysten der Nord LB. Bild und Copyright: Wirecard.

11.05.2019, 10:36 Uhr - Autor: Michael Barck  Michael Barck auf Twitter  | 4nvestors auf: Twitter | Google News | Facebook

Nachdem sich die Analysten zur Wirecard Aktie viele Wochen lang zurückgehalten haben, Grund war die Asien-Affäre und deren unklare Folgen, gab es in den letzten Tagen geradezu eine Kette von neuen Analystenstimmen. Zuvor hatte Wirecard zunächst die Bilanz für das Jahr 2018 vorgelegt, womit der Fintech-Konzern nach eigener Ansicht auch die Asien-Affäre zu Grabe getragen hat - wir berichteten. Das sehen aber nicht alle so. Am Mittwoch folgten dann die Zahlen für 2019 und eine höhere Prognose von Wirecard für das laufende Jahr.

Die Nord LB hat in einem aktuellen Kommentar ihre Kaufempfehlung für die Wirecard Aktie bestätigt. Das Kursziel belassen die Analysten mit 225 Euro ebenfalls auf dem bisherigen Niveau. Zum Vergleich: Den XETRA-Handel am Freitag hat Wirecards Aktienkurs bei 134,80 Euro mit 0,33 Prozent im Minus beendet. Je Wirecard Aktie erwarten die Analysten für das laufende Jahr einen Gewinn von 4,25 Euro, im kommenden Jahr sollen es 5,77 Euro sein. Die Dividende je Wirecard Aktie soll sich nach 0,20 Euro für das Jahr 2018 über 0,30 Euro für das laufende Jahr auf 0,40 Euro für das kommende Jahr erhöhen. Gegenüber 2018 hätte sich die Zahlung damit verdoppelt.

Man rechnet angesichts der andauernden Ermittlunger der Behörden in Singapur weiterhin mit einem volatilen Kursverlauf bei der Wirecard Anleihe. Diese sei daher eher für risikobereite Anleger empfohlen, so die Analysten der Nord LB. Das Unternehmen sei operativ sehr ordentlich in das neue Jahr gestartet, beurteilen die Experten die Quartalszahlen - auch mit Blick auf die erhöhte Prognose. Man sieht enormes Potenzial für die Gesellschaft, da gobal der Trend, digital zu bezahlen, anhalte und Wirecard hiervon nach Ansicht der Experten überdurchschnittlich profitieren dürfte. Für zusätzliche Dynamik in der Entwicklung solle die Kooperation von Wireard mit der japanischen Softbank sorgen, prognostizieren die Analysten.

Im Rahmen der Kooperation wollen die Japaner 900 Millionen Euro per Wandelanleihe in Wirecard investieren. Die Anleihe wird mit 1,9 Prozent verzinst und ist zu 130 Euro in Aktien der Gesellschaft wandelbar, wäre jetzt also bereits „im Geld”, was alles andere alltäglich bei frisch ausgegebenen Wandelanleihen ist. Auf der kommenden Hauptversammlung von Wirecard am 18. Juni in der Messe München müssen die Aktionäre den Deal aber noch freigeben.

Dann soll auch eine Stelle im Aufsichtsrat neu besetzt werden. Thomas Eichelmann, früher unter anderem als Finanzvorstand der Deutsche Börse AG, soll für Alfons Henseler in den Aufsichtsrat der Gesellschaft gewählt werden. Henselers Amtszeit im Aufsichtsrat von Wirecard endet mit Ablauf der Hauptversammlung am 18. Juni. Noch offen ist, wer den Aufsichtsratsvorsitzenden Wulf Mathias im kommenden Jahr ersetzen wird: Dann läuft dessen Amtszeit ab, der 1944 geborene langjährige Aufsichtsrat des Fintech-Konzerns wird sich nicht erneut zur Wahl stellen.

Weitere Analystenstimmen zur Wirecard Aktie aus dieser Woche


Die Experten von HSBC überarbeiten ihr Modell und nehmen eine Veränderung an ihrer Einschätzung vor. Wie bisher gibt es von den Briten eine Kaufempfehlung für die Aktien von Wirecard. Das Kursziel für die Papiere des Zahlungsabwicklers lag bisher bei 190,00 Euro. In der aktuellen Studie steigt das Kursziel auf 195,00 Euro an. Die Zahlen zum ersten Quartal werden von den Analysten als stark angesehen. Insgesamt sehen die Experten eine zunehmende Dynamik beim Unternehmen, entsprechend geht es mit ihren Schätzungen nach oben. Außerdem glauben sie, dass die Short-Problematik, die das Geschehen zuletzt stark beeinflusst hatte, geringer werden könne.

Doch nicht jeder Analyst ist positiv für die Wirecard Aktie gestimmt. Zwar sind die meisten Experten hoffnungsvoll, doch einige mahnende Stimmen sind ebenfalls zu hören. Heute kommt eine weitere eher negative Äußerung hinzu. Diese stammt von den Analysten von Bank of America. Die Experten nehmen die Beobachtung der Aktien von Wirecard nach einer längeren Unterbrechung wieder auf. Beim Neustart der Coverage gibt es das Rating „underperform“ für die Aktien von Wirecard. Das Kursziel sehen die amerikanischen Experten bei 120,00 Euro. Die Affäre in Singapur dürfte den Kurs weiter belasten, neue Schwankungen werden nicht ausgeschlossen. Bei den Wachstumsperspektiven gehören die Analysten zudem zu denen, die bei der Euphorie klar auf die Bremse treten.

