Apple Aktie: iPhone-Rekordgeschäft trifft auf Margendruck
Apple hat mit seinen jüngsten Quartalszahlen die Erwartungen übertroffen und stellt für das laufende Weihnachtsquartal einen neuen Umsatzrekord in Aussicht. HSBC bestätigt deshalb die Kaufempfehlung für die Apple Aktie, senkt das Kursziel allerdings von 366 auf 360 Dollar. Beim aktuellen NASDAQ-Kurs von 332,25 Dollar ergibt sich damit nur noch ein rechnerisches Aufwärtspotenzial von 8,4 Prozent. Ausschlaggebend für die niedrigere Bewertung sind gestiegene Speicherpreise und Engpässe in der Produktion, die trotz kräftiger iPhone-Nachfrage auf die Profitabilität drücken. HSBC sieht weiterhin gute Wachstumschancen durch neue Geräte und KI-Funktionen, erwartet aber geringere Margen als bislang.
Im vierten Quartal des Geschäftsjahres 2025/2026 steigerte Apple seinen Umsatz um 11,7 Prozent und übertraf damit sowohl die eigene Wachstumsprognose von 9 bis 11 Prozent als auch den Analystenkonsens um 0,8 Prozent. Besonders stark entwickelte sich das iPhone-Geschäft, das 50,3 Prozent des Konzernumsatzes ausmachte und um 17,5 Prozent wuchs. Damit erzielte Apple einen neuen Umsatzrekord für ein Septemberquartal. In China legten die iPhone-Erlöse sogar um 21 Prozent zu, nachdem bereits im Vorquartal ein Plus von 22 Prozent erreicht worden war. Das Servicegeschäft, das 27,5 Prozent zum Konzernumsatz beitrug, wuchs dagegen mit 9,8 Prozent langsamer als im Vorquartal mit 12,5 Prozent. Hier wirkten sich Wechselkurse und Lizenzgeschäfte belastend aus.
Die konzernweite Bruttomarge erreichte 47,9 Prozent und lag damit am oberen Ende der Unternehmensprognose von 47 bis 48 Prozent. Dabei erzielte das Produktgeschäft eine Marge von 37,2 Prozent, während die Services auf 76 Prozent kamen. Allerdings profitierte die Konzernmarge von einer Erstattung bereits gezahlter Zölle, die rund einen Prozentpunkt beisteuerte. Der Gewinn je Aktie stieg um 13,6 Prozent auf 2,10 Dollar und übertraf die Markterwartungen um 5 Prozent. Für das erste Quartal des neuen Geschäftsjahres 2026/2027 erwartet Apple ein Umsatzwachstum von 7 bis 10 Prozent und liegt damit über der Konsensprognose von 6,5 Prozent. Bei der Bruttomarge stellt der Konzern dagegen lediglich 45 bis 46 Prozent in Aussicht, während der Markt bislang mit 46,6 Prozent gerechnet hatte.
Apple: Neue iPhones und KI sollen Wachstum 2027 antreiben
HSBC sieht in der breiten Produktpalette einen wesentlichen Wachstumstreiber für das kommende Geschäftsjahr. Besonders wichtig sei das faltbare iPhone Duo, dessen Marktstart nach Angaben des Managements auf eine starke erste Nachfrage gestoßen ist. Apple arbeitet deshalb daran, die Produktion schneller hochzufahren. Die Analysten betrachten das Gerät nicht nur als Erweiterung des Smartphone-Angebots, sondern auch als strategischen Schritt, um bildschirmbasierte Bedienkonzepte gegenüber neuen, stärker sprachgesteuerten KI-Geräten wettbewerbsfähig zu halten. Weitere iPhone-Modelle im April sowie die Integration von Apple Intelligence und einer stärker agentenbasierten Siri sollen zusätzliche Kaufanreize schaffen. Gleichzeitig begrenzen Produktionskapazitäten und steigende Speicherpreise die kurzfristigen Möglichkeiten, von der Nachfrage zu profitieren.
Die Belastungen schlagen sich in den überarbeiteten HSBC-Prognosen nieder. Das Analystenhaus reduziert seine Bruttogewinnschätzung um 2,9 Prozent und senkt die Erwartung für den bereinigten Gewinn je Aktie im Geschäftsjahr 2026/2027 von 11,22 auf 10,91 Dollar. Für die Bewertung legt HSBC nun ein Kurs-Gewinn-Verhältnis von 33,7 zugrunde, nach zuvor 33,5. Zusätzlich berücksichtigt die Bank weiterhin einen Bewertungsabschlag von 2,5 Prozent für regulatorische Risiken. Daraus ergibt sich das neue Kursziel von 360 Dollar. Trotz der niedrigeren Gewinnschätzungen hält HSBC an der Kaufempfehlung fest, da neue KI-Funktionen und die Produktpipeline einen weiteren Austauschzyklus bei iPhones auslösen und Apples Preissetzungsmacht stützen könnten. Auch die Bilanz bietet Spielraum: Apple verfügt laut HSBC über liquide Mittel von 137 Milliarden Dollar bei Finanzschulden von 80 Milliarden Dollar.
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