TeamViewer, Citigroup & Co.: Die Berichtssaison startet - Börse München Kolumne

Dr. Robert Ertl, Vorstand der Bayerischen Börse AG. Bild und Copyright: Bayerische Börse AG.

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11.01.2021 13:27 Uhr - Autor: Robert Ertl  Robert Ertl auf Twitter  | 4investors auf: Twitter | Google News | Facebook

Gelungener Jahresauftakt: Die deutschen Aktienbörsen haben in der vergangenen Handelswoche ihren Rekordkurs von Ende 2020 fortgesetzt und erneut Bestmarken gesetzt. Zum einen trieben die Hoffnungen auf die Corona-Impfkampagnen, zumal ein weiterer Impfstoff in der EU zugelassen und die Zulassung eines dritten in Aussicht gestellt wurde. Zum anderen gab die Erwartung einer sich weiter erholende Wirtschaft Auftrieb, einige Konjunkturdaten waren besser als erwartet ausgefallen. Und auch der Ausgang der Stichwahlen im US-Bundesstaat Georgia, nach denen die US-Demokraten nach der Mehrheit im US-Repräsentantenhaus nun auch die im Senat haben, sorgte für gute Stimmung. Damit kann der designierte US-Präsident Joe Biden seine Vorhaben einfacher umsetzen. Zwischenzeitlich führten zwar Sorgen wegen der verschärften und verlängerten Anti-Corona-Maßnahmen und Gewinnmitnahmen zu Kursrücksetzern, diese nutzten allerdings viele Anleger am Folgetag als Kaufgelegenheit.

Der Deutsche Aktienindex (Dax) übersprang die 14.000-Punkte-Marke und kletterte im Vergleich zum letzten Handelstag der Vorwoche um 2,4 Prozent auf 14.049,53 Zähler. Der neue Rekordstand liegt seit vergangenem Freitag bei knapp 14.132 Punkten. Deutlich überdurchschnittlich, nämlich um über 10 Prozent, stieg der Kurs des Indexwerts HeidelbergCement. Der Baustoffkonzern mit starkem US-Geschäft profitierte von der Spekulation auf Infrastrukturprojekte in den USA. Der MDax gewann im Vergleich zur Vorwoche 1,8 Prozent auf 31.356,65 Zähler. Hier stachen die Titel von K+S mit einem Kurssprung um mehr als 30 Prozent auf Wochensicht heraus. Mehrere positive Analystenurteile befeuerten den Kurs des Salz- und Düngerproduzenten. Der TecDax legte um 2,5 Prozent auf 3.293,58 Punkte zu. Der m:access All-Share sprang um 4,6 Prozent auf 3.004,40 Zähler, wobei er erstmals die 3.000er-Marke überstieg.

Die deutschen Anleihemärkte haben in der ersten Handelswoche des neuen Jahres keinen klaren Trend aufgewiesen. Nach anfänglichen Kurssteigerungen belasteten robuste Konjunkturdaten sowie die gestiegene Risikofreude der Anleger. Zu Ende der Handelswoche stabilisierten sich die Notierungen der Bundespapiere dann teilweise. Im Vergleich zur Vorwoche legte die Rendite der richtungsweisenden zehnjährigen Bundesanleihe von -0,58 auf -0,52 Prozent zu. Dagegen lag die Umlaufrendite am vergangene Freitag gegenüber der Vorwoche unverändert bei -0,56 Prozent.

An den US-Aktienbörsen ist es in der vergangenen Handelswoche weiter aufwärts gegangen, neue Rekordhochs inklusive. Zusätzliche Unterstützung brachten hier die Hoffnungen auf weitere Staatshilfen gegen die Folgen der Corona-Krise. Der Dow-Jones-Index kam im Vergleich zur Vorwoche um 1,6 Prozent voran auf 31.097,97 Punkte. Der breiter gefasste S&P-500-Index verbesserte sich um 1,8 Prozent auf 3.824,68 Zähler. Der technologielastige Nasdaq-100 legte um 1,7 Prozent auf 13.105,20 Punkte zu.

Ausblick

Die Rahmenbedingungen für die deutschen Aktienbörsen in der aktuellen Woche entsprechen in vielen Punkten denen in der Vorwoche: Positiv könnten sich weiterhin die Zuversicht angesichts der angelaufenen Massenimpfungen gegen das Coronavirus auswirken, zudem die Erwartungen an den designierten US-Präsidenten Joe Biden. Daneben könnten auch die anhaltenden Hoffnungen auf ein Anziehen der Konjunktur sowie Hilfen von Seiten der Notenbanken und der Politik für weiteren Auftrieb an den Märkten sorgen. Und schließlich fehlt unverändert eine seriöse rentable Anlagealternative zu Aktien. Auf der anderen Seite stehen die anhaltend hohen Corona-Infektionszahlen, die zunehmende Zahl der Pandemie-Toten und die verschärften Anti-Corona-Maßnahmen. Zudem zeigen sich etliche Marktbeobachter angesichts der starken Kurszuwächse in der jüngsten Zeit besorgt, ob die Bewertungen an den Aktienmärkten inzwischen nicht zu hoch seien.

Welche Sichtweise sich kurzfristig durchsetzen wird, dürfte auch von den anstehenden Wirtschaftsdaten abhängen, wobei die hochkarätigen Veröffentlichungen in den kommenden Tagen zahlenmäßig überschaubar sind. In dieser Hinsicht am interessantesten dürfte der Freitag sein, wenn in den USA unter anderem Daten zu den Einzelhandelsumsätzen, dem Verbrauchervertrauen und der Industrieproduktion vorgelegt werden. Hinzu kommen Inflationszahlen, von denen auch schon im Wochenverlauf einige veröffentlicht werden. Letztere halten Marktteilnehmer zwar für im weiteren Jahresverlauf potenziell wichtig, zum aktuellen Zeitpunkt dürften Inflationsdaten aber nur einen überschaubaren Einfluss auf die Märkte haben.

Für Impulse könnten daneben wie gehabt Nachrichten zu Corona und der politischen Lage in den USA sorgen. Zudem könnten auch Unternehmensnachrichten eine Rolle an den Börsen spielen. Hierzulande hat beispielsweise am Montagmorgen mit TeamViewer einer der Corona-Krisengewinner erste Zahlen zum vierten Quartal vorgelegt. Und in den USA startet die Berichtssaison unter anderem mit den Zahlen der Großbanken Citigroup, JP Morgan Chase und Wells Fargo.

Ausgewählte wichtige Termine der Woche

Montag. 11.01.: Investorenvertrauen in der Eurozone; Verbraucherpreise in China
Mittwoch, 13.01.: Großhandelspreise in Deutschland; Industrieproduktion in der Eurozone; Verbraucherpreise in den USA; Beige Book der US-Notenbank
Donnerstag, 14.01.: Bruttoinlandsprodukt Deutschlands; Rede des US-Notenbank-Chefs Jerome Powell; Import- und Exportpreise in den USA
Freitag, 15.01.: Handelsbilanz der Eurozone; Einzelhandelsumsätze in den USA; Verbrauchervertrauen der Universität Michigan (USA); Erzeugerpreise in den USA; US-Industrieproduktion; New York Empire State Produktionsindex (USA)

Autor: Dr. Robert Ertl, Vorstand der Bayerischen Börse AG

Daten zum Wertpapier: Citigroup
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Ticker-Symbol: C
WKN: 871904
ISIN: US1729671016

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