Börse am Morgen: Porsche, Puma, EZB und Konjunkturdaten - Nord/LB
Die Produktion im Produzierenden Gewerbe in Deutschland ist im August m/m preis-, saison- und kalenderbereinigt um 2,0% gestiegen. Ausschlaggebend waren vor allem das Baugewerbe (+9,3%) und der Maschinenbau (+5,3%), während die Automobilindustrie erneut einen Rückgang verzeichnete (-5,4%), was laut VDA teilweise auf die stärker als im Vorjahr auf in den August fallende Werksferien zurückzuführen ist. Zum Vorjahr ergab sich ein Plus von 2,3%. Die Industrieproduktion (ohne Energie und Bau) stieg im August m/m um 0,6%. Zuwächsen bei Investitionsgütern (+1,2%) und Konsumgütern (+0,6%) stand ein leichter Rückgang bei Vorleistungsgütern (-0,2%) gegenüber. In den energieintensiven Produktionszweigen sank die Produktion m/m um 0,5%.
Die deutschen Exporteure blicken etwas optimistischer auf das laufende Jahr. Nach einem überraschend starken ersten Halbjahr hebt der Bundesverband Großhandel, Außenhandel, Dienstleistungen (BGA) seine Prognose für die Exporte von 0,6% auf 1,0% Wachstum an. Die Importe sollen weiterhin um 3,0% steigen. Trotz der verbesserten Aussichten warnt der Verband, dass sich der Außenhandel zwar stabilisiere, von einer echten Trendwende aber noch nicht gesprochen werden könne.
Eine Studie von TÜV-Verband und BSI zeigt deutliche Defizite beim Schutz vor KI-gestützten Cyberangriffen. Nur etwa jedes zehnte Unternehmen verfügt über geeignete Sicherheitsmaßnahmen, obwohl bereits jedes sechste innerhalb eines Jahres einen entsprechenden Vorfall oder Betrugsversuch registriert hat. Besonders häufig sind KI-generierte Phishing-Mails, daneben kommen automatisierte Angriffsskripte und Deepfakes zum Einsatz. Dennoch haben nur 11% der Unternehmen spezielle Prozesse für den Umgang mit KI-bezogenen Sicherheitsvorfällen etabliert.
Tagesausblick
Der heutige Tag hält geldpolitische Implikationen vonseiten der EZB bereit, denn heute werden die gar nicht so unwichtigen aber oft vergessenen „Accounts“ veröffentlicht. Hierbei werden Erkenntnisse aus dem EZB-Rat in Bezug auf die ökonomische Entwicklung in der Eurozone geteilt und Optionen aufgezeigt. Am frühen Morgen dürfen wir jedoch zunächst die Handelsbilanz der deutschen Volkswirtschaft erwarten.
Aktienmärkte
Nach drei Gewinntagen gerieten die europäischen Aktienmärkte zur Wochenmitte unter Druck. Vor dem Auftakt der Berichtssaison hielten sich viele Anleger mit neuen Engagements zurück. Belastend wirkten die hohen Ölpreise, steigende Anleiherenditen sowie Sorgen um die Staatsfinanzen in Frankreich. Zusätzliche Verunsicherung lösten Warnungen der französischen Notenbank über die Haushaltslage und die Bedeutung des Budgets für 2027 aus. Da konnten auch die überraschend starken Zahlen zur deutschen Industrieproduktion nicht helfen. DAX -1,35%; MDAX -1,41%; TecDAX -1,24%.
Auch an der Wall Street kam es nach den Rekordständen von S&P 500 und Nasdaq 100 zu Gewinnmitnahmen, ausgelöst durch Inflations- und Zinssorgen aufgrund der hohen Anleiherenditen und Ölpreise. Dow Jones -0,66%; S&P500 -0,22%; Nasdaq C. -0,22%.
Unternehmen
Porsche will mit konsequentem Sparkurs, Stellenabbau und einer stärkeren Ausrichtung auf margenstarke Modelle die Krise überwinden. Mittelfristig hält der Sportwagenbauer an seinem Renditeziel von 10 bis 15% bei einem Umsatz von EUR 41 bis 45 Mrd. fest. Für 2026 wird nach dem Margeneinbruch im Vorjahr lediglich eine operative Rendite von 5,5 bis 7,5% erwartet. Bereits beschlossen ist der Abbau von rund 9.000 Stellen, langfristig sollen es sogar 30% weniger Arbeitsplätze sein. Angesichts sinkender Verkaufszahlen will Porsche bereits ab 2027 mit weniger als 200.000 Fahrzeugen pro Jahr die Gewinnschwelle erreichen.
Der chinesische Sportartikelhersteller Anta Sports hat den Einstieg bei Puma mit einem Anteil von 29,1%, die von der französischen Familie Pinault übernommen wurden, abgeschlossen und will das Unternehmen als langfristiger Investor unterstützen. Dabei verweist Anta vor allem auf Chancen im Einzelhandel und auf dem chinesischen Markt, betont jedoch die Unabhängigkeit der Marke Puma. Ein Übernahmeangebot an die übrigen Aktionäre ist derzeit nicht geplant. Zugleich strebt Anta eine angemessene Vertretung im Puma-Aufsichtsrat an. Puma wertet den Einstieg des chinesischen Konzerns als Vertrauensbeweis für die eigene Strategie und den angestrebten Wiederaufstieg zum drittgrößten Sportartikelhersteller hinter Nike und Adidas.
Devisen
Der EUR blieb auch gestern unter Druck und fiel gegenüber dem USD zeitweise um 0,6% auf bis zu USD 1,1193.
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