BMW senkt Margenprognose deutlich - Neue Klasse beschleunigt Konzernumbau
BMW hat seine Ergebnisprognose für das Geschäftsjahr 2026 deutlich gesenkt. Der Münchener Automobilkonzern erwartet für das Segment Automobile nur noch eine EBIT-Marge zwischen minus 0,5 und plus 0,5 Prozent, nachdem bislang 1 bis 3 Prozent angepeilt worden waren. Auch die Prognose für die Kapitalrendite (RoCE) wird von 1 bis 5 Prozent auf minus 1 bis plus 1 Prozent reduziert. Hintergrund sind nach Angaben des DAX-Konzerns aus München zusätzliche Portfolio- und Strukturmaßnahmen, die das Ergebnis im vierten Quartal durch nicht-operative Effekte belasten werden. Vor diesen Maßnahmen rechnet BMW weiterhin mit einer operativen Marge von mehr als 2 Prozent. Die Free-Cashflow-Prognose für das Automobilgeschäft bleibt mit mehr als 2,5 Milliarden Euro unverändert.
Auslöser der beschleunigten Umstrukturierung ist nach Unternehmensangaben die hohe Nachfrage nach den Modellen der Neuen Klasse. BMW hat deshalb zusätzliche Produktionsschichten eingeführt und kann den Hochlauf der neuen Fahrzeuggeneration schneller als ursprünglich vorgesehen vorantreiben. Im Gegenzug sollen ältere Fahrzeug- und Technologiegenerationen, darunter bestimmte Modelle mit Gen5-Batterietechnologie, früher auslaufen. Parallel will BMW seine organisatorische Neuaufstellung beschleunigen und unter anderem Managementfunktionen schneller verschlanken. Die Neue Klasse mit ihrer Gen6-Technologie soll in den kommenden Jahren durch höhere Kosteneffizienz zur Verbesserung der Profitabilität beitragen.
Neben den Ergebniskennzahlen korrigiert BMW auch seine Absatzprognosen. Bei den Automobilauslieferungen erwartet der Konzern nun einen moderaten statt eines leichten Rückgangs gegenüber 2025. Der Anteil vollelektrischer Fahrzeuge soll dagegen leicht steigen, nachdem bislang mit einem unveränderten Anteil gerechnet worden war. Für das Motorradgeschäft prognostiziert BMW nun ebenfalls einen leichten Absatzrückgang statt einer stabilen Entwicklung. Zugleich sollen die CO2-Emissionen aus Lieferkette und Nutzungsphase leicht sinken. Weitere Einzelheiten zur Geschäftsentwicklung und zu den beschlossenen Maßnahmen will BMW mit dem Quartalsbericht am 4. November veröffentlichen.
