Börse am Morgen: Deutsche Telekom, Merck, Moderna, Siemens, Börsentermine - Nord/LB
Die deutsche Industrie bestätigt ihren Aufwärtstrend. Das Neugeschäft wuchs im Juni wegen vieler Großaufträge im Maschinenbau und für Elektrotechnik um 3,1% zum Vormonat, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. "Die Aufträge liegen auf dem höchsten Stand seit Jahresbeginn", hieß es seitens der Deutschen Industrie- und Handelskammer (DIHK). Allerdings gibt es auch 2 Wermutstropfen: Ohne Großaufträge wären die Bestellungen gesunken, zudem wurde der Mai-Zuwachs nachträglich auf 0,3% nach unten korrigiert (bisher: 1,9%).
Der Preisauftrieb am deutschen Immobilienmarkt verliert spürbar an Schwung. Wohnimmobilien verteuerten sich in Q2 nur noch moderat, wie das Institut für Weltwirtschaft (IfW) zu seiner Studie mitteilte. Demnach kosteten Eigentumswohnungen im Vergleich zum Vorjahresquartal 0,4% und Einfamilienhäuser 1,9% mehr. Bei Mehrfamilienhäusern fielen die Preise sogar um 3,5%. Inflationsbereinigt (real) liegen alle drei Segmente im Minus: Eigentumswohnungen mit 2,1%, Einfamilienhäuser mit 0,7% und Mehrfamilienhäuser mit 5,9%.
Tagesausblick
Heute ist der US-Arbeitsmarktbericht für Juli d e r Termin der Woche. Denn der dürfte entscheidend sein für die Zinserwartungen vor der Fed-Sitzung im September. Experten erwarten ein Plus von 80.000 Stellen, nach 57.000 im Juni. Solche Werte weit unter 100.000 gelten für die USA als recht niedrig. Weitere Konjunkturdaten zeigen, wie sich die deutsche Wirtschaft zum Ende des ersten Halbjahrs geschlagen hat. Für die Produktion im Juni wird ein kleines Plus erwartet, wie auch bei den Exporten. Bei einem erneuten Zuwachs wäre es bereits der fünfte Anstieg in Folge, womit sich eine Trendwende für die auch von der US-Zollpolitik gebeutelte Ausfuhrwirtschaft anbahnen könnte. Zusätzlich melden Allianz, Munich Re und EnBW ihre Zahlen – ja, es ist immer noch Berichtssaison. Am Morgen startet jedoch China mit News. Das Reich der Mitte veröffentlicht seine Außenhandelsdaten für den Juli. Das Exportwachstum hat im vergangenen Monat wahrscheinlich etwas an Schwung verloren.
Aktienmärkte
Nach dem Rücksetzer zur Wochenmitte hat sich der deutsche Aktienmarkt ein wenig gefestigt. Investoren hoffen weiterhin auf eine Lösung im Iran-Krieg und setzen auf eine Öffnung der für den globalen Öltransport wichtigen Meerenge von Hormus. Zusätzlich steht die Berichtssaison im Anlegerfokus. Allein aus dem DAX legten acht Unternehmen Zahlen vor. DAX +0,05%; MDAX +0,01%; TecDAX +1,37%.
Nach der jüngsten Rekordjagd haben sich Anleger an der Wall Street verhalten präsentiert. Nun nehme die Wahrscheinlichkeit für Gewinnmitnahmen zu, auch größere Rücksetzer wären laut Marktteilnehmern keine Überraschung. Zudem drückten auch erneut aufgeflammte Zinssorgen auf die Stimmung. Unter den Einzeltiteln legte Moderna um 3,9% zu, nachdem das Unternehmen die US-Zulassung für seinen Grippe-Impfstoff für Menschen ab 50 Jahren erhalten hatte. Dow Jones -0,85%; S&P 500 -0,18%; Nasdaq Comp. -0,06%.
Unternehmen
U.a. dank der Fußball-Weltmeisterschaft hat die Deutsche Telekom ihren Wachstumskurs fortgesetzt. Die Sparte MagentaTV habe rund eine Million neue Kunden gewonnen, hieß es. Die Telekom steigerte den Umsatz um 4,4% auf 29,93 Mrd. EUR und den bereinigten operativen Gewinn um 7,5% auf 11,82 Mrd. EUR. Der Free Cash Flow, der als Gradmesser für die Dividendenhöhe gilt, legte um 3,1% auf 5,03 Mrd. EUR zu. Diese Kennzahlen lagen im Rahmen der Markterwartungen.
Der Technologiekonzern Siemens hebt seine Gewinnerwartungen für das lfd. Geschäftsjahr an. Der Gewinn je Aktie soll 2025/26 (per Ende September) zwischen 11,20 und 11,50 EUR liegen. Bisher lag die Prognose bei 10,70 bis 11,10 EUR.
Eine starke Nachfrage aus der Halbleiterindustrie und das wachsende Life-Science-Geschäft geben Merck Rückenwind. Nach einem unerwartet kräftigen Ergebnisanstieg in Q2 hat der Pharma- und Technologiekonzern seine Jahresziele erneut angehoben. Merck erwartet 2026 nun einen Umsatz zwischen 21,0 und 21,8 Mrd.EUR sowie ein bereinigtes operatives Ergebnis (EBITDA) zwischen 5,9 und 6,3 Mrd. EUR. Im Mai hatte Merck seine Prognose bereits erhöht und zuletzt einen Umsatz zwischen 20,4 und 21,4 Mrd. EUR sowie ein bereinigtes Ergebnis von 5,7 bis 6,1 Mrd. EUR in Aussicht gestellt.
Devisen und Rohstoffe
Der EUR behauptete sich über 1,15 USD.
Die Ölpreise geben weiter nach. Hintergrund sind Berichte, wonach der Iran und Oman sich auf Koordinaten für eine Schifffahrtsroute durch die Straße von Hormus geeinigt haben.
Disclaimer: Dieser Text ist eine Kolumne der Nord LB. Der Inhalt der Kolumne wird von 4investors nicht verantwortet und muss daher nicht zwingend mit der Meinung der 4investors-Redaktion übereinstimmen. Jegliche Haftung und Ansprüche werden daher von 4investors ausdrücklich ausgeschlossen!
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