Rheinmetall Aktie stürzt nach Gewinnwarnung ab - trotz Rekordgewinn
Rheinmetall hat in den ersten neun Monaten 2026 den Umsatz um 38 Prozent auf 8,376 Milliarden Euro gesteigert, nach 6,057 Milliarden Euro im Vorjahreszeitraum. Das operative Konzernergebnis legte um 68 Prozent von 795 Millionen Euro auf den Rekordwert von 1,339 Milliarden Euro zu. Die operative Ergebnismarge verbesserte sich von 13,1 auf 16,0 Prozent. Auch beim Ergebnis je Aktie aus fortgeführten Aktivitäten verzeichnete der Düsseldorfer Rüstungskonzern einen deutlichen Anstieg von 7,83 Euro auf 14,44 Euro. Der operative Free Cashflow verschlechterte sich dagegen von minus 798 Millionen Euro auf minus 1,698 Milliarden Euro. Rheinmetall begründet dies unter anderem mit dem Aufbau von Vorräten für das geplante Wachstum und höheren Mittelbindungen im Working Capital.
Das Neugeschäft entwickelte sich ebenfalls positiv. Die sogenannte Rheinmetall Nomination, die neben festen Auftragseingängen auch neu abgeschlossene Rahmenverträge umfasst, erhöhte sich um 19 Prozent von 16,0 Milliarden Euro auf 19,1 Milliarden Euro. Der Rheinmetall Backlog, der zusätzlich zum Auftragsbestand erwartete Abrufe aus Rahmenverträgen berücksichtigt, erreichte zum 30. September 2026 ein Volumen von 78,0 Milliarden Euro nach 56,7 Milliarden Euro ein Jahr zuvor. Besonders stark entwickelte sich das Segment Vehicle Systems, dessen Nomination sich auf 7,907 Milliarden Euro mehr als vervierfachte. Dazu trugen unter anderem Aufträge für Puma-Schützenpanzer und 298 Lynx-Schützenpanzer für Rumänien bei.
Rheinmetall: Luftverteidigung wächst besonders stark
Bei den operativen Sparten verzeichnete Air Defence mit 63 Prozent auf 731 Millionen Euro das höchste prozentuale Umsatzwachstum. Das operative Ergebnis stieg hier von 59 Millionen Euro auf 135 Millionen Euro, die Marge von 13,2 auf 18,5 Prozent. Weapon and Ammunition erhöhte den Umsatz um 34 Prozent auf 2,705 Milliarden Euro und das operative Ergebnis von 440 Millionen Euro auf 634 Millionen Euro. Die operative Marge erreichte 23,4 Prozent. Vehicle Systems steigerte den Umsatz um 20 Prozent auf 3,898 Milliarden Euro und das operative Ergebnis auf 466 Millionen Euro. Digital Systems meldete einen Umsatzanstieg um 29 Prozent auf 1,328 Milliarden Euro bei einem operativen Ergebnis von 118 Millionen Euro. Die seit Ende Februar einbezogene Marinesparte Naval Systems steuerte 679 Millionen Euro Umsatz und 71 Millionen Euro operatives Ergebnis bei.
An der bereits am Mittwochabend veröffentlichten Gewinnwarnung ändert der vollständige Quartalsbericht nichts. Rheinmetall erwartet für 2026 weiterhin einen Konzernumsatz von rund 13,2 Milliarden Euro statt der zuvor prognostizierten 13,7 bis 14,2 Milliarden Euro. Die operative Marge soll rund 18,5 Prozent erreichen, nachdem bislang etwa 19 Prozent angepeilt worden waren. Damit würde sie auf dem Vorjahresniveau liegen. Ursache der Prognosesenkung sind Verzögerungen beim Bundeswehrprojekt Arminius sowie bei der Abnahme von Artilleriemunition. Die entsprechenden Umsatzbeiträge werden nun erst für 2027 erwartet.
Der Aktienkurs von Rheinmetall kam bereits gestern Abend nach der Gewinnwarnung unter Druck und beendete den Tradegate-Handel mit 947 Euro weit unter dem XETRA-Schlusskurs von 1.003,40 Euro. Aktuell werden im frühen Handel 929,40 Euro notiert. Das Doppeltief bei 900/909 Euro aus Juni/Oktober steht damit erneut im Brennpunkt. Ein Rutsch hierunter wäre ein massives Verkaufssignal für die DAX-notierte Rüstungsaktie.
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