Commerzbank, Daimler und Wirecard legen Daten vor - Börse München Kolumne

Robert Ertl: „Von den bislang vorgelegten Berichten ist nach Auswertung von Analysten ein großer Teil schwächer als erwartet ausgefallen, lediglich bei rund einem Siebtel hätten die Ergebnisse oberhalb der Prognosen gelegen”. Bild und Copyright: Bayerische Börse AG.

Robert Ertl: „Von den bislang vorgelegten Berichten ist nach Auswertung von Analysten ein großer Teil schwächer als erwartet ausgefallen, lediglich bei rund einem Siebtel hätten die Ergebnisse oberhalb der Prognosen gelegen”. Bild und Copyright: Bayerische Börse AG.

10.02.2020 10:01 Uhr - Autor: Robert Ertl  Robert Ertl auf Twitter  | 4investors auf: Twitter | Google News | Facebook

Anleger wieder mutiger: Die deutschen Aktienbörsen haben sich in der vergangenen Woche von ihren vorangegangenen Kursverlusten erholt und deutliche Gewinne verzeichnet. Vor allem die Hoffnung, dass die Coronavirus-Krankheit in den Griff zu bekommen sei, sorgte für zurückkehrende Kauflaune an den Märkten. Zudem stützten auch finanzpolitische Maßnahmen Chinas sowie die Aktionen des Landes im Zuge der Annährung im Zollstreit mit den USA die Kurse. Zu Ende der Handelswoche trübten allerdings zurückkehrende Sorgen über die konjunkturellen Auswirkungen der Lungenvirus-Krankheit die Stimmung an den Börsen, zudem kam es teilweise zu Gewinnmitnahmen. Eine überaus positive Wochenbilanz blieb aber.

Der Deutsche Aktienindex (Dax) gewann im Wochenvergleich 4,1 Prozent auf 13.513,81 Punkte. Zu den großen Wochengewinnern im Index zählten wie schon in der Vorwoche die Titel der Deutschen Bank. Die Anleger honorierten hier unter anderem den Einstieg der US-Investmentgesellschaft Capital Group als neuer Großinvestor. Auch der Kurs des Indexwertes Infineon stieg deutlich stärker als der Gesamtmarkt, hier beflügelte der Quartalsbericht. Beim MDax ging es im Wochenvergleich um 2,5 Prozent nach oben auf 28.671,90 Zähler. Der Tec-Dax kletterte um 3,8 Prozent auf 3.179,21 Punkte. Der m:access All-Share verbesserte sich um 2,8 Prozent auf 2.728,21 Zähler. Größte Indexgewinner waren auf Wochensicht die Titel von Mensch und Maschine Software, die um über 13 Prozent zulegen konnten.

An den deutschen Anleihemärkten sind die Kurse in der vergangenen Woche in Folge der gewachsenen Risikoneigung der Anleger merklich zurückgegangen. Vor allem die gute Stimmung aufgrund der Hoffnungen in Bezug auf die Corona-Lungenerkrankung belastete die als sicher geltenden Bundespapiere. Konjunkturdaten fielen insgesamt gemischt aus und sorgten dem entsprechend für uneinheitliche Impulse. Die Rendite der richtungsweisenden zehnjährigen Bundesanleihe zog im Wochenvergleich von -0,44 auf -0,39 Prozent an. Die Umlaufrendite legte von -0,42 auf ebenfalls -0,39 Prozent zu.

An den US-Aktienbörsen sorgte die zurückgekehrte Risikofreude der Anleger in der vergangenen Woche für neue Rekordstände, bevor am Freitag Gewinnmitnahmen einsetzten. Der Dow-Jones-Index stieg im Wochenvergleich um 3,0 Prozent auf 29.102,51 Punkte. Der breiter gefasste S&P-500-Index rückte um 3,2 Prozent vor auf 3.327,71 Zähler. Der technologielastige Nasdaq-100-Index sprang um 4,6 Prozent auf 9.401,10 Punkte.

Ausblick
Welchen Einfluss die Corona-Lungenkrankheit in der aktuellen Woche auf die deutschen Aktienbörsen haben wird, dürfte in allererster Linie von der Nachrichtenlage zum Coronavirus und dessen weiterer Entwicklung abhängen. Einige Beobachter warnen, dass die möglichen wirtschaftlichen Auswirkungen der Erkrankung bislang noch nicht in vollem Umfang im Bewusstsein der Investoren angekommen seien. Auf der anderen Seite gibt es etliche Analysten, die glauben, dass der Optimismus der Anleger in dieser Sache auch in den kommenden Tagen anhalten könnte.

Sollte Letzteres der Fall sein, so könnten Unternehmensnachrichten eine größere Rolle an den Märkten spielen, schließlich stehen etliche Berichte zur Veröffentlichung an. Aus der ersten Börsenliga legen Daimler, Linde und Wirecard Daten vor. Aus der zweiten Reihe stehen unter anderem Zahlen der Commerzbank, von Metro, Teamviewer und ThyssenKrupp auf der Agenda. Von den bislang vorgelegten Berichten ist nach Auswertung von Analysten ein großer Teil schwächer als erwartet ausgefallen, lediglich bei rund einem Siebtel hätten die Ergebnisse oberhalb der Prognosen gelegen.

Mit Konjunkturdaten ist der Börsenkalender in der aktuellen Woche recht übersichtlich bestückt. Hierzulande wird es dabei erst gegen Ende der Handelswoche spannend, wenn das Bruttoinlandsprodukt Deutschlands beziehungsweise der Eurozone veröffentlicht wird. Daneben gibt es einige Inflationszahlen. Aus den USA dürften vor allem die Einzelhandelsumsätze, das Verbrauchervertrauen und die Industrieproduktion für Aufmerksamkeit sorgen. Zudem könnten die Anhörung des Chefs der US-Notenbank Fed, Jerome Powell, vor dem US-Kongress und die Reden einiger Fed-Mitglieder Hinweise auf die weitere US-Geldpolitik liefern.

Ausgewählte wichtige Termine der Woche
Montag, 10.02.: Verbraucherpreise in China
Dienstag, 11.02.: Wirtschaftsprognose der Europäischen Kommission
Mittwoch, 12.02.: Industrieproduktion in der Eurozone; Anhörung von US-Notenbankchef Jerome Powell vor dem US-Kongress
Donnerstag, 13.02.: Verbraucherpreise in Deutschland; Verbraucherpreise in den USA
Freitag, 14.02.: Bruttoinlandsprodukt Deutschlands; Bruttoinlandsprodukt der Eurozone; Handelsbilanz der Eurozone; Einzelhandelsumsätze in den USA; US-Verbrauchervertrauen der Universität Michigan; Industrieproduktion in den USA; Import- und Exportpreise in den USA; Industrieproduktion in China

Autor: Dr. Robert Ertl, Vorstand der Bayerischen Börse AG

Disclaimer: Dieser Text ist eine Kolumne der Bayerischen Börse AG. Der Inhalt der Kolumne wird von 4investors nicht verantwortet und muss daher nicht zwingend mit der Meinung der 4investors-Redaktion übereinstimmen. Jegliche Haftung und Ansprüche werden daher von 4investors ausdrücklich ausgeschlossen!

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