Hensoldt hebt Prognose nach kräftigem Auftragsboom an
Hensoldt hat nach einem starken Neunmonatsgeschäft seine Prognose für 2026 angehoben. Der Rüstungselektronikkonzern erwartet nun einen Jahresumsatz von rund 2,8 Milliarden Euro statt bisher 2,75 Milliarden Euro. Die bereinigte EBITDA-Marge soll rund 19,0 Prozent erreichen, nachdem bislang eine Spanne von 18,5 bis 19,0 Prozent gegolten hatte. Beim Verhältnis von Auftragseingang zu Umsatz, dem Book-to-Bill, rechnet Hensoldt mit einem Wert am oberen Ende der bisherigen Prognosespanne von 1,5 bis 2,0. Dies gilt auch für den Fall, dass sich der erwartete Auftrag für das Aufklärungssystem PEGASUS auf Anfang 2027 verschiebt. Bei einer Beauftragung noch 2026 könnte das Book-to-Bill-Verhältnis auf rund 2,3 steigen. Die Prognose für die Cash Conversion von rund 50 Prozent des bereinigten EBITDA bleibt unverändert.
„Die strukturell hohen Verteidigungsausgaben in Deutschland und Europa füllen weiter unsere Auftragsbücher. Das schlägt sich jetzt zunehmend auch im Umsatz nieder, wie unsere Neunmonatszahlen zeigen. Für unsere Kunden wird immer wichtiger, wie schnell neue Fähigkeiten bei den Streitkräften ankommen – und in welcher Menge und Qualität. Hier zeigen unsere Investitionen in zusätzliche Kapazitäten Wirkung: Wir fertigen und liefern deutlich mehr”, sagt hensoldt-CEO Oliver Dörre am Donnerstag.
In den ersten neun Monaten 2026 steigerte Hensoldt den Umsatz um 21,3 Prozent auf 1,863 Milliarden Euro. Das bereinigte EBITDA wuchs mit 33,0 Prozent auf 281 Millionen Euro deutlich stärker, die entsprechende Marge verbesserte sich von 13,7 auf 15,1 Prozent. Im dritten Quartal erreichte die bereinigte EBITDA-Marge sogar 20,6 Prozent nach 17,6 Prozent im Vorjahresquartal. Das bereinigte EBIT erhöhte sich im Neunmonatszeitraum um 45,4 Prozent auf 177 Millionen Euro. Der bereinigte Free Cashflow blieb mit minus 104 Millionen Euro negativ, verbesserte sich aber gegenüber dem Vorjahreswert von minus 119 Millionen Euro. Im dritten Quartal erzielte Hensoldt einen positiven bereinigten Free Cashflow von 32 Millionen Euro.
Hensoldt: Auftragsbestand steigt über zehn Milliarden Euro
Besonders kräftig entwickelte sich das Neugeschäft bei Hensoldt. Der Auftragseingang stieg um 76,7 Prozent von 2,017 Milliarden Euro auf 3,564 Milliarden Euro. Der Auftragsbestand erreichte mit 10,367 Milliarden Euro einen neuen Höchstwert und lag damit 46,1 Prozent über dem Vorjahresniveau. Das Book-to-Bill-Verhältnis erhöhte sich von 1,3 auf 1,9. Zu den wichtigsten Auftragstreibern gehörten das Eurofighter-Programm sowie Bestellungen für die Schützenpanzer Schakal und Puma. Im Segment Sensors legte der Auftragseingang um 54,5 Prozent auf 2,631 Milliarden Euro zu. Noch stärker wuchs Optronics mit einem Anstieg um 252,7 Prozent auf 1,157 Milliarden Euro. Hier erreichte das Book-to-Bill-Verhältnis 3,3.
„Das bereinigte EBITDA wächst spürbar stärker als der Umsatz, getrieben durch Skaleneffekte und ein diszipliniertes Kostenmanagement. In beiden Segmenten ist die Marge gestiegen, in Optronics hat sie sich mehr als verdoppelt. Der Auftragsbestand auf Rekordniveau gibt uns zudem die Planungssicherheit, Technologie und Kapazitäten gezielt auszubauen”, so Christian Ladurner, CFO von Hensoldt.
Auch operativ verzeichneten beide Sparten deutliche Zuwächse. Sensors steigerte den Umsatz um 15,5 Prozent auf 1,522 Milliarden Euro und das bereinigte EBITDA um 18,5 Prozent auf 236 Millionen Euro. Die bereinigte EBITDA-Marge verbesserte sich leicht von 15,1 auf 15,5 Prozent. Bei Optronics kletterte der Umsatz um 52,4 Prozent auf 354 Millionen Euro, während das bereinigte EBITDA von 12 Millionen Euro auf 45 Millionen Euro zunahm. Die Marge stieg hier von 5,1 auf 12,6 Prozent. Neben höheren Produktionsvolumina trugen Skaleneffekte zur Ergebnisverbesserung bei. Hensoldt bestätigt zudem seine mittelfristigen Ziele sowie die angestrebte Ausschüttungsquote von 30 bis 40 Prozent des bereinigten Nettoergebnisses.
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