Kontron: Prognose bestätigt – Vergleichsgespräche mit Volkswagen
Kontron hat in den ersten neun Monaten 2026 einen Umsatz von 1,10 Milliarden Euro erzielt, nach bereinigten 1,12 Milliarden Euro im Vorjahreszeitraum. Das um Sondereffekte bereinigte EBITDA stieg dagegen von 140,1 Millionen Euro auf 151,0 Millionen Euro. Einschließlich Restrukturierungskosten von 25,1 Millionen Euro fiel das EBITDA mit 125,9 Millionen Euro deutlich niedriger aus als im Vorjahr mit 193,6 Millionen Euro. Der den Aktionären zurechenbare Konzerngewinn sank von 110,8 Millionen Euro auf 52,7 Millionen Euro. Die Vorjahreszahlen waren allerdings durch den Verkauf des COM-Geschäfts und damit verbundene Sondererträge geprägt.
Die angespannte Verfügbarkeit von Speicherchips belastet weiterhin die Auslieferungen und den operativen Cashflow. Ende September hatte Kontron noch nicht ausgelieferte Produkte im Wert von 68,6 Millionen Euro aufgebaut, die überwiegend im vierten Quartal an Kunden gehen sollen. Der operative Cashflow ging in den ersten neun Monaten von 49,7 Millionen Euro auf 4,3 Millionen Euro zurück. Gleichzeitig verbesserte sich die Liquiditätslage durch den Eingang einer ausstehenden Zahlung aus dem Verkauf des COM-Geschäfts. Die liquiden Mittel beliefen sich Ende September auf 246,1 Millionen Euro, die Nettoverschuldung sank auf 135,2 Millionen Euro. Die Eigenkapitalquote erreichte 43,4 Prozent.
Kontron erwartet ab 2027 volle Wirkung der Einsparungen
Das Ende 2025 gestartete Restrukturierungsprogramm im Bereich GreenTec wurde im dritten Quartal abgeschlossen. Kontron rechnet daraus mit jährlichen Kosteneinsparungen von mehr als 30 Millionen Euro, die ab 2027 vollständig wirksam werden sollen. Erste positive Auswirkungen zeigten sich nach Angaben des österreichischen Unternehmens bereits im dritten Quartal. Der Auftragsbestand stieg unterdessen von 2,50 Milliarden Euro zum Jahresende 2025 auf 2,75 Milliarden Euro Ende September 2026. Das Verhältnis von Auftragseingang zu Umsatz lag in den ersten neun Monaten bei 1,23 und signalisiert damit einen Auftragseingang deutlich oberhalb der abgerechneten Umsätze.
Für das Gesamtjahr 2026 bestätigt Kontron seine Prognose mit einem Umsatz von rund 1,6 Milliarden Euro und einem EBITDA von etwa 200 Millionen Euro. Vor den Einmalkosten der Restrukturierung werden 225 Millionen Euro erwartet. Zusätzliche Unsicherheit besteht durch einen Streit mit Volkswagen: Nach Angaben von Kontron nimmt der Autokonzern trotz eines verbindlichen Auftrags nicht die vereinbarten Stückzahlen ab. Im Zuge laufender Vergleichsgespräche könnte deshalb eine Wertberichtigung auf immaterielle Vermögenswerte von bis zu 25 Millionen Euro notwendig werden.
Hinweis auf Interessenskonflikt(e): Der / die Autor(in) oder andere Personen aus der 4investors-Redaktion halten unmittelbar Positionen in Finanzinstrumenten / Derivate auf Finanzinstrumente von Unternehmen, die in diesem Beitrag thematisiert werden und deren Kurse durch die Berichterstattung beeinflusst werden könnten: Kontron.
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