Noch deutlich darunter liegt die Zielmarke der Citigroup für Wirecards Aktienkurs. In einer aktuellen Studie bestätigen die Experten nach den Mittwoch von Wirecard vorgelegten Quartalszahlen die Verkaufsempfehlung für die Aktien von Wirecard. Das Kursziel für die Papiere von Wirecard sehen die Amerikaner weiter bei 100,00 Euro. Die Vorwürfe aus Asien gegen Wirecard werden von den Experten deutlich ernster genommen als von den meisten anderen Marktteilnehmern. Viele gehen davon aus, dass die Angelegenheit in Singapur eher unwichtig ist. Die Experten sehen aber bei den Vorwürfen entsprechende Risiken. Solche Worte hört man momentan von Expertenseite eher selten.

Dagegen kommt von Kepler Cheuvreux weiter eine Kaufempfehlung für die Aktien von Wirecard. Das Kursziel für die Aktie sehen die Experten unverändert bei 220,00 Euro und damit klar über dem Kursziel der amerikanischen Kollegen. Die Experten sehen positiv in die Zukunft. Aus ihrer Sicht werden sich die kommenden Quartale des Fintech-Konzerns sehr gut entwickeln.

Die Analysten von Barclays das Rating „overweight“ für die Aktien von Wirecard. Das Kursziel für die Aktien von Wirecard sehen die britischen Experten wie bisher bei 200,00 Euro. Die jüngsten Zahlen fließen in das Modell der Analysten ein. Sie sprechen von einem harten abgelaufenen Jahr für den DAX-Konzern, loben aber zugleich die aktuellen Quartalszahlen. Diese werden als ordentlich umschrieben. Es gibt somit keine Kritik an dem Zahlenwerk. Die Prognose kommt gut an, die neue Vorschau liegt über den Erwartungen.

Independent Research warnt vor zu viel Wachstumseuphorie


Bei Independent Research gibt man den Pessimismus für die Wirecard Aktie weiterhin nicht auf. Das Research-Haus ist eine der wenigen Adressen, die von fallenden Kursen bei dem DAX-notierten Fintech-Wert ausgeht. Nachdem Wirecard in dieser Woche die Zahlen für das erste Quartal 2019 bekannt gegeben und die Prognose für das Gesamtjahr erhöht hat, hebt auch Independent Research die Schätzungen an. Je Wirecard Aktie rechnet man für das laufende Jahr nun mit einem Gewinn von 4,02 Euro nach zuvor 3,95 Euro. Für 2020 hat man die Ergebnisprognose je Wirecard Aktie von 4,93 Euro auf 5,05 Euro angehoben. Dennoch bleibt es bei der Verkaufsempfehlung der Experten für den DAX-Titel mit einem unveränderten Kursziel von 115 Euro. Man glaubt, dass der Fintech-Konzern sich zu ambitionierte langfristige Ziele gesetzt hat. Um die zu erreichen, müsste Wirecard in den nächsten Jahren ähnlich stark wie bisher wachsen. Die Experten geben zu bedenken, dass konjunkturell rückläufige Entwicklungen und höherer Wettbewerbsdruck ihre Spuren hinterlassen könnten. Man rechnet nicht damit, dass Wirecard die aktuellen Wachstumsraten bei Umsatz und Ergebnis halten kann. Aufgrund des höheren Betas werde die Prognoseerhöhung bei der Berechnung der Kurszielmarke kompensiert.

Die DZ Bank hebt ihren fairen Wert für den DAX-Titel von 150,00 Euro auf 158,20 Euro an. Man bleibt bei der Kaufempfehlung für den Fintech-Titel und bewertet Wirecards erstes Quartal als gut verlaufen. Die Schätzungen wurden erhöht. Bei der DZ Bank geht man davon aus, dass Wirecard weiter auf Wachstumskurs bleibe, nachdem die Asien-Affäre zu keiner Zurückhaltung bei den Kunden des Unternehmens geführt habe.

Deutlich optimistischer für den Kursverlauf der Wirecard Aktie ist die Baader Bank, die ihre Kurszielmarke vor wenigen Tagen von 198 Euro auf 230 Euro angehoben hat. Diese Zielmarke wird in dieser Woche von den Analysten bestätigt, ebenso die ausgesprochene Kaufempfehlung. Das Unternehmen sei solide ins Jahr gekommen. Zudem sehen die Experten ihre These bestätigt, dass der organische EBITDA-Anstieg des vergangenen Jahres keine Eintagsfliege gewesen sei. Dass die Gesellschaft so früh im Jahr die Prognose anhebe, wird als Zeichen des Vertrauens in die Geschäftsentwicklung gedeutet.

Ebenfalls bei 230 Euro liegt das unverändert gebliebene Kursziel von Goldman Sachs für die Wirecard Aktie, die zudem auf der „Conviction Buy List” der Analysten verbleibt. Die Experten sind nicht so euphorisch in der Wortwahl zum ersten Quartal der Gesellschaft, das man als durchwachsen wertet. Kritik wird am schwachen Free Cashflow geübt, während das organische Wachstum robust ausgefallen sei.

Von Hauck & Aufhäuser schließlich kommt mit 235 Euro derzeit das höchste Kursziel für die Wirecard Aktie in der Gruppe der Analysten, die bisher die Quartalszahlen kommentiert haben. Das Quartal sei stark, trotz aller negativen Berichte der „Financial Times” zu Wirecard, heißt es. Besonderes Lob gibt es für die jüngst bekannt gegebene Zusammenarbeit mit der japanischen Softbank. Dies erschließe Wirecard den Zugang zu den Unternehmen der Softbank-Gruppe.

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