Börse am Morgen: Hornbach, KNDS, Ottobock, Euro/Dollar, Gold - Nord/LB
Die deutschen Erzeugerpreise für gewerbliche Produkte stiegen im Mai um y/y 2,2% (stärkster Anstieg seit Mai 2023) bzw. m/m 0,3%. Treiber waren vor allem teurere Vorleistungsgüter (y/y +4,2%) sowie Energie (y/y +2,5%). Auch Investitions- und Gebrauchsgüter verteuerten sich um jeweils 2,0%, während Verbrauchsgüter günstiger wurden (-1,7%). Die Erzeugerpreise für Dienstleistungen in Deutschland lagen in Q1 2026 2,4% über dem Vorjahresniveau und stiegen gegenüber Q4 2025 um 1,2%. In vielen Bereichen erfolgten zu Jahresbeginn Preisanpassungen infolge höherer Kosten für Energie, Personal und Material.
Die deutsche Stahlindustrie hat ihre Erholung im Mai fortgesetzt. Die Rohstahlproduktion stieg nach Angaben der Wirtschaftsvereinigung Stahl um 7% auf 3,2?Mio.?t und legte damit den fünften Monat in Folge zu. Von Januar bis Mai ergibt sich ein Plus von 8,8% auf 15,7?Mio.?t. Dennoch bleibt die Produktion mit auf das Jahr hochgerechnet 37,7?Mio.?t unter der für eine ausreichende Auslastung wichtigen Marke von 40?Mio.?t.
Wochenausblick
In dieser Woche werden einige Stimmungsindikatoren aus den Etagen der Einkaufsmanager zu erwarten sein, die beiden Highlights dürften aber vom ifo-Institut sowie vom US-amerikanischen Statistikamt kommen. Das ifo-Geschäftsklima wird weiterhin von geopolitischen Aktivitäten geprägt sein, die Frage ist nur wie stark sich dies auf die Juni-Zahlen auswirkt. Außerdem wird der PCE-Deflator sowie Informationen zu den persönlichen Ausgaben und Einnahmen spannende Details zur Entwicklung der US-Inflation liefern. In den Investor Relations-Kalendern der Unternehmen stehen in dieser Woche hauptsächlich Hauptversammlungen. Nur ganz vereinzelt berichten Unternehmen mit gebrochenem Geschäftsjahr ihre Quartalszahlen.
Aktien- und Rentenmärkte
Am großen Verfallstag zeigte sich der deutsche Aktienmarkt ausnahmesweise kaum bewegt, trotz auslaufender Futures und Optionen an den Terminbörsen. Auch die Waffenruhe zwischen Israel und der Hisbollah hatte keinen spürbaren Einfluss. Entsprechend tendierte der DAX seitwärts und schloss auf Tagesbasis kaum verändert, auf Wochensicht mit einem Plus von rund 1,5%. Im Autosektor kam es zu einer leichten Erholung. BMW und Mercedes-Benz legten um bis zu 1,5?%zu, nachdem BMW am Mittwoch den Sektor mit einer Gewinnwarnung belastet hatte. Unterstützung kam zudem von Berichten über mögliche EU-Zölle auf chinesische Plug-in-Hybride. DAX -0,16%; MDAX -0,08%; TecDAX +0,17%.
Die US-Börsen blieben am Freitag wegen eines Feiertags geschlossen. Heute werden die Indexanpassungen in der DAX-Familie wirksam (vgl. NORD/LB am Morgen vom 05.06.2026).
Unternehmen
Trotz eines Umsatzanstiegs um 4,9% auf EUR 2,0?Mrd. hat der Hornbach-Konzern in Q1 2026/27 wegen höherer Kosten einen Gewinnrückgang verzeichnet. Das bereinigte EBIT blieb mit EUR 161?Mio. stabil, der Nettogewinn sank auf EUR 104?Mio. (Vorjahr: EUR 111?Mio.). Die ber. EBIT-Marge ging auf 8,0% (Vj.: 8,5%) zurück. Belastend wirkten vor allem höhere Personal-, Instandhaltungs- und IT-Kosten sowie Zinsen und Währungseffekte. Für das Gesamtjahr bestätigte Hornbach den Ausblick mit stabilem Umsatz und EBIT, sieht aber Risiken durch Geopolitik und steigende Kosten (insbes. abhängig von Tarifverhandlungen).
Der Prothesenhersteller Ottobock aus Göttingen verkauft sein Rollstuhlgeschäft „Human Mobility“ an den fusionierten Konkurrenten DHCare; ein Kaufpreis wurde nicht genannt. Die Sparte beschäftigt 250 Mitarbeiter in Königsee/Thüringen, der Abschluss der Transaktion ist noch für dieses Jahr geplant. Künftig fokussiert sich Ottobock stärker auf Prothetik und Neuro-Orthetik.
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Die Bundesregierung und die deutschen Eigentümerfamilien von KNDS haben sich Presseberichten zufolge auf einen staatlichen Einstieg von 40% beim Rüstungskonzern geeinigt. KNDS strebt einen Börsengang noch vor dem Sommer an. Die offizielle Ankündigung der Transaktion wird in der ersten Wochenhälfte erwartet.
Devisen und Rohstoffe
Der EUR konnte sich nach den deutlichen Verlusten der Vortage spürbar stabilisieren. Im Wochenverlauf hatte zuvor der USD von Spekulationen auf weiter steigende US-Zinsen profitiert, nachdem die Fed ihre Inflationsprognose angehoben und Notenbankchef Kevin Warsh die Priorität der Preisstabilität betont hatte.
Gold gab zum Wochenende wieder nach. Nach einem Zwischentief von gut USD 4.000?vor dem US-Iran-Abkommen war der Preis zeitweise um fast USD 400?gestiegen, die Erholung verlor jedoch an Dynamik. US-Zinsspekulationen belasteten.
Disclaimer: Dieser Text ist eine Kolumne der Nord LB. Der Inhalt der Kolumne wird von 4investors nicht verantwortet und muss daher nicht zwingend mit der Meinung der 4investors-Redaktion übereinstimmen. Jegliche Haftung und Ansprüche werden daher von 4investors ausdrücklich ausgeschlossen!


