Schlussspurt zum Reichtum - Börse München
Der überraschend deutliche Erfolg der Demokraten bei den Midterms bewegte die Märkte nur kurzfristig, bevor dann Sorgen um die KI-Werte die Kurse purzeln ließen.
Verlierer in Aufruhr
Das Thema der Woche schlechthin sind die Wahlergebnisse aus den Midterms in den USA. „Wähler wenden sich von Trump ab“, schreibt die Süddeutsche Zeitung. Doch nicht nur Trump wurde zum Verlierer erklärt: „Audi könnte zum Verlierer der US-Wahl werden“, unkt die WirtschaftsWoche und „Warum der andere Verlierer der Midterms Elon Musk heißt“, klärt uns das Handelsblatt auf. Die Frankfurter Allgemeine Zeitung liefert die Begründung dazu: „Das ganze Geld von Musk hat nichts gebracht“. „Börse in Aufruhr nach den Midterms“, konstatiert darüber hinaus das Handelsblatt und fügt hinzu: „Absturz der Tech-Aktien: Platzt nun die KI-Blase?“ Eines bleibt leider gewiss, die Preise ziehen weiter an: „Inflation im Euroraum steigt auf vier Prozent“, meldet die Frankfurter Allgemeine Zeitung. Dann wäre da doch noch eine gute Nachricht: Trotz Dürre, kaum beschiffbarer Pegelstände, blockierter Straße von Hormus, die deutsche Wirtschaft wächst im September: „Industrie sendet Lebenszeichen“, nennt es die Börsen-Zeitung, „Industrieproduktion in Deutschland wächst im September überraschend“, bringt es Der Spiegel auf den Punkt. Und dann kommt die unerwartete Nachricht aus Berlin über den bayerischen Wirtschaftsminister: „Bayern trauert um Aiwanger“, erklärt der Münchner Merkur und die Süddeutsche Zeitung nennt ihn: „Ein Pendler zwischen den Welten“, oder, mindestens so treffend aus Seite 3: „Der Mann, der die CSU das Fürchten lehrte“.
Heiße Jahresendrally
Midterms in den USA, Ausverkauf bei KI- und Tech-Werten – das müsste für die Finanzmagazine doch Stoff genug sein. Doch die Titelbilder versprühen vor allem Optimismus: Börse Online setzt einem Wecker goldene Bullenhörner auf und ruft: „Auf zum Schlussspurt!“ Dafür hält das Magazin „Top-Aktien für die Jahresend-Rally“ bereit. Stapelweise Münzen türmt Focus Money auf: „Für immer reich“! Gut zu wissen: „So bauen Sie sich ein Depot, das wirklich zu Ihnen passt“. Dann hoffen wir nur, dass Reichtum zu uns passt und nicht das Gegenteil! Eine „Rebound-Chance“ erkennt Der Aktionär: „Nach dem Tech-Beben: Fünf Top-Aktien mit bis zu 50 Prozent Erholungspotenzial“. Außerdem gibt es für „30 Jahre Der Aktionär 15 Extra-Seiten“! Und zum Schluss schließt uns Euro am Sonntag ein goldenes Schloss auf: „Heiße Deals für schnelle Gewinne. Welche Aktien sich in kurzer Zeit verdoppeln“.
Baukran statt Achterbahn
Ein beliebtes Dauerthema in München sind, wie in vielen Städten, Infrastrukturprojekte mit ihren Großbaustellen. Jetzt ist aber ein ganz besonders neuralgisches Gelände in Gefahr, nämlich die Theresienwiese, seit 1810 Austragungsort des weltgrößten Volksfestes. Ausgerechnet dort soll für die geplante neue U-Bahn (U 9) nicht nur ein eigener Bahnhof „Esperantoplatz“ angelegt werden, sondern das erfordert auch eine Baustelle direkt auf der Theresienwiese: „Riesen-Baustelle auf der Wiesn?“, fragt die tz besorgt. Aber wohin während der Bauzeit mit Zelten und Fahrgeschäften, wenn etwa ein Viertel der südöstlichen Ecke mehrere Jahre mit der Baustelle belegt ist? Wobei Fachleute die Fläche noch immer für eher untertrieben halten. Und wer glaubt heute noch an prognostizierte Bauzeiten? Womit wir bei tatsächlichen Baustellen in der Landeshauptstadt angelangt wären, nämlich der zweiten Stammstrecke der S-Bahn. Diese sollte mit ihren Großbaustellen am Hauptbahnhof und am Marienhof eigentlich bereits diesen November fertig sein, aber jetzt wurde der Eröffnungstermin vorsorglich einmal auf 2037 verlegt, satte elf Jahre später! Die Kosten verdreifachen sich dafür so ziemlich, aber da ist sicher noch Luft nach oben. Was die Süddeutsche Zeitung zu dem Schluss bringt, dass sich München in die jüngste deutsche Tradition einreiht: „Eine Pannenprojekt wie der Berliner Flughafen und Stuttgart 21“.
Disclaimer: Dies ist eine Kolumne der Bayerischen Börse AG. Der Inhalt von Text und Video wird von 4investors nicht verantwortet und muss daher nicht zwingend mit der Meinung der 4investors-Redaktion übereinstimmen. Jegliche Haftung und Ansprüche werden daher von 4investors ausdrücklich ausgeschlossen!
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