Evonik Aktie: Geschäftsaussichten überschatten BASF-Übernahmefantasie
Bei der Evonik Aktie gehen die Einschätzungen der Analysten nach den Quartalszahlen und dem bekannt gewordenen Übernahmeinteresse von BASF deutlich auseinander. Die DZ Bank hat ihre Kaufempfehlung gestrichen und stuft den Spezialchemiekonzern nur noch mit „Halten“ ein. Hintergrund ist die begrenzte Aussicht auf einen höheren Übernahmepreis, nachdem Evonik ein Angebot von 24 Euro je Aktie abgelehnt hat. Gleichzeitig fallen die operativen Ergebnisse etwas schwächer aus als erwartet, während der Jahresausblick auf ein schwieriges Schlussquartal hindeutet. Deutsche Bank, Jefferies und JPMorgan bestätigen ihre bisherigen Einstufungen. Die Bewertungen der vier Häuser reichen von 14 bis 22 Euro. Der Durchschnitt von 18,50 Euro liegt 13,1 Prozent unter dem aktuellen XETRA-Kurs von 21,28 Euro.
Kursziele der Analysten zur Evonik Aktie
| Analyst | Votum | Kursziel | Potenzial |
|---|---|---|---|
| Deutsche Bank | Hold | 18,00 Euro | -15,4 % |
| DZ Bank | Halten | 22,00 Euro (fairer Wert) | +3,4 % |
| Jefferies | Buy | 20,00 Euro | -6,0 % |
| JPMorgan | Underweight | 14,00 Euro | -34,2 % |
| Durchschnitt (4 Häuser) | 18,50 Euro | -13,1 % |
Die DZ Bank sieht nach der Ablehnung des BASF-Angebots von 24 Euro je Evonik Aktie nur begrenzte Chancen auf eine höhere Übernahmeprämie. Gleichzeitig wächst aus Sicht des Analystenhauses das Risiko eines Kursrückgangs, falls die Übernahmefantasie nachlässt. Deshalb erfolgt die Abstufung von „Kaufen“ auf „Halten“, während der faire Wert von 22 Euro unverändert bleibt. Dieser berücksichtigt ausdrücklich keinen möglichen Übernahmeaufschlag. Gegenüber dem aktuellen Aktienkurs entspricht die Bewertung der DZ Bank lediglich einem rechnerischen Potenzial von 3,4 Prozent.
Evonik: Analysten erwarten schwaches Schlussquartal
Auch die Geschäftszahlen liefern den Analysten wenig Anlass für höhere Erwartungen. Nach Berechnungen der Deutschen Bank lag das Ergebnis des dritten Quartals um rund 1 Prozent unter dem Marktkonsens. Zudem bleibt der Mittelwert der für 2026 prognostizierten bereinigten EBITDA-Spanne leicht hinter den bisherigen Markterwartungen zurück. Die Deutsche Bank bestätigt deshalb ihre Einstufung „Hold“ mit einem Kursziel von 18 Euro.
Jefferies kommt ebenfalls zu dem Ergebnis, dass das bereinigte EBITDA die Konsensschätzung knapp verfehlt hat, hält aber an der Kaufempfehlung und dem Kursziel von 20 Euro fest.
JPMorgan bewertet die Perspektiven von Evonik weiterhin am skeptischsten. Zwar lagen das organische Wachstum und das bereinigte EBITDA im dritten Quartal weitgehend im Rahmen der eigenen Prognosen und der Markterwartungen. Aus dem bestätigten Jahresausblick ergibt sich nach Einschätzung des Analystenhauses jedoch ein schwächeres viertes Quartal als bislang angenommen. JPMorgan belässt die Evonik Aktie daher auf „Underweight“ mit einem Kursziel von 14 Euro. Damit liegt die Bewertung rund 34 Prozent unter dem aktuellen Börsenkurs.
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