SGL Carbon: „Über unseren Erwartungen liegende Nachfrage”
SGL Carbon hat in den ersten neun Monaten 2026 bei rückläufigen Umsätzen wieder schwarze Zahlen geschrieben. Der Konzernumsatz sank um 8,9 Prozent von 652,9 Millionen Euro auf 594,8 Millionen Euro, insbesondere wegen der bereits 2025 eingestellten defizitären Carbonfaser-Aktivitäten. Das berichtete EBIT verbesserte sich dagegen von minus 15,3 Millionen Euro auf plus 66,1 Millionen Euro, da die Sonderbelastungen aus der Restrukturierung deutlich geringer ausfielen. Unter dem Strich erzielte SGL Carbon einen Konzerngewinn von 31,3 Millionen Euro nach einem Verlust von 51,3 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. Das bereinigte EBITDA ging lediglich um 2,1 Prozent auf 106,3 Millionen Euro zurück, während die bereinigte EBITDA-Marge von 16,6 auf 17,9 Prozent stieg. Im dritten Quartal erreichte der Umsatz mit 200,6 Millionen Euro wieder das Vorjahresniveau von 199,7 Millionen Euro.
Wesentlichen Anteil an der Ergebnisentwicklung hatte Graphite Solutions. Der Geschäftsbereich steigerte den Umsatz um 10,0 Prozent auf 358,3 Millionen Euro und das bereinigte EBITDA um 23,5 Prozent auf 71,9 Millionen Euro. Darin enthalten sind ergebniswirksame Ausgleichszahlungen von Halbleiterkunden in Höhe von 30,4 Millionen Euro aus angepassten Lieferverträgen. Auch Fiber Composites verbesserte trotz eines Umsatzrückgangs um 30,2 Prozent auf 147,0 Millionen Euro das bereinigte EBITDA deutlich von 17,8 auf 28,7 Millionen Euro. Belastend entwickelte sich dagegen Process Technology: Hier brach der Umsatz wegen der schwachen Nachfrage aus der Chemieindustrie um 27,7 Prozent auf 74,0 Millionen Euro ein, das bereinigte EBITDA sank von 28,0 auf 11,2 Millionen Euro. Der Free Cashflow des Konzerns stieg von 12,5 auf 38,0 Millionen Euro. Die Nettofinanzschulden gingen seit Jahresbeginn von 98,9 auf 78,5 Millionen Euro zurück.
Die bereits am 6. Oktober angehobene Ergebnisprognose bestätigt SGL Carbon. „Die Geschäftsentwicklung im 3. Quartal 2026, eine über unseren Erwartungen liegende Nachfrage nach unseren Produkten insbesondere im Halbleiter- und Nuklearbereich sowie die ersten finanziellen Erfolge aus der Implementierung unserer SGL Growth 2030 Strategie haben uns dazu veranlasst, die Ergebnisprognose für das Gesamtjahr 2026 anzuheben”, sagt Andreas Klein, Vorstandsvorsitzender der SGL Carbon SE, am Donnerstag.
Für 2026 erwartet das Unternehmen weiterhin ein bereinigtes EBITDA zwischen 130 und 140 Millionen Euro statt der ursprünglich prognostizierten 110 bis 130 Millionen Euro. Der Jahresumsatz soll am oberen Ende der bisherigen Spanne von 720 bis 770 Millionen Euro liegen. Die im Oktober ebenfalls angehobene Free-Cashflow-Prognose berücksichtigt den Verkauf des ehemaligen Carbonfaser-Standorts Moses Lake in den USA, für den SGL Carbon eine erste Kaufpreistranche von 45 Millionen Dollar erhalten hat. Die Mittelfristplanung bis 2030 bleibt unverändert.
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