Wirecard: Eine 1,9 Milliarden Euro schwere Katastrophe - Existenznot?

Wirecard droht die Kündigung von Krediten im Volumen von 2 Milliarden Euro - gerät der DAX-Konzern in Existenznöte? Bild und Copyright: Wirecard.

Wirecard droht die Kündigung von Krediten im Volumen von 2 Milliarden Euro - gerät der DAX-Konzern in Existenznöte? Bild und Copyright: Wirecard.

18.06.2020 10:45 Uhr - Autor: Michael Barck  Michael Barck auf Twitter  | 4investors auf: Twitter | Google News | Facebook

Schon seit heute Morgen warten die Anleger mit Spannung auf die Bilanz von Wirecard, die heute vorgelegt werden sollte. Nun ist die Katastrophe perfekt: Die Zahlen kommen nicht - zumindest nicht heute. Der Grund ist für die Aktionäre der Gesellschaft ein Schlag ins Gesicht: „Der Abschlussprüfer der Wirecard AG, die Ernst & Young GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, München, hat die Wirecard AG darüber informiert, dass über die Existenz von im Konzernabschluss zu konsolidierenden Bankguthaben auf Treuhandkonten in Höhe von insgesamt 1,9 Milliarden Euro (dies entspricht in etwa einem Viertel der Konzernbilanzsumme) noch keine ausreichenden Prüfungsnachweise zu erlangen waren”, meldet das Unternehmen soeben ad-hoc.

Wirecards Aktienkurs geht in den freien Fall über. Schon heute Morgen verlief der Handel vorbörslich mit Kursen zwischen 88 Euro und 109 Euro höchst turbulent. Zuletzt pendelte der DAX-Wert um die Marke von 100 Euro, aktuelle Indikationen liegen unter der 85-Euro-Marke. Die Spekulation auf gute Nachrichten von Wirecard, die in den letzten Tagen den Aktienkurs des Fintech-Konzerns aus Aschheim trieb, bricht damit in sich zusammen.

„Es bestehen Hinweise, dass dem Abschlussprüfer von einem Treuhänder bzw. aus dem Bereich der Banken, welche die Treuhandkonten führen, unrichtige Saldenbestätigungen zu Täuschungszwecken vorgelegt wurden, damit dieser ein unrichtiges Vorstellungsbild über das Vorhandensein der Bankguthaben bzw. die Führung von Bankkonten zugunsten der Wirecard-Gesellschaften erhalte. Der Vorstand arbeitet mit Hochdruck daran, den Sachverhalt in Abstimmung mit dem Abschlussprüfer weiter aufzuklären”, heißt es von Wirecard weiter.

Für die Gesellschaft hat dies möglicherweise schwerwiegende Folgen: „Wenn ein testierter Jahres- und Konzernabschluss nicht bis zum 19. Juni 2020 vorgelegt wird, können Kredite der Wirecard AG in Höhe von ca. 2 Milliarden Euro gekündigt werden”, so Wirecard - also schon am morgigen Tag. Wann die Bilanz vorgelegt werden soll, ist unklar. Der heutige Termin ist verschoben, ein neuer Termin soll noch bekannt gegeben werden.



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