Renk Aktie: Der Auftragseingang boomt – jetzt muss das Schlussquartal liefern
Renk hat im dritten Quartal 2026 beim Auftragseingang und bei der operativen Marge überzeugt. Der Augsburger Rüstungskonzern steigerte den Umsatz um 12,1 Prozent auf 345 Millionen Euro und traf damit die Erwartungen von mwb research. Das bereinigte EBIT legte um 17,2 Prozent auf 61 Millionen Euro zu und übertraf die Analystenschätzung von 58 Millionen Euro. Die entsprechende Marge verbesserte sich von 16,8 auf 17,6 Prozent. mwb research bestätigt nach den Zahlen die Kaufempfehlung für die Renk Aktie mit einem Kursziel von 53 Euro. Gegenüber dem aktuellen XETRA-Kurs von 35,685 Euro entspricht dies einem rechnerischen Aufwärtspotenzial von 48,5 Prozent. Die Analysten sehen ihre Erwartungen erfüllt, rechnen aber erst im Schlussquartal mit der entscheidenden Bewährungsprobe für die Jahresziele.
Wichtigster Wachstumstreiber war das Segment Vehicle Mobility Systems mit einem Umsatzanstieg um 21,9 Prozent auf 232 Millionen Euro. Das bereinigte EBIT erhöhte sich hier um 28,4 Prozent auf 49 Millionen Euro, womit die operative Marge 21,1 Prozent erreichte. Der Auftragseingang des Segments wuchs um 57 Prozent. Dagegen entwickelte sich Marine & Industry erwartungsgemäß schwach. Konzernweit legten die Bestellungen um 44,6 Prozent auf 469 Millionen Euro zu. Das Verhältnis von Auftragseingang zu Umsatz erreichte damit 1,4. Der freie Cashflow hat sich in den ersten neun Monaten mehr als verdoppelt, wobei mwb research vor einer Überbewertung dieser Entwicklung warnt, da sie wesentlich auf einem geringeren gebundenen Umlaufvermögen beruht.
Die Jahresprognose für das fortgeführte Geschäft mit Vehicle Mobility Systems und Marine & Industry bleibt unverändert. Renk erwartet 2026 einen Umsatz von rund 1,4 Milliarden Euro und ein bereinigtes EBIT zwischen 240 und 255 Millionen Euro. Ohne das zum Verkauf stehende Geschäft mit Gleitlagern wurden in den ersten neun Monaten rund 890 Millionen Euro Umsatz und 146 Millionen Euro bereinigtes EBIT erzielt. Um die obere Hälfte der Jahresprognose zu erreichen, müsste Renk im Schlussquartal nach Berechnungen von mwb research rund 510 Millionen Euro Umsatz und ein bereinigtes EBIT von 100 bis 110 Millionen Euro erwirtschaften. Das entspräche einem Umsatzwachstum von etwa 14 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal und einer operativen Marge von rund 20 Prozent. Die Analysten halten dies für erreichbar.
Auftragsbestand steigt auf 7,6 Milliarden Euro
Der Auftragsbestand erhöhte sich von 6,7 Milliarden Euro Ende 2025 auf 7,6 Milliarden Euro und entspricht damit mehr als dem Fünffachen des Umsatzes der vergangenen zwölf Monate. mwb research hebt insbesondere die verbesserte Zusammensetzung hervor: Festaufträge nahmen stärker zu als Rahmenverträge, während der weniger verbindliche Auftragsbestand unverändert bei 3,6 Milliarden Euro blieb. Damit hat sich die Planungssicherheit gegenüber dem Sommer verbessert. Das Verteidigungsgeschäft steht inzwischen für 77 Prozent des Umsatzes der vergangenen zwölf Monate, das Ersatzteil- und Servicegeschäft für 39 Prozent. Aufträge im Zusammenhang mit der Fregatte F128 und Kampfpanzern sollen dazu beitragen, das Auftragseingangsziel von 2 Milliarden Euro für 2026 ohne das Gleitlagergeschäft zu erreichen.
Für 2026 prognostiziert mwb research einen Konzernumsatz von 1,41 Milliarden Euro und ein EBIT von 253,3 Millionen Euro. In den kommenden beiden Jahren sollen die Erlöse auf 1,66 Milliarden Euro beziehungsweise 1,95 Milliarden Euro steigen, während beim EBIT 311,1 Millionen Euro für 2027 und 381,1 Millionen Euro für 2028 erwartet werden. Der Gewinn je Aktie soll sich von 1,84 Euro im laufenden Jahr über 2,06 Euro im Jahr 2027 auf 2,43 Euro im Jahr 2028 verbessern. Auch bei der Dividende rechnen die Analysten mit steigenden Ausschüttungen: Nach 0,58 Euro je Aktie für 2025 werden für 2026 eine Dividende von 0,92 Euro, für 2027 von 0,93 Euro und für 2028 von 1,09 Euro prognostiziert.
Offen bleibt aus Sicht der Analysten, wie Renk die Erlöse aus dem Verkauf des Gleitlagergeschäfts verwenden will und ob der Konzern künftig stärker in Antriebssysteme für unbemannte Fahrzeuge investieren wird. Antworten darauf erwartet mwb research am 8. Dezember. Den jüngsten Kursrückgang der Renk Aktie um rund 5 Prozent führt das Analystenhaus überwiegend auf die enttäuschenden Geschäftszahlen von Rheinmetall zurück und warnt davor, die Entwicklungen beider Unternehmen gleichzusetzen. Die eigenen Prognosen bleiben ebenso unverändert wie das Kursziel von 53 Euro.
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