EZB erwartet kurzfristig anziehende Inflation: Länge des Iran-Kriegs entscheidend - DZ Bank
Wie erwartet hat die EZB auf ihrer heutigen Sitzung die Leitzinsen nicht verändert. Deutlich interessanter waren die Anpassungen der Konjunktur- und Inflationsprojektionen. Im Basisszenario, das Daten bis zum 11. März berücksichtigt, wird für das laufende Jahr ein schwächeres BIP-Wachstum für den Euroraum prognostiziert – statt 1,2 soll die Wirtschaft nur noch um 0,9 Prozent wachsen. Die Inflation sehen die Notenbanker bei 2,6 statt 1,9 Prozent.
Der Grund für das verschlechterte Lagebild ist der weiter schwelende Iran-Krieg, der die Energiepreise stark anziehen lässt. Aktuell hat der Ölpreis für ein Barrel wieder die Hundert-Dollar-Marke geknackt. Trotzdem rechnet die Notenbank im Basisszenario damit, dass sich die Lage auf der Inflationsseite 2027 wieder entspannen und in Richtung Zielmarke von zwei Prozent zurückgehen sollte.
Die Prognosen sind aber mit großer Unsicherheit behaftet, was die EZB auch betont. Auf einen klaren geldpolitischen Pfad legt sie sich deshalb nicht fest. Der Markt rechnet mit zwei weiteren Zinserhöhungen von jeweils 0,25 Prozent in diesem Jahr. Entscheidend ist, wie lange der Krieg im Nahen Osten noch dauert. Zieht sich die militärische Auseinandersetzung in die Länge, dürfte die Inflation spürbar zurückkehren.
Disclaimer: Der Text ist eine Kolumne der DZ Bank. Der Inhalt der Kolumne wird von 4investors nicht verantwortet und muss daher nicht zwingend mit der Meinung der 4investors-Redaktion übereinstimmen. Jegliche Haftung und Ansprüche werden daher von 4investors ausdrücklich ausgeschlossen!

