Wirecard Aktie: Hat die BAFin einen Fehler gemacht?

21.02.2019, 07:59 Uhr - Autor: Michael Barck  Michael Barck auf Twitter  | 4nvestors auf: Twitter | Google News | Facebook

Das Shortselling-Verbot der BAFin bei der Wirecard Aktie hat weder Volatilität noch Umsatz eingedämmt - doch darum geht es auch gar nicht. Bild und Copyright: Wirecard.

Das Shortselling-Verbot der BAFin bei der Wirecard Aktie hat weder Volatilität noch Umsatz eingedämmt - doch darum geht es auch gar nicht. Bild und Copyright: Wirecard.

Eins steht fest: Die Entscheidung der BAFin, den Auf- und Ausbau neuer Nettoleerverkaufspositionen bei der Wirecard Aktie zu verbieten, bleibt umstritten. Von den Kritikern wird dabei derzeit unter anderem mit der auch nach dem „Shortseller-Bann” weiter sehr volatilen Kursbewegung bei dem DAX-Wert argumentiert. Dass die Umsätze sich in den letzten Tagen wenig verändert haben, scheint die Kritik zu unterstützen.

Doch die nun aufkommenden Argumente gehen am eigentlichen Ziel der BAFin völlig vorbei. Weder Umsatzvolumen noch starke Kursschwankungen waren der Grund für den harten Eingriff in den Markt, der angesichts der - bei allem Respekt vor der Entwicklung der Gesellschaft - begrenzten Bedeutung der Wirecard Aktie für den Finanzplatz Deutschland durchaus als überzogen gewertet werden kann. Vielmehr adressierte die BAFin mit dem Bann eine Irrationalität des Marktes und die vermuteten Manipulationsversuche - nicht zuletzt auch aufgrund der Tatsache, dass es bei Wirecard in der Vergangenheit immer mal wieder Manipulationsversuche durch Shortseller gab. Dies wird von der BAFin auch explizit in der Begründung ihrer Allgemeinverfügung erwähnt.

Ob die Entscheidung wirkt, dürfte sich daher erst zeigen, wenn die Börse neue „Enthüllungsberichte” der „Financial Times” oder anderer Publikationen zu lesen bekäme. „Ungewöhnliche” - nennen wir sie einmal einfach so - Handelsentwicklungen in der Wirecard Aktie rund um diese Veröffentlichungstermine waren es, die die Aufseher zusammen mit der Entwicklung von Nettoleerverkaufspositionen unterhalb der Bundesanzeiger-Meldeschwelle von 0,5 Prozent auf den Plan gerufen haben dürften. Doch hier hat sich seit nunmehr zwei Wochen nichts getan. Dass zudem überhaupt nicht prognostizierbar ist, wie Wirecards Aktienkurs sich entwickelt hätte, wenn Shortseller weiter aktiv wären, kommt noch hinzu. In der Wirecard Aktie sind dennoch weiterhin alle möglichen Börsianergruppen unterwegs, die für starke Schwankungen und hohe Umsätze sorgen - das kann und will die BAFin kaum verhindern.

Derweil kam es gestern kurz nach unserem letzten 4investors-Bericht zur Wirecard Aktie zu einem kleinen Kursrutsch bei dem Papier, das intraday erneut aus dem Nichts nach einem eigentlich ruhigen Tagesverlauf aus dem Bereich um 118 Euro auf 111,85 Euro fiel. Wie am Vortag beruhigte sich die Marktlage aber auch hier wieder schnell. Allerdings gelang dem Aktienkurs von Wirecard im Anschluss kein Ausbruch zurück über die Hinderniszone, die sich zwischen 114,40 Euro und 118,10 Euro erstreckt. Erholungsbewegungen blieben zunächst an der 115-Euro-Marke stecken, anschließend bei 115,90 Euro. Mit 114,25 Euro und einem Tagesverlust von knapp 5 Prozent ging es für die Wirecard Aktie schließlich in den Feierabend. Aktuelle Indikationen am Donnerstagmorgen notieren bei 114,40/114,95 Euro etwas über dem gestrigen XETRA-Schlusskurs.

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