Moderna: WHO-Expertengremium empfiehlt Ebola-Impfstoff für Phase-2/3-Studie
Moderna hat bei der Entwicklung eines Impfstoffs gegen das Bundibugyo-Ebolavirus einen weiteren Schritt erreicht. Eine technische Beratergruppe der Weltgesundheitsorganisation WHO empfiehlt, den experimentellen mRNA-Impfstoff mRNA-1469 in die Phase-2/3-Wirksamkeitsstudie Tumaini in der Demokratischen Republik Kongo aufzunehmen. Grundlage der Empfehlung sind präklinische Untersuchungen und erste klinische Ergebnisse. Die Entscheidung des Expertengremiums erfolgte nach einer Prüfung der verfügbaren Daten am 22. Oktober 2026. Voraussetzung für die Teilnahme an der Studie ist die Genehmigung durch die zuständigen Aufsichtsbehörden.
In einer ersten klinischen Phase-1-Studie mit gesunden Erwachsenen im Alter zwischen 18 und 65 Jahren in Kanada wurde mRNA-1469 bei allen untersuchten Dosierungen im Allgemeinen gut vertragen. Bereits eine einzelne Impfdosis löste deutliche, gegen das Bundibugyo-Virus gerichtete Antikörperreaktionen aus. Ob der Impfstoff tatsächlich vor einer Erkrankung schützt, soll nun in der randomisierten, verblindeten und aktiv kontrollierten Tumaini-Studie untersucht werden. Dabei werden mehrere Impfstoffkandidaten im Rahmen einer sogenannten Ringimpfung bei Kontaktpersonen bestätigter Infektionsfälle geprüft. Für das Bundibugyo-Ebolavirus, das zu den beim Menschen krankheitsauslösenden Orthoebolaviren gehört, gibt es bislang keinen speziell zugelassenen Impfstoff.
Die Entwicklung erfolgt im Rahmen einer erweiterten Zusammenarbeit des US-Biotechnologie-Unternehmens Moderna mit der Coalition for Epidemic Preparedness Innovations (CEPI). Die Organisation hat Finanzmittel von bis zu 58,5 Millionen Dollar für präklinische Untersuchungen, Phase-1-Studien in Kanada und Uganda sowie die Herstellung zusätzlicher Impfdosen für die Tumaini-Studie zugesagt. Die Wirksamkeitsstudie wird von CEPI separat finanziell unterstützt und unter Aufsicht des kongolesischen Gesundheitsministeriums gemeinsam vom nationalen biomedizinischen Forschungsinstitut INRB und der Universität Antwerpen getragen. Moderna stellt den Impfstoff bereit und unterstützt dessen klinische Prüfung. Parallel arbeitet das Unternehmen mit CEPI, der Impfallianz Gavi und weiteren Partnern an Beschaffungs- und Lieferstrukturen, um bei nachgewiesener Wirksamkeit und behördlicher Zulassung eine schnelle Versorgung betroffener Bevölkerungsgruppen zu ermöglichen.
