Börse am Morgen: Broadcom, Rémy Cointreau, DAX-Veränderungen, Konjunkturdaten - Nord/LB
Der saisonbereinigte Einzelhandelsumsatz ist im April 2026 gegenüber dem Vormonat im Euroraum um 0,4% und in der EU um 0,5% gesunken, wie erste Schätzungen von Eurostat zeigen. Im März 2026 war das Handelsvolumen zuvor noch um 0,8% im Euroraum und um 1,1% in der EU gestiegen. Im Vergleich zum Vorjahresmonat April 2025 legte der kalenderbereinigte Einzelhandelsindex im April 2026 im Euroraum um 1,0% und in der EU um 0,9% zu.
Die Bauaktivität im Vereinigten Königreich ist im Mai deutlich eingebrochen. Der entsprechende Einkaufsmanagerindex (PMI) fiel so stark wie seit sechs Jahren nicht mehr und blieb mit 38,2 Punkten klar unter der Wachstumsschwelle von 50. Damit setzte sich die Schrumpfung bereits den 17. Monat in Folge fort. Alle Teilsegmente waren betroffen. Der Wohnungsbau verzeichnete die größten Einbußen, gefolgt vom Gewerbebau, der unter der Zurückhaltung der Investoren infolge von Inflation und geopolitischer Unsicherheit leidet. Auch der Tiefbau ging erneut zurück, wenn auch etwas weniger stark als im Vormonat.
Tagesausblick
Der Arbeitsmarktbericht für den Mai wird die Handelswoche mit geldpolitischen Impulsen abschließen. Wir erwarten, dass der Beschäftigungsaufbau eher schleppend vorangeht – Werte unterhalb von 100k Stellen sind in der Regel kein besonders tolles Signal. Diese Zeitreihe war zuletzt ziemlich volatil, was das Leben der Geldpolitiker nicht leichter macht. Diese beobachten aber auch Zahlen, wie die Arbeitslosenquote und hier prognostizieren wir ein Verharren bei 4,3%. Alternative Indizes, wie die Beschäftigungskomponenten aus den Einkaufsmanagerbefragungen, signalisieren eine leichte Abschwächung.
Aktienmärkte
In der DAX-Familie kommt es im Rahmen der turnusmäßigen Indexüberprüfung zu Anpassungen, die zum 22. Juni wirksam werden. DAX: rein: Hochtief AG, raus: Porsche SE; MDAX: rein: Porsche SE, SUSS Microtec SE, Elmos Semiconductor SE, Siltronic AG, raus: Redcare Pharmacy N.V. (Shop Apotheke), Ströer SE & Co. KGaA, Jungheinrich AG; SDAX: rein: Redcare Pharmacy N.V., Ströer SE & Co. KGaA, Jungheinrich AG, LPKF Laser & Electronics SE, Balser AG, Vincorion SE, Asta Energy Solutions AG, raus: Borussia Dortmund GmbH & Co. KGaA, ProSiebenSat.1 Media SE, adesso SE, Verve Group SE; TecDAX: rein: PVA TePla AG, Verbio SE, raus: 1&1 AG, Nagarro SE.
An den internationalen Aktienmärkten machte sich gestern wieder verstärkt die Hoffnung auf ein baldiges Abkommen zwischen den Vereinigten Staaten und dem Iran breit. US-Präsident Trump deutete an, dass es möglicherweise bereits an diesem Wochenende zu Fortschritten kommen könnte. Ein Waffenstillstandsabkommen zwischen Israel und dem Libanon – wenn auch von der Hisbollah-Miliz abgelehnt – stützte die positive Stimmung zusätzlich. Der DAX biss sich allerdings die Zähne an der Marke von 25.000 Punkten aus, wohingegen der Dow Jones neue Rekordhöhen erreichte. Technologieaktien litten andererseits unter enttäuscht aufgenommenen Quartalszahlen von Broadcom (s.u.). DAX +0,60%; MDAX +0,20%; TecDAX +0,55%; Dow Jones +1,73%; S&P500 +0,41%; Nasdaq Comp. -0,09%.
Unternehmen
Der US-Chiphersteller Broadcom hat in Q2 die Umsatzerwartungen knapp verfehlt. Der Erlös lag mit USD 22,19?Mrd. unter den Prognosen (USD 22,27 Mrd.), belastet vom zunehmenden Wettbewerb (insbesondere Nvidia und Marvell) im Markt für kundenspezifische Chips. Für das laufende Q3 zeigt sich der Konzern jedoch zuversichtlich und stellt mit USD 29,4?Mrd. einen Umsatz über den Analystenschätzungen in Aussicht. Treiber bleibt das KI-Geschäft: Die Erlöse dort stiegen zuletzt um 143% auf USD 10,8 Mrd. US?Dollar, im laufenden Quartal wird ein Anstieg um über 200% auf rund USD 16 Mrd. erwartet.
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Rémy Cointreau hat im abgelaufenen Geschäftsjahr einen deutlichen Gewinnrückgang verzeichnet, schnitt jedoch etwas besser ab als erwartet. Belastend wirkten vor allem Zölle in den USA und China, ein starker Euro sowie höhere Produktionskosten. Der Nettogewinn fiel auf EUR 78,7?Mio. (Vj.: EUR 121,2?Mio.), der Umsatz um 5% auf EUR 935,3?Mio. Auch die operative Marge gab spürbar von 22% auf 17,7% nach. Trotz des anhaltend schwierigen Umfelds sieht sich das Management auf einem Stabilisierungskurs und erwartet im laufenden Jahr eine leichte Margenverbesserung – wenngleich Währungs- und Zolleffekte weiter belasten dürften. Mit dem Transformationsprogramm „RC Forward“ will der Konzern Wachstum und Effizienz steigern, insbesondere über Premium-Cognac, Schwellenländer und das Travel-Retail-Geschäft. Ziel sind bis 2028/29 zusätzliche Ergebnisbeiträge von rund EUR 100?Mio.
Rohstoffe
Im Zuge der Friedenshoffnungen gaben die Ölpreise gestern nach.
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