SUSS: Rekordaufträge und ein Gewinneinbruch
SUSS hat in den ersten neun Monaten 2026 einen Rekordauftragseingang von 633,5 Millionen Euro erzielt und damit bereits deutlich mehr Bestellungen erhalten als im gesamten bisherigen Jahresverlauf üblich. Allein im dritten Quartal gingen Aufträge im Wert von 223,5 Millionen Euro ein. Der Auftragsbestand erreichte zum 30. September mit 600,6 Millionen Euro einen neuen Höchstwert, das Book-to-Bill-Verhältnis lag bei 2,1. Wachstumstreiber sind vor allem Anlagen für das Advanced Packaging von Halbleitern, insbesondere Coating-Lösungen für KI-Chipmodule. Ein bereits im zweiten Quartal gemeldeter Großauftrag wurde um weitere Anlagen im Wert von rund 50 Millionen Euro erweitert. Ein wesentlicher Teil des Auftragsbestands soll erst 2027 und 2028 umsatzwirksam werden.
Die aktuelle Umsatz- und Ergebnisentwicklung bleibt dagegen deutlich hinter dem Auftragseingang zurück. In den ersten neun Monaten sank der Konzernumsatz von 385,6 Millionen Euro auf 299,8 Millionen Euro, ein Rückgang um 22,3 Prozent. Im dritten Quartal erzielte SUSS Erlöse von 97,0 Millionen Euro. Lieferengpässe bei einzelnen Komponenten verzögerten die Fertigstellung von Anlagen und verschieben Umsätze teilweise bis Anfang 2027. Die Bruttomarge erreichte nach neun Monaten 37,0 Prozent nach 36,8 Prozent im Vorjahr. Die EBIT-Marge fiel hingegen deutlich von 15,2 auf 6,1 Prozent. Dazu trugen unter anderem höhere Forschungs- und Entwicklungskosten bei, die von 34,2 Millionen Euro auf 38,0 Millionen Euro stiegen. Der Gewinn brach auf Neunmonatsbasis von 40,1 Millionen Euro auf 10,2 Millionen Euro ein - je SUSS Aktie von 2,10 Euro auf 0,53 Euro. Für das dritte Quartal meldet das TecDX-Unternehmne einen Gewinneinrbuch von 11 Millionen Euro auf 1,4 Millionen Euro bzw. je Aktie von 0,57 Euro auf 0,07 Euro.
Der Free Cashflow verbesserte sich von minus 28,1 Millionen Euro auf plus 65,3 Millionen Euro, vor allem durch Kundenanzahlungen für Coater-Projekte. Mit einem Zahlungsmittelbestand von 160,4 Millionen Euro zum Ende des dritten Quartals verfügt SUSS über deutlich mehr liquide Mittel als Ende 2025, als der Bestand bei 98,7 Millionen Euro gelegen hatte.
„Die anhaltend hohe Nachfrage nach unseren Lösungen bestätigt unsere strategische Ausrichtung und bildet eine starke Grundlage für nachhaltiges profitables Wachstum. Da ein wesentlicher Teil der Aufträge aufgrund der Projektlaufzeiten erst ab 2027 umsatzwirksam wird, verfügen wir bereits heute über eine sehr gute Ausgangsbasis für die kommenden Jahre”, sagt Burkhardt Frick, CEO von SUSS.
SUSS verlagert Produktion nach Taiwan und Sternenfels
Um die Fertigung auf das erwartete Wachstum vorzubereiten, konzentriert SUSS sein Produktionsnetzwerk künftig auf die Standorte Sternenfels und Zhubei in Taiwan. Die Produktion der Mask Aligner soll im Laufe des Jahres 2027 schrittweise von Garching nach Zhubei verlagert werden, während die bisherige Modulfertigung aus Garching nach Sternenfels umzieht. Für die Neuordnung rechnet das Unternehmen mit einmaligen Aufwendungen von insgesamt rund 6,2 Millionen Euro, davon voraussichtlich 4,5 Millionen Euro im laufenden Geschäftsjahr. Parallel baut SUSS Produktions-, Lager- und Logistikkapazitäten aus und erweitert seine Lieferantenbasis, um Engpässe bei kritischen Komponenten zu reduzieren.
Die bereits am 27. Oktober 2026 angepasste Jahresprognose bestätigt SUSS mit den jetzt veröffentlichten Quartalszahlen. Für das Gesamtjahr erwartet der Vorstand weiterhin einen Umsatz zwischen 405 und 425 Millionen Euro, eine Bruttomarge von 35 bis 37 Prozent und eine EBIT-Marge zwischen 5 und 7 Prozent. Die Prognose berücksichtigt sowohl die erwarteten Umsatzverschiebungen infolge der angespannten Lieferkette als auch die für 2026 vorgesehenen Einmalaufwendungen aus der Produktionsverlagerung.
4investors.de als bevorzugte Quelle bei Google festlegen
Damit sehen Sie unsere Börsen- und Aktiennews häufiger in Ihren Google-Suchergebnissen.
SUSS Microtec (ehem. Süss) Aktie: Kurs, Chart und Kennzahlen
