Rheinmetall Aktie: Geleakte Infos nähren die Zweifel
Ein durchgestochener Entwurf für den deutschen Rüstungshaushalt 2027 liefert den Aktienanalysten von mwb research neue Argumente für die Zurückhaltung beim Düsseldorfer Rheinmetall-Konzern. Aus den Zahlen lesen die Analysten heraus, dass Berlin Mittel aus dem klassischen Landsystemgeschäft abzieht. Das Institut bleibt bei einem „Hold” für die Rheinmetall Aktie, während der aktuelle Kurs gemessen am eigenen Kursziel Luft nach oben ließe: mwb research bestätigt für die Rheinmetall-Aktie in der aktuellen Studie zudem das Kursziel von 1.150 Euro für den DAX-notierten Rüstungstitel.
Der Vergleich der endgültigen Haushaltsansätze für 2026 mit dem geleakten Plan für 2027 zeige eine klare Umschichtung: Weniger Geld fließe in Munition, Kampffahrzeuge und allgemeine Truppenfahrzeuge, während der Schützenpanzer Puma, die Raumfahrt und Schiffe leicht zulegten. Unter dem Strich sei das für den Rheinmetall-Konzern nachteilig, für Renk mit Abstrichen ebenfalls, für den Marinespezialisten TKMS dagegen vorteilhaft, so mwb. Am Markt sei diese Verschiebung nach Beobachtung des Instituts noch nicht eingepreist. Selbst die Bundesregierung räume Panzern und Artillerie inzwischen nicht mehr die oberste Priorität ein. Das wachsende Risiko für den langfristigen Unternehmenswert lässt die Analysten skeptisch auf die Ziele für 2030 blicken, wegen der schwankenden Datenlage belassen sie ihr Bewertungsmodell aber vorerst unverändert. Zwar würde das Kursziel beim gegenwärtigen Kursniveau rechnerisch eine Heraufstufung nahelegen, doch will das Institut erst klarere Belege zum Ausgang der Haushaltsberatungen abwarten.
Nach den Prognosen von mwb research soll der Umsatz bei Rheinmetall von 9,94 Milliarden Euro im vergangenen Jahr auf 24,13 Milliarden Euro im Jahr 2028 anschwellen, bei jährlichen Zuwachsraten zwischen 28 und 39 Prozent. Das operative Ergebnis dürfte sich im selben Zeitraum von 1,68 Milliarden auf 4,99 Milliarden Euro nahezu verdreifachen, die EBIT-Marge von 17,0 auf 20,7 Prozent steigen. Beim Ergebnis je Rheinmetall Aktie rechnen die Experten mit einem Sprung von 15,04 Euro auf 63,08 Euro, die Dividende soll von 9,10 Euro auf 31,54 Euro klettern.
Chart der Rheinmetall Aktie mit Bodenbildungs-Versuch
Die Rheinmetall Aktie zeigt sich im heutigen Handel derweil freundlich: Aktuell notiert der DAX-Titel bei 97,70 Euro mit knapp 2,5 Prozent im Plus. Damit kann sich der Aktienkurs wieder etwas von einer zunehmend wichtiger werdenden charttechnischen Unterstützung nach oben absetzen. Diese erstreckt sich zwischen der 900-Euro-Marke und damit dem Jahrestief 2026 und einem vorgelagerten Unterstützungsbereich zwischen 930 Euro und 936/942 Euro. Ob der laufende Versuch, hier einen Boden zu finden, erfolgreich verläuft, bleibt abzuwarten.
An den charttechnischen Handlungsoptionen bei der Aktie von Rheinmetall hat sich seit dem letzten 4investors.de-Chartcheck nichts Wesentliches geändert. Ein Rutsch unter die 900-Euro-Marke wäre ein weiteres Verkaufssignal und würde die Baisse im Chart der Rheinmetall Aktie mit einem glasklaren neuen Verkaufssignal bestätigen. Als nächster Auffangbereich käme dann die Zone bei 832,20/859,40 Euro infrage, tiefere Ziele eingeschlossen.
Für eine Bereinigung der Lage ist dagegen ein Anstieg über den massiven Widerstandsbereich bei 1.080,40/1.155,00 Euro nötig, dessen zentraler Faktor die Spanne 1.134/1.155 Euro bildet. Gelingt dies, rückt die 50-Tage-Linie als nächste Hürde für Rheinmetalls Aktienkurs in den Blick. Darüber warten weitere Widerstände bei 1.234/1.241 Euro und 1.304/1.310 Euro sowie oberhalb von 1.322 Euro. Erst dann würde sich der seit Oktober bestimmende Baissetrend spürbar lockern, und die 200-Tage-Linie bei aktuell 1.410,50 Euro könnte in den Blickpunkt rücken.
4investors.de als bevorzugte Quelle bei Google festlegen
Damit sehen Sie unsere Börsen- und Aktiennews häufiger in Ihren Google-Suchergebnissen.

