All for One: Vinci verdoppelt den Börsenwert mit Übernahmeangebot
Die All for One Group SE bekommt einen neuen Eigentümer aus Frankreich. Der Baukonzern Vinci will den Filderstädter SAP-Dienstleister über seine Tochter Vinci Energies Deutschland Enterprise Solutions AcquiCo SE übernehmen und bietet den Aktionären 67,50 Euro je Aktie in bar. Gemessen am volumengewichteten Xetra-Durchschnittskurs der vergangenen drei Monate bis einschließlich 15. Juli 2026 entspricht das einem Aufschlag von rund 104,9 Prozent. Eine entsprechende Zusammenschluss-Vereinbarung hat All for One mit Vinci geschlossen, die ihr Vorhaben zugleich nach dem Wertpapiererwerbs- und Übernahmegesetz angekündigt hat.
Einen Großteil der Anteile hat sich Vinci bereits vorab gesichert. Mit der Unternehmens Invest-Gruppe und weiteren Aktionären, die zusammen rund 54,7 Prozent der All for One-Aktien halten, bestehen Vereinbarungen, das Angebot anzunehmen. Auch die Vorstandsmitglieder wollen ihre privat gehaltenen Papiere einliefern. Vorstand und Aufsichtsrat von All for One begrüßen die Offerte und wollen den Aktionären die Annahme empfehlen, sobald sie die Angebotsunterlage geprüft haben.
Für die Zeit nach einem erfolgreichen Angebot regelt die Vereinbarung die künftige Zusammenarbeit. Danach unterstützt Vinci die Wachstums- und Internationalisierungs-Strategie von All for One und sichert dem Unternehmen ais Filderstadt seine Eigenständigkeit zu. Ein Beherrschungs- oder Gewinnabführungsvertrag den Angaben vom Donnerstag zufolge ist bis zum 1. Januar 2029 ausgeschlossen.
Geknüpft ist das Angebot an übliche Bedingungen, darunter die kartellrechtlichen Freigaben und eine Mindestannahmeschwelle von 75 Prozent. Den Vollzug erwartet All for One im vierten Quartal 2026.
Anschließend will die Bieterin gemeinsam mit dem Vorstand prüfen, ob die Zulassung der All for One-Aktien zum Prime Standard der Frankfurter Wertpapierbörse widerrufen wird, das Unternehmen also per Delisting von der Börse geht. Ob das Delisting-Angebot tatsächlich dazu führt, dass die Aktie nicht mehr handelbar ist, bleibt abzuwarten. Immer wieder kam es nach solchen Deals zu einer Fortsetzung bzw. Wiederaufnahme des Handels an der Hamburger Börse im Freiverkehr. Ob das auch in diesem Fall so sein wird, ist derzeit offen.
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