Raiffeisen: Citigroup, Intel, JPMorgan und Anleihen im Blickpunkt


15.01.2016 09:06 Uhr - Autor: Kolumnist  Kolumnist auf Twitter  | 4investors auf: Twitter | Google News | Facebook

Aus dem gestern veröffentlichten Sitzungsprotokoll des Dezember Meetings der EZB ging hervor, dass einige Ratsmitglieder zur Anpassung der Geldpolitik an den verringerten Inflationsdruck statt der Ausweitung der Anleihekäufe lieber den Einlagesatz stärker abgesenkt hätten. Heute stehen US Daten im Vordergrund, wobei die Einzelhandelszahlen für Dezember hervorzuheben sind. Angesichts des spürbaren, vor allem durch den Einbruch der Kraftstoffpreise ausgelösten Rückgangs der Einzelhandelspreise dürfte der Umsatz nominal um 0,2 % p.m. gesunken sein. Doch dank der Ersparnis bei den Energiepreisen sowie der sehr milden Witterung zum Jahresende dürfte in realer Rechnung erneut ein kräftiges Plus von 0,5 % p.m. zu Buche stehen. Mit den Industrieproduktionsdaten für Dezember steht ein weiterer „harter“ Konjunkturindikator an. Wir rechnen mit einer Stagnation der Produktion gegenüber dem Vormonat. Einen ersten Einblick in die Dynamik im Verarbeitenden Gewerbe im Jänner wird die regionale Stimmungsumfrage aus der Region New York liefern. Der Consensus rechnet mit einer weiteren leichten Verbesserung beim Empire State Index. Die Erzeugerpreise dürften den neuerlichen Rohstoffpreisverfall im Dezember widerspiegeln (= deutliches Minus im Vormonatsvergleich). Den Wochenausklang bildet aus Datensicht die vorläufige Schätzung zum Verbrauchervertrauen der Universität von Michigan für Januar. Die Stimmung sollte sich deutlich aufgehellt haben. Immerhin ist die Arbeitsmarktentwicklung ungebrochen gut und Benzin kostete im Dezember so wenig wie zuletzt im Frühling sowie Heizöl so wenig wie zuletzt im Sommer 2004. Wegen der jüngsten Verlusten an den Aktienmärkten sowie der allerorten verbreiteten China-Sorgen setzen wir das Plus aber eher vorsichtig an. Am Primärmarkt platzierte gestern Spanien ein Volumen von rund EUR 4,3 Mrd. via Anleihen mit Fälligkeit im Jahr 2018, 2020 und 2023. Bei einem Bid/Cover Verhältnis von 3,0, 2,1 und 1,3 lag die Emissionsrendite bei 0,124 %, 0,565 % und 1,266 %. Laut Ratingkalender hat heute S&P für Belgien sowie Moody’s für Litauen und Portugal die Möglichkeit, eine erneuerte Einschätzung bekannt zu geben.

Aktienmärkte
Am gestrigen Handelstag verbuchten die wichtigsten US-Aktienindizes moderate Gewinne. Zur Schlussglocke befanden sie sich allesamt im positiven Terrain. Vorbörslich wurde die Berichtssaison der US-Banken von JPMorgan Chase eingeläutet. Die Zahlen wurden von den Marktteilnehmern positiv aufgenommen und so schloss die Aktie mit einem Plus von 1,5 %. Im Laufe des heutigen Handels legen weitere US Großbanken (u.a. Citigroup und Wells Fargo) ihre Quartalszahlen vor. Nachbörslich präsentierte gestern noch der Chipriese Intel seine Zahlen zum abgelaufenen Quartal, die auf den ersten Blick über den Analystenerwartungen ausfielen. Der Ausblick für das laufende Quartal hingegen enttäuschte die Marktteilnehmer und bedeutete für die Aktie nachbörslich ein Minus von rund 5 %. Aktienmärkte in Asien konnten sich den positiven Vorgaben nicht anschließen und beendeten den Handel mit einem Minus. Nach aktuellen Futures-Indikationen zeichnet sich an den europäischen Börsenplätzen ein negativer Handelsbeginn ab.

Credit
Nach einer vor allem von Financials intensiven Emissionstätigkeit der letzten Tage flaute gestern die Aktivität am Primärmarkt ein wenig ab. Auf der Financial Seite war lediglich Dexia Credit Local mit einer Senior Unsecured Anleihe aktiv (7 J, EUR 1,5 Mrd.; MS+32 BP). Wie der Basler Ausschuss für Bankenrisiken gestern mitgeteilt hat, werden die Kapitalvorschriften im Bereich der Marktrisiken überarbeitet. Die neue Regulierung wird ab 1. Januar 2019 in Kraft treten. Die Auswirkungen auf bestimmte Anlageklassen werden laut dem Ausschuss nicht gleichmäßig ausfallen und Banken werden unterschiedlich stark betroffen sein. Die neuen Regeln dürften dazu führen, dass die Banken weniger über die eigenen Bücher handeln. Mittlerweile hat die EZB die Notfallkredite der Griechischen Banken weiter um EUR 3,8 Mrd. auf EUR 72 Mrd. gesenkt.

China
Die chinesischen Kreditdaten für Dezember fi elen gemischt aus. Total Social Financing (TSF), das Maß für das aggregierte Finanzierungsvolumen der chinesischen Wirtschaft, stieg auf RMB 1,82 Bio. und lag damit weit über der Konsens-Schätzung von RMB 1,15 Bio. Aufgrund regulatorischer Lockerungen zeigt sich besonders am Unternehmensanleihenmarkt eine stärker Aktivität, während die Nachfrage nach neuen Kredite etwas hinter den Erwartungen zurückblieb (RMB 597,8 Mrd.; Konsens-Schätzung: RMB 700 Mrd.). Die chinesische Währung zeigt sich heute Morgen stabil, chinesische Aktien notieren sowohl am Festland wie auch in Hongkong im Minus.

Zentraleuropa / Osteuropa
- PL: VPI wahrscheinlich von Kraftstoff- und Lebensmittelpreisen gedämpft
- PL: Sitzung des geldpolitischen Rates verlief ohne Überraschungen
- RO: Revidierte BIP Daten für Q3 sollen heute veröffentlicht werden
- RU: Importe von nicht-osteuropäischen Ländern fielen um 36,4 % in 2015
- HR: Produzentenpreise fielen im Dezember um 4 %

Daten zum Wertpapier: Citigroup
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Ticker-Symbol: C
WKN: 871904
ISIN: US1729671016

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Disclaimer: Dieser Text ist eine Kolumne der Raiffeisen Zentralbank Österreich AG (RZB). Der Inhalt der Kolumne wird von 4investors nicht verantwortet und muss daher nicht zwingend mit der Meinung der 4investors-Redaktion übereinstimmen. Jegliche Haftung und Ansprüche werden daher von 4investors ausdrücklich ausgeschlossen!

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