Nordex: Gewinn explodiert, Auftragsbestand erreicht 19,3 Milliarden Euro
Nordex hat im dritten Quartal 2026 den operativen Gewinn mehr als verdoppelt und zugleich einen kräftigen Umsatzanstieg erzielt. Das EBITDA kletterte von 135,9 Millionen Euro auf 278,2 Millionen Euro, die EBITDA-Marge verbesserte sich von 8,0 auf 12,7 Prozent. Der Umsatz wuchs um 28,2 Prozent auf 2,19 Milliarden Euro. Unter dem Strich verdiente der Windkraftanlagenbauer 147,1 Millionen Euro nach 51,7 Millionen Euro im Vorjahresquartal. Auch auf Neunmonatssicht fällt die Ergebnisentwicklung deutlich positiv aus: Bei einem Umsatzplus von 18,7 Prozent auf 5,95 Milliarden Euro stieg das EBITDA um 95,5 Prozent auf 632,7 Millionen Euro. Der Konzernüberschuss erhöhte sich von 90,5 auf 312,3 Millionen Euro.
Das Neugeschäft entwickelte sich ebenfalls stark. Im dritten Quartal erhielt Nordex Aufträge für Windenergieanlagen mit einer Gesamtleistung von 2.810 Megawatt, ein Anstieg um 29,5 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Der Auftragswert im Projektgeschäft erreichte 2,53 Milliarden Euro nach 2,01 Milliarden Euro. Ende September verfügte der Hamburger Konzern über einen Auftragsbestand von insgesamt 19,3 Milliarden Euro, verglichen mit 14,9 Milliarden Euro ein Jahr zuvor. Davon entfielen 12,2 Milliarden Euro auf das Projektgeschäft und 7,1 Milliarden Euro auf den Servicebereich. Der durchschnittliche Verkaufspreis je Megawatt lag mit 0,90 Millionen Euro leicht unter dem Vorjahreswert von 0,93 Millionen Euro.
Nordex steigert Profitabilität in beiden Geschäftsbereichen
Im Projektgeschäft stieg der Quartalsumsatz um 29,9 Prozent auf 1,96 Milliarden Euro, während sich die EBIT-Marge um 2,0 Prozentpunkte auf 13,1 Prozent verbesserte. Das Servicegeschäft erzielte ein Umsatzplus von 8,1 Prozent auf 237,0 Millionen Euro und erreichte eine EBIT-Marge von 20,6 Prozent. Allerdings installierte Nordex mit 331 Windenergieanlagen und einer Gesamtleistung von 2.021 Megawatt weniger Turbinen als im Vorjahresquartal, als 420 Anlagen mit 2.576 Megawatt errichtet worden waren. Gründe waren unter anderem Verzögerungen bei Kunden, Transportgenehmigungen und der Rotorblattfertigung in der Türkei. Der freie Cashflow stieg im dritten Quartal von 149,0 auf 379,1 Millionen Euro. Ende September verfügte Nordex über eine Nettoliquidität von 2,03 Milliarden Euro nach 1,62 Milliarden Euro zum Jahresende 2025.
Die bereits am 15. Oktober angehobene Margenprognose für 2026 bestätigt Nordex. Der Vorstand erwartet weiterhin eine EBITDA-Marge zwischen 11,5 und 12,5 Prozent statt der ursprünglich geplanten 8,0 bis 11,0 Prozent. Die Umsatzprognose bleibt bei 8,2 bis 9,0 Milliarden Euro. Unverändert sind auch die Erwartungen für eine Working-Capital-Quote von weniger als minus 9 Prozent und Investitionen von rund 200 Millionen Euro. Mit der neuen Margenspanne bewegt sich Nordex am oberen Ende seines mittelfristigen Zielkorridors. Das Unternehmen verweist zudem auf seine internationale Expansion mit neuen Aufträgen aus den USA und Neuseeland.
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