Wirecard Aktie: Unfassbare Panik - und das völlig ohne Grund? - Chartanalyse

Wirecards Rolle als Payment-Provider im Skandal um „Option888” hat an der Börse eine Verkaufswelle ausgelöst - völlig übertrieben, wie es aussieht. Wie geht es nun weiter? Bild und Copyright: A. and I. Kruk / shutterstock.com.

Wirecards Rolle als Payment-Provider im Skandal um „Option888” hat an der Börse eine Verkaufswelle ausgelöst - völlig übertrieben, wie es aussieht. Wie geht es nun weiter? Bild und Copyright: A. and I. Kruk / shutterstock.com.

03.06.2019 08:12 Uhr - Autor: Michael Barck  Michael Barck auf Twitter  | 4investors auf: Twitter | Google News | Facebook

Der Handel am Freitag dürfte bei der Wirecard Aktie einige Börsianer geschockt haben. Ein Bericht im „Handelsblatt” über die Verwicklung des Fintech-Konzerns als Zahlungsabwickler im Skandalfall „Option888” hatte den Aktienkurs heftig unter Druck gesetzt. Bis auf 130,40 Euro stürzte der Aktienkurs von Wirecard ab. Im Zuge der Abwärtsbewegung gab es in der technischen Analyse für die Wirecard Aktie eine Reihe von Verkaufssignalen. Stoplossmarken wurden gerissen, was de Abwärtsbewegung nur noch verstärkte und den Umsatz in die Höhe schießen ließ.

Allerdings gab es auch eine deutliche Intraday-Erholung, als an der Börse klarer wurde, dass der Bericht für Wirecard viel Lärm um Nichts bedeutet: Nämlich dass der Name des Konzerns zwar in Berichten zur Untersuchung des Skandals um „Option888” auftaucht, allerdings gegen das Unternehmen nicht als Beschuldigte ermittelt wird. Der Bericht lässt offen, welche Auswirkungen dies auf Wirecard überhaupt haben könnte, oder ob die Geschäfte mit „Option888” bzw. der Capital Force Ltd. kritische Summen ausmachen. Wirecard selbst kassiert für die Abwicklung von Zahlungen kleinste Gebühren. Zudem habe der Sektor Onlinetrading und binäre Optionen „keine Relevanz in unserem Portfolio“, so Wirecard laut Handelsblatt-Bericht. Kaum vorstellbar also, dass die Abwicklung des Zahlungsverkehrs in diesem Fall riesige Umsätze in die Taschen von Wirecard gespült hat. Auf welcher Basis überhaupt zivilrechtliche Klagen gestellt werden könnten, bleibt komplett offen.

Dass dieser Bericht eine solche Panik auslöst zeigt aber auch, wie stark die Nervosität bei der Wirecard Aktie weiterhin ist. Die wochenlange „Asien-Affäre” hat ihre Spuren hinterlassen. Maximal kratzt der „Handelsblatt”-Bericht am Image des Fintech-Konzerns, doch dass dies einen derartigen Kurssturz verursacht, ist fast schon schwer zu glauben, wenn es nicht tatsächlich passiert wäre.

Am Ende des XETRA-Handels vom Freitag wurden wieder 140,10 Euro für die Wirecard Aktie notiert, der Verlust hatte sich auf 8,67 Prozent verkleinert. Immer noch viel, doch alles sah längst nicht mehr so bedrohlich aus wie am von Panikverkäufen geprägten Freitagvormittag. Das Erholungshoch am Nachmittag wurde bei 142,70 Euro notiert, bei 142,50/142,70 Euro kam Widerstand auf. Das passt zur Charttechnik des DAX-Titels: Unterhalb von 142,70 Euro findet sich hier eine Widerstandszone, die nun aber überwunden werden könnte: Aktuelle Indikationen für die Wirecard Aktie notieren am Montagmorgen bei 143,40/143,95 Euro.

Gelingt der Sprung zurück über die diversen charttechnischen Hindernisse zwischen 139,70/140,20 Euro und 141,75/142,70 Euro,könnte der Schock vom Freitag recht schnell ad acta gelegt werden. Um 147,30/149,50 Euro und damit am Freitagshoch bei 149,20 Euro erstreckt sich die nächste starke Hinderniszone, falls es tatsächlich zu einem stabilen Ausbruch über 142,70 Euro kommt. Knapp darüber liegt bei 151,40/153,40 Euro ein weiteres charttechnisches Hindernis für Wirecards Aktienkurs. Geht es weiter nach oben, finden sich zwischen 158,40/160,15 Euro und dem vorher erreichten Erholungshoch die nächsten Hürden, bevor die wichtige Zone bei 169,10/170,70 Euro angesteuert werden könnte. Erste starke Unterstützung käme bei einem erneuten Rückschlag dagegen vor allem bei 130,40/132,35 Euro auf.

Wirecard: Eine Reihe von Auffälligkeiten

Ein Bericht des „Handelsblatt“ bringt die Aktie von Wirecard heute unter Druck. Das Handelsblatt meldet, dass betrügerische Internetanbieter über Jahre die Gelder von betrogenen Kunden über Konten von Banken und Finanzdienstleistern weitergeleitet haben. Dabei wird ausdrücklich der Name Wirecard genannt. Es heißt ferner, dass mehrere Staatsanwaltschaften Wirecard als zentralen Zahlungsabwickler für betrügerische Trading-Seiten-Netzwerke sehen. Die Reaktion von Wirecard erfolgt rasch. Man widerspricht dem Bericht vehement. So habe man dem Kunden schon vor drei Jahren aktiv gekündigt. Außerdem gäbe es in diesem Zusammenhang keine bekannten Ermittlungen gegen Wirecard.Die Analysten der DZ Bank nehmen sich der Sache in einer neuen Analyse ebenfalls an. Dabei stellen sie eine Reihe von Auffälligkeiten fest. So tauchen immer wieder und immer mehr Anschuldigungen gegen den DAX-Konzern auf. Oft geschieht dies kurz vor dem Wochenende. Die Behauptungen ... diese News vom 31.05.2019 weiterlesen!

Auf einem Blick - Chart und News: Wirecard

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