Wirecard - nÀchster Stopp: Bilanz und Ausblick
Wirecard wird am heutigen Donnerstag die mit Spannung erwartete Bilanz fĂŒr das Jahr 2018 vorlegen. VorlĂ€ufige Zahlen hatte die Gesellschaft bereits Ende Januar vorgelegt - kurz bevor mit dem ersten Bericht in der âFinancial Timesâ die Asien-AffĂ€re das Bild bei dem DAX-Wert zu prĂ€gen begann. Das vergangene Jahr hat Wirecard mit einem operativen Gewinn von 568,3 Millionen Euro abgeschlossen - im Vorjahreszeitraum fielen 412,6 Millionen Euro EBITDA an. Mit dem Gewinnanstieg erreicht der DAX-notierte Konzern das obere Ende seiner operativen Gewinnprognose, die im November 2018 auf 550 Millionen Euro bis 570 Millionen Euro erhöht wurde. Zugleich konnte das Unternehmen seinen Umsatz von 1,5 Milliarden Euro auf 2,1 Milliarden Euro steigern.
Mit Spannung werden Börsianer in der Wirecard-Bilanz fĂŒr 2018 vor allem die Auswirkungen der Asien-AffĂ€re unter die Lupe nehmen. Zuletzt berichtete der DAX-Konzern, dass die Fehlbuchungen im Asien-GeschĂ€ft nur wenige Millionen ausmachen, damit keinerlei bemerkenswerte Relevanz fĂŒr die Zahlen haben. Allerdings versprach Wirecard-Chef Markus Braun zusĂ€tzliche Transparenz. Mit der gestrigen neuen Attacke der âFinancial Timesâ gegen Wirecard und dem von Seiten des Unternehmens gemeldeten bevorstehenden Einstieg von Softbank als AnkeraktionĂ€r bei Wirecard bekommen die Aussagen zusĂ€tzliche Relevanz fĂŒr den Aktienkurs der SĂŒddeutschen.
Dem neuen Bericht der âFinancial Timesâ zufolge sollen groĂe Teile des operativen Gewinns von Wirecard auf Beziehungen einer in Dubai ansĂ€ssigen Tochter mit drei Unternehmen zurĂŒckzufĂŒhren sein. Diese sitzen in Dubai, in Singapur und auf den Philippinen. Bei Wirecard weist man diese VorwĂŒrfe zurĂŒck. Analysten haben auf diese Entwicklung noch nicht reagiert. Vermutlich wird sich Wirecard mit der heute stattfindenden Vorlage der Zahlen nĂ€her zu den jĂŒngsten FT-Meldungen Ă€uĂern.
Auch der Ausblick auf 2019 wird an der Börse mit Spannung erwartet. Ende Januar hatte Wirecard folgende Zahlen fĂŒr das laufende Jahr in Aussicht gestellt: Der DAX-notierte Fintech-Konzern rechnet fĂŒr 2019 mit einem operativen Gewinnanstieg auf EBITDA-Basis auf eine Summe zwischen 740 Millionen Euro und 800 Millionen Euro. Braun betonte in den letzten Wochen im Zuge der Asien-AffĂ€re wiederholt das stark laufende operative GeschĂ€ft bei Wirecard. Abzuwarten bleibt, ob der Ausblick bestĂ€tigt oder verĂ€ndert wird.
FĂŒr die Analysten der DZ Bank bleibt es nach dem gestern bekannt gegebenen Softbank-Deal bei der Kaufempfehlung fĂŒr die Aktien von Wirecard. Das Kursziel fĂŒr die Papiere des DAX-Konzerns sehen die Experten unverĂ€ndert bei 150,00 Euro. An ihrem Modell nehmen die Experten zunĂ€chst keine Ănderungen vor. FĂŒr 2018 erwarten die Analysten einen bereinigten Gewinn je Aktie von 3,29 Euro. 2019 soll das bereinigte Plus bei 4,20 Euro liegen. Die Prognose fĂŒr 2020 steht bei 5,23 Euro.
Auch die Analysten von Baader sprechen von einer positiven Entwicklung. Ein neuer AnkeraktionĂ€r ist gut fĂŒr Wirecard. AuĂerdem ist die klare Erweiterung der TĂ€tigkeit in Japan und SĂŒdkorea ein operativer Vorteil. Damit dĂŒrfte sich das starke Wachstum beschleunigter fortsetzen. Die Experten bestĂ€tigen die Kaufempfehlung fĂŒr die Aktien von Wirecard. Das Kursziel steht unverĂ€ndert bei 198,00 Euro. FĂŒr 2019 rechnen die Analysten bei Wirecard mit einem bereinigten Gewinn je Aktie von 4,35 Euro. 2020 soll dieses Plus auf 6,04 Euro ansteigen.
