Deutz: „FFG wird künftig den Kern des Defense-Geschäfts bilden”
Deutz hat in den ersten neun Monaten 2026 den Umsatz um 11,3 Prozent auf 1,67 Milliarden Euro gesteigert und das bereinigte EBIT um 36,0 Prozent auf 118,2 Millionen Euro verbessert. Die bereinigte EBIT-Marge erhöhte sich von 5,8 auf 7,1 Prozent. Der Auftragseingang des Kölner Konzerns wuchs um 30,4 Prozent auf 1,96 Milliarden Euro, während der Auftragsbestand Ende September mit 790,9 Millionen Euro deutlich über dem Vorjahreswert von 467,9 Millionen Euro lag. Im dritten Quartal beschleunigte sich das Umsatzwachstum auf 12,3 Prozent, das bereinigte EBIT legte um 23,4 Prozent auf 38,5 Millionen Euro zu. Das berichtete Quartals-EBIT sank allerdings wegen höherer Sonderbelastungen von 21,8 auf 13,6 Millionen Euro. Der Quartalsüberschuss ging von 12,3 auf 6,9 Millionen Euro zurück.
Das Neunmonatswachstum wurde von mehreren Geschäftsbereichen getragen. Den größten Umsatzbeitrag zum Zuwachs für Deutz lieferte Energy mit zusätzlichen 72 Millionen Euro, gefolgt von Service mit 42 Millionen Euro sowie Defense und Sonstiges mit 28 Millionen Euro. Engines steuerte weitere 25 Millionen Euro bei. Übernahmen seit Ende des dritten Quartals 2025 brachten insgesamt rund 150 Millionen Euro zusätzlichen Umsatz und knapp 235 Millionen Euro Auftragseingang. Auch höhere Auslastungen und Einsparungen aus dem Future-Fit-Programm verbesserten die Profitabilität. Belastet wurde dagegen die Liquiditätsentwicklung: Der operative Cashflow sank von 76,4 auf 55,8 Millionen Euro, insbesondere wegen höherer Vorräte. Der Free Cashflow vor Übernahmen verschlechterte sich von plus 2,4 auf minus 50,2 Millionen Euro. Einschließlich M&A-Ausgaben betrug der Free Cashflow minus 207,1 Millionen Euro nach minus 127,2 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum.
Deutz erwartet Milliardenumsatz mit FFG ab 2027
Mit dem inzwischen abgeschlossenen Erwerb der Flensburger Fahrzeugbau Gesellschaft (FFG) baut Deutz sein Rüstungsgeschäft erheblich aus. Die bislang größte Übernahme der Unternehmensgeschichte soll bereits 2027 einen zusätzlichen Umsatz von mehr als einer Milliarde Euro bei einer bereinigten EBITDA-Marge von über 20 Prozent liefern. FFG wird künftig den Kern des Defense-Geschäfts bilden, dessen Auftragseingang in den ersten neun Monaten 2026 noch bei vergleichsweise geringen 89,2 Millionen Euro lag. „Bereits 2027 wird uns FFG einen Umsatz von über 1 Milliarden Euro bei einer bereinigten EBITDA-Rendite von über 20 Prozent einbringen und unser Defense-Geschäft so zu einer tragenden Säule werden”, so Deutz-CEO Sebastian Schulte am Donnerstag.
Eine weitere Expansion im Verteidigungsbereich bereitet Deutz mit dem US-Unternehmen Hypercraft vor. Beide Unternehmen haben Ende September eine Absichtserklärung zur Zusammenarbeit bei unbemannten Bodenfahrzeugen unterzeichnet. Darüber hinaus verlängerte der Aufsichtsrat den Vertrag von Finanzvorstand Oliver Neu vorzeitig bis September 2032.
Für das Gesamtjahr 2026 bestätigt Deutz seine Umsatzprognose von 2,3 bis 2,5 Milliarden Euro. Bei der bereinigten EBIT-Marge rechnet der Vorstand nach Abschluss der FFG-Übernahme nun mit einem Wert am oberen Ende der bisherigen Zielspanne von 6,5 bis 8,0 Prozent. Der Free Cashflow vor M&A-Ausgaben soll weiterhin einen hohen zweistelligen Millionen-Euro-Betrag erreichen. Damit setzt Deutz für das Schlussquartal auf eine deutliche Verbesserung der Mittelzuflüsse, nachdem der entsprechende Cashflow nach neun Monaten noch mit 50,2 Millionen Euro im Minus lag. Der Konzernumbau soll das bisher stark vom klassischen Motorengeschäft geprägte Unternehmen künftig breiter aufstellen.
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