Iran-Krieg und Quartalszahlen im Fokus - u.a. BMW, Netflix, SAP - Börse München
Die internationalen Aktienmärkte haben in der vergangenen Woche den Waffenstillstand im Iran-Krieg mit deutlichen Kursgewinnen gefeiert und damit ihren Erholungskurs weiter fortgesetzt. Getrieben durch sinkende Ölpreise und die Hoffnung auf eine dauerhafte Wiederöffnung der Straße von Hormus schossen die Kurse dabei vor allem am Mittwoch nach oben. Diese positive Grundstimmung wich dann aber einer abwartenden Haltung, nachdem der Waffenstillstand zwar hielt, der Iran die Straße von Hormus aber weiterhin weitgehend blockierte. An der skeptischen Stimmung konnte auch die Tatsache nichts ändern, dass der Ölpreis stabil unter 100 Dollar blieb. Belastet wurde die Entwicklung zum Wochenende hin auch von Konjunktur- und Inflationsdaten. So ermittelte die Universität Michigan beispielsweise, dass das Konsumentenvertrauen in den USA auf ein Rekordtief gefallen ist und gleichzeitig die Inflationserwartungen der Verbraucher stark gestiegen sind. So erwartet der Durchschnitt der US-Amerikaner inzwischen in einem Jahr eine Inflationsrate von 4,8 Prozent.
Insgesamt stieg der Deutsche Aktienindex (Dax) in der vergangenen Woche um 2,8 Prozent auf 23.803,95 Punkte. Der MDax schoss um 5,1 Prozent in die Höhe und beendete den Handel am Freitag bei 30.382,28 Zählern. Beim TecDax errechnete sich bei einem Schlussstand von 3.531,61 Punkten ein Wochenplus von 1,8 Prozent, und der m:access All Share machte 1,0 Prozent auf 1.099,69 Punkte gut.
Zu den großen Gewinnern unter den Dax-Werten zählten Commerzbank mit einem Wochenplus von 9,21 Prozent. Auch Infineon waren mit einem Zuwachs von 10,0 Prozent sehr gefragt. Rheinmetall gaben dagegen mit einem Minus von 6,0 Prozent einen Teil ihrer sehr hohen Vorwochengewinne wieder ab. Und bei SAP (-6,3 Prozent) drückten unverändert KI-Ängste auf die Stimmung.
Im Gegensatz zu den deutschen Aktienbörsen profitierten die Kurse am Rentenmarkt nicht vom Waffenstillstand im Irankrieg. Marktteilnehmer begründeten dies unter anderem mit den anhaltenden wirtschaftlichen Unsicherheiten – und hier insbesondere mit den nachdrücklichen Inflationssorgen. Diese wieder befeuerten die Angst, dass die Europäische Zentralbank ihre Leitzinsen anheben könnte. Die Rendite der richtungsweisenden zehnjährigen Bundesanleihe kletterte im Wochenverlauf um 7 Hundertstel auf 3,05 Prozent. Die Umlaufrendite erhöhte sich um einen Basispunkte auf 3,0 Prozent.
An den US-Aktienbörsen wiederum sorgte der Waffenstillstand für die höchsten Wochen-Kursgewinne seit November letzten Jahres. So verbesserte sich der Dow-Jones-Index im Wochenvergleich um 3 Prozent auf 47.916,57 Zähler. Der marktbreitere S&P-500-Index gewann 3,6 Prozent auf 6.816,89 Punkte. Und der technologielastige Nasdaq Composite schoss um 4,7 Prozent auf 22.902,89 in die Höhe.
Ausblick
Die Antwort auf die Frage, wie sich die Kurse an den Aktienbörsen in der aktuellen Woche entwickeln, dürfte unverändert davon abhängen, wie es in Sachen Iran und Ölpreis weitergeht. Dass die Friedensgespräche zwischen den USA und dem Iran abgebrochen wurden und US-Präsident Donald Trump obendrein am Sonntag angekündigt hat, dass die USA die Straße von Hormus nun für alle Schiffe blockieren würden, ist in diesem Zusammenhang kein gutes Signal. Dies dürfte den Ölpreis wieder deutlich nach oben treiben und die Risiken für die Weltwirtschaft weiter erhöhen, kommentierten Marktteilnehmer.
Angesichts dessen dürften den realen Konjunkturdaten, wie schon den Vorwochen, kaum mehr als eine Nebenrolle zukommen. Sie werden die Kurse nach allgemeiner Meinung kaum bewegen, zumal in der aktuellen Woche nur relativ wenige neue Daten zu Veröffentlichung anstehen.
Auf deutlich mehr Interesse dürfte, so der Tenor an der Börse, die beginnende Quartalsberichtssaison in den USA stoßen. Denn bei dieser werden gleich zu Beginn einige absolute Wall-Street-Schwergewichte sowohl ihre Geschäftszahlen als auch – und das ist womöglich für die Märkte noch wichtiger – ihre Prognosen für den weiteren Geschäftsverlauf bekanntgeben.
So veröffentlicht beispielsweise gleich am heutigen Montag Goldman Sachs seine neuesten Quartalszahlen. Die Citigroup folgt am Dienstag. Am Mittwoch kommen unter anderem die neuesten Zahlen von Morgan Stanley. Und am Donnerstag folgen Netflix und PepsiCo. Auch hierzulande gibt es einige interessante Unternehmenstermine. So führt am Dienstag BMW einen Pre-Close-Call zum 1. Quartal 2026 durch, und Airbus wiederum lädt am gleichen Tag zu seiner Hauptversammlung ein.
Ausgewählte wichtige Termine der Woche
Montag, 13.04: IWF-Treffen (ganzwöchig).
Dienstag, 14.04: Großhandelspreisindex für Deutschland; chinesische Handelsbilanz und Entwicklung der chinesischen Exporte und Importe; Erzeugerpreisindex in den USA; ADP-Beschäftigungsänderungen in den USA.
Mittwoch, 15.04: Entwicklung der Industrieproduktion in der Eurozone; Fed-Beige-Book; NY-Empire-State-Produktionsindex.
Donnerstag, 16.04: Entwicklung der chinesischen Industrieproduktion; chinesische Einzelhandelsumsätze; chinesisches Bruttoinlandsprodukt; Verbraucherpreisindex für die Eurozone; Erstanträge zur Arbeitslosenunterstützung in den USA; Philly-Fed-Herstellungsindex; Entwicklung der Industrieproduktion in den USA.
Freitag, 17.04: Leistungs- und Handelsbilanz der Eurozone.
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