Börse am Morgen: Merck, Roche, SpaceX und Börsentermine - Nord/LB
Die Bundesbank rechnet für die kommenden Monate mit einem anhaltend hohen Preisdruck. Derzeit ist davon auszugehen, dass die Inflationsrate in Deutschland bis ins nächste Jahr hinein merklich erhöht bleibt", heißt es im veröffentlichten Monatsbericht. Der durch Rohstoffpreisschocks ausgelöste Inflationsdruck baue sich nur langsam ab. Zwar gebe es aktuell wenig Anzeichen dafür, dass die Teuerung einen ähnlich steilen Pfad nehme wie ab 2022 nach Beginn des russischen Angriffs auf die Ukraine. Die Rückkehr zur angestrebten Zwei-Prozent-Marke werde allerdings "einige Zeit in Anspruch nehmen".
Das Auftragspolster der deutschen Industrie wird dank eines wachsenden Neugeschäfts immer dicker. Der Bestand legte im August inflationsbereinigt um 0,5% im Vergleich zum Vormonat und damit bereits zum siebten Mal in Folge zu, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Das Auftragspolster ist damit so dick wie noch nie seit Beginn der Erhebung im Jahr 2015. Verglichen mit dem Vorjahresmonat legte der Bestand offener Aufträge sogar um 10,7% zu.
USA: Die aktuellen Zahlen zur Entwicklung des NAHB-Bauklimaszeigen eine weitere Eintrübung sehr klar an; der wichtige nordamerikanische Stimmungsindikator ist im Berichtsmonat Oktober auf lediglich noch 29 Punkte gefallen. Die Nachfrageseite ist eindeutig das Problem. Die Kombination von noch hohen Hauspreisen mit steigenden Zinsen schreckt potenzielle Käufer offenkundig ab. Die heutigen Zahlen machen das Leben der US-Notenbanker keinesfalls einfacher.
Tagesausblick
Heute stehen v.a. die Zahlen zum Investorenvertrauen des ZEW aus Mannheim im Blickfeld der Anleger. Dabei dürfte der Fokus vor allem auf den vorrausschauenden deutschen Konjunkturerwartungen liegen. Berichtsmonat ist hier bereits der Oktober. Es ist wohl mit einem Rückgang zu rechnen, wobei sich der wichtige Stimmungsindikator wohl weiterhin klar oberhalb der „magischen“ Marke von 0 Zählern halten können sollte. Die Erwartungskomponente des ähnlichen Sentix für Euroland hatte sich im Oktober bekanntlich auf einen Wert von 8,8 Punkten verschlechtert. Unternehmensseitig legt Netflix als erstes großes US-Technologieunternehmen seine Quartalsbilanz vor. SpaceX präsentiert nach US-Börsenschluss die Zahlen für das dritte Quartal. Es ist erst der zweite Quartalsbericht des von Elon Musk geführten Konzerns seit dem Börsengang im Juni. Anleger dürften besonders darauf achten, ob sich die massiven Investitionen in Künstliche Intelligenz (KI) in steigenden Umsätzen niederschlagen.
Aktienmärkte
Der DAX konnte gestern seine Stärke vom Freitag nicht halten. Händler nannten geopolitische Unsicherheit insbesondere mit Blick auf den Krisenherd im Nahen Osten als einen Grund für den schwachen Wochenauftakt. Zudem gebe es eine allgemeine Zurückhaltung vor den in dieser Woche anstehenden Quartalszahlen wie die von SAP, Tesla, Meta und heute SpaceX. Auf der Unternehmensseite richteten sich die Blicke der Anleger auf DHL. Der Logistikkonzern hob nach einem Ergebnisanstieg in Q3 zwar seine Prognose für den operativen Gewinn des laufenden Jahres an, Anlegern fehlte aber eine positive Überraschung. DAX -1,18%; MDAX -0,47%; TecDAX -0,11%.
An der Wall Street startete die technologielastige US-Börse Nasdaq nach der jüngsten Talfahrt einen Erholungsversuch. Dow Jones -0,07%; S&P 500 +0,41%; Nasdaq Comp. +1,11%.
Unternehmen / Sektor
Der Schweizer Pharmakonzern Roche stellt wegen der Sparpolitik der Bundesregierung im Gesundheitswesen alle künftigen Investitionen in Deutschland vorerst auf den Prüfstand. Laut Roche-Deutschlandchef Daniel Steiners habe die Politik zuletzt sehr viel Vertrauen zerstört. Geplante Entlastungen bei den Herstellerrabatten federten dies nur teilweise ab.
Der Pharma- und Technologiekonzern Merck baut sein Geschäft mit Medikamenten gegen seltene Erkrankungen mit einer Milliardenübernahme aus. Das Unternehmen kauft den britischen Biotechkonzern Silence Therapeutics für rund 1,3 Mrd. USD. Den Aktionären des an der US-Technologiebörse Nasdaq notierten Unternehmens bietet Merck 20 USD je Hinterlegungsschein in bar. Das entspricht einem Aufschlag von 82% auf den durchschnittlichen Aktienkurs der vergangenen 30 Tage. Finanziert werden soll die Übernahme durch neu aufgenommene Kredite.
Rohstoffe
Am Rohstoffmarkt zogen die Ölpreise an. Händler verwiesen auf Angriffe der jemenitischen Huthi-Rebellen auf ein Militärlager im Jemen sowie auf erneute Attacken auf Energie-, Flughafen- und Militäreinrichtungen in Saudi-Arabien.
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