Börse am Morgen: Meta, Novo Nordisk, Anleihen - Nord/LB
Die deutschen Pkw-Exporte gingen nach Angaben des Statistischen Bundesamtes von Januar bis Juli 2026 um 4,0% auf 2,0 Mio. Fahrzeuge zurück. Wertmäßig fiel das Volumen sogar um 8,9% auf EUR 73,5 Mrd. Wichtigste Absatzmärkte waren das Vereinigte Königreich, die USA und Italien, die zusammen knapp ein Drittel der Ausfuhren aufnahmen. Verbrenner stellten mit 52,7% weiterhin den größten Anteil der Exporte, gefolgt von Elektroautos (28,1%) und Hybridfahrzeugen (19,2%). Die Ausfuhren aller Antriebsarten lagen unter Vorjahresniveau. Besonders deutlich brachen die Exporte von Elektrofahrzeugen und Hybriden in die USA ein, während die Ausfuhren von Verbrennern dorthin zunahmen. Gleichzeitig stiegen die Pkw-Importe nach Deutschland um 16,0% auf 1,3 Mio. Fahrzeuge. Treiber waren vor allem Elektroautos (+66,3%) und Hybridfahrzeuge (+36,0%). China avancierte mit einem Lieferzuwachs um 120,9% zum wichtigsten Herkunftsland für Neuwagen-Importe und verdrängte Tschechien und Spanien auf die folgenden Plätze.
In H1 2026 nutzten in Deutschland rund 2% mehr Fahrgäste Busse und Bahnen im Linienverkehr als ein Jahr zuvor. Laut Statistischem Bundesamt legte der ÖPNV um 2% auf 5,7 Mrd. Fahrgäste zu, während der Fernverkehr um 2% auf 75 Mio. Fahrgäste zurückging. Der Nahverkehr profitierte weiterhin vom Deutschland-Ticket, wenngleich das Wachstum moderater ausfiel als in den Vorjahren. Die Zahl der Fahrgäste stieg bei Bussen um 2%, bei Eisenbahnen und Straßenbahnen jeweils um 1%. Im Fernverkehr sank die Zahl der Bahnreisenden um 3% auf 69 Mio., unter anderem aufgrund witterungsbedingter Beeinträchtigungen in Q1. Fernbusse verzeichneten dagegen mit 5,4 Mio. Fahrgästen einen Zuwachs von 10%.
Tagesausblick
Neben den bereits angekündigten diversen Notenbankreden aus dem EZB- und Fed-Umfeld dürfen wir heute auch auf das Verbrauchervertrauen für die Eurozone schauen. Bei der von der europäischen Kommission erhobenen Umfrage gehen wir für den September weiterhin von -15,5 Punkten aus, also einer „flachen Kurve“. Negative Vorzeichen sollten hier nicht missinterpretiert werden, denn in den letzten 10 Jahren war dieser Index kein einziges Mal oberhalb der Schwelle von null Punkten. In Relation der letzten Monate ist dies also ein positiver Trend. Die Daten des Richmond Fed Index dürften dagegen signalisieren, dass die Stimmung bei den US-Produzenten gut bleibt, aber dennoch einen leichten Dämpfer erleben könnte.
Renten- und Aktienmärkte
Die Anleihemärkte reagierten mit Kursgewinnen auf spürbar fallende Ölpreise, die die Inflationssorgen dämpfen. Die Rendite 10-jähriger US-Staatsanleihen rutschte wieder unter die 5%-Marke.
Die Hoffnung auf diplomatische Fortschritte im Nahost-Konflikt und die weiter sinkenden Ölpreise sorgten diesseits und jenseits des Atlantiks für Kursauftrieb an den Aktienmärkten. Die Aussicht auf mögliche Gespräche zwischen US-Präsident Donald Trump und dem iranischen Präsidenten Masoud Pezeshkian am Rande der UN-Generalversammlung sowie das erwartete Treffen zwischen Trump und Chinas Staatschef Xi Jinping nährten Spekulationen auf eine geopolitische Entspannung. Der Rückgang des Brent-Ölpreises auf zeitweise unter USD 100 je Barrel dämpfte zudem Inflationssorgen. Politische Unsicherheiten nach den Wahlergebnissen in Mecklenburg-Vorpommern und Berlin traten angesichts der geopolitischen Hoffnungen und der Entspannung am Ölmarkt in den Hintergrund.
In den USA stützten darüber hinaus kräftige Gewinne bei Technologie- und Halbleiterwerten die Märkte, nachdem Meta massiv von der Markteinführung des KI-Agenten Muse profitierte. An den asiatischen Börsen sorgte die Aussicht auf eine Entspannung im US-chinesischen Handelskonflikt für Rückenwind.
DAX +1,07%; MDAX +0,51%; TecDAX +1,59%; Dow Jones +0,71%; S&P 500 +1,49%; Nasdaq Comp. +2,26%.
Unternehmen
Novo Nordisk will bis 2030 mehr als fünf neue Blockbuster-Medikamente auf den Markt bringen, während die Kapazitäten für GLP-1-Tabletten gegen Fettleibigkeit deutlich ausgebaut werden. Bis zum Ende des Jahrzehnts will der Konzern weltweit über 60 Mio. Patienten behandeln und setzt dabei vor allem auf Adipositas- und Diabetes-Therapien. Mit der Strategie reagiert das dänische Unternehmen auf den wachsenden Wettbewerbsdruck durch Eli Lilly aus den USA sowie auf Forderungen der Investoren nach stärkerer Diversifizierung.
Devisen und Rohstoffe
Während sich der EUR gegenüber dem USD fast unverändert verhielt, blieb der japanische Yen gegenüber der US-Währung unter Druck. Rohöl legte am frühen Morgen nach den starken Rückgängen der vergangenen Tage wieder leicht zu.
Disclaimer: Dieser Text ist eine Kolumne der Nord LB. Der Inhalt der Kolumne wird von 4investors nicht verantwortet und muss daher nicht zwingend mit der Meinung der 4investors-Redaktion übereinstimmen. Jegliche Haftung und Ansprüche werden daher von 4investors ausdrücklich ausgeschlossen!
4investors.de als bevorzugte Quelle bei Google festlegen
Damit sehen Sie unsere Börsen- und Aktiennews häufiger in Ihren Google-Suchergebnissen.


