Meta Aktie: KI-Offensive eröffnet neue Chancen
Meta Platforms steht vor der Veröffentlichung der Quartalszahlen am 21. Oktober nach NASDAQ-Handelsschluss. HSBC erwartet neben einem weiterhin starken Werbegeschäft neue Impulse durch die KI-Entwicklung des Konzerns. Die Analysten bestätigen ihre Kaufempfehlung für die Meta Aktie mit einem unveränderten Kursziel von 830 Dollar. Gegenüber dem aktuellen NASDAQ-Kurs von 700,17 Dollar entspricht dies einem rechnerischen Aufwärtspotenzial von 18,5 Prozent. Für das dritte Quartal hat Meta einen Umsatz zwischen 61 und 64 Milliarden Dollar in Aussicht gestellt, was einem Wachstum von 19 bis 25 Prozent entspricht. Der Marktkonsens liegt bei rund 63 Milliarden Dollar. Besondere Aufmerksamkeit dürfte neben den Geschäftszahlen der Frage gelten, wie stark Meta seine Investitionen in KI-Infrastruktur 2027 weiter ausbauen will.
HSBC sieht die Wettbewerbsposition von Meta Platforms im digitalen Werbegeschäft durch den Einsatz leistungsfähiger KI-Algorithmen gestärkt. Die Auswertung eigener Nutzerdaten aus den verschiedenen Plattformen unterstützt nach Einschätzung der Analysten das zweistellige Umsatzwachstum. Zusätzliche Geschäftsmöglichkeiten könnten sich aus der Vermarktung eigener KI-Modelle ergeben. Mit Muse Wonder und Muse Wonder Full hat Meta neue Modelle für KI-Agenten vorgestellt, die HSBC technologisch auf Augenhöhe mit führenden Wettbewerbern sieht. Die bereits Anfang September gestartete Muse-Anwendung erreichte nach Angaben des Marktforschers Sensor Tower innerhalb von 22 Tagen fünf Millionen Downloads. HSBC betrachtet die Modellfamilie als Möglichkeit, die umfangreichen KI-Investitionen künftig auch außerhalb des klassischen Werbegeschäfts zu monetarisieren.
Die hohen Ausgaben bleiben allerdings eine zentrale Herausforderung für Meta Platforms. Für 2026 plant der Konzern Investitionen von 135 bis 145 Milliarden Dollar, nach 72 Milliarden Dollar im Vorjahr. HSBC erwartet für 2027 einen weiteren Anstieg auf 176 Milliarden Dollar und für 2028 auf 185 Milliarden Dollar, bleibt damit aber unter den jeweiligen Konsensschätzungen von 195 und 215 Milliarden Dollar. Hinzu kommen erhebliche operative Kosten: Meta prognostiziert für 2026 Gesamtausgaben von 165 bis 169 Milliarden Dollar, wobei eine zusätzliche Belastung von 10 Milliarden Dollar aus einem Rechtsvergleich in den USA darin noch nicht enthalten ist. HSBC rechnet bei der Quartalsvorlage mit ersten Aussagen zur Investitionsplanung für 2027, während eine konkrete Prognose erst im Januar folgen dürfte. Trotz der hohen Kapitalbindung halten die Analysten an ihrem Kursziel von 830 Dollar fest, das einen Bewertungsabschlag von 5 Prozent für regulatorische Risiken berücksichtigt.

