Berentzen-Übernahme: Vorstand und Aufsichtsrat empfehlen Sazerac-Angebot
Vorstand und Aufsichtsrat der Berentzen-Gruppe empfehlen den Aktionären, das Übernahmeangebot des US-Spirituosenkonzerns Sazerac anzunehmen. Die über die Sazerac Germany Holding GmbH angebotenen 5,55 Euro je Aktie werden in der am Dienstag veröffentlichten gemeinsamen Stellungnahme als angemessen und fair bewertet. Der Angebotspreis liegt 68 Prozent über dem unbeeinflussten volumengewichteten Xetra-Dreimonatsdurchschnittskurs vor dem 16. September 2026, als die Übernahmegespräche erstmals öffentlich bekannt wurden. Die Einschätzung der Gremien des Unternehmens aus Haselünne stützt sich unter anderem auf historische Börsenkurse, einen Vergleich mit anderen Unternehmen sowie eine unabhängige Fairness Opinion des Finanzberaters ValueTrust.
Die Annahmefrist läuft seit dem 23. Oktober und endet am 20. November 2026 um 24 Uhr. Aktionäre können ihre Berentzen-Aktien über ihre Depotbank zum Verkauf einreichen. Voraussetzung für den Erfolg des freiwilligen öffentlichen Übernahmeangebots ist unter anderem eine Mindestannahmequote von 50 Prozent plus einer Berentzen Aktie. Die Vereinbarung über den geplanten Unternehmenszusammenschluss hatten Berentzen und Sazerac bereits am 21. September geschlossen.
Der Vollzug der Transaktion wird für das vierte Quartal 2026 erwartet. Anschließend beabsichtigt Sazerac, die Berentzen Aktie von der Börse zu nehmen. Ob das Delisting tatsächlich dazu führt, dass die Aktie nicht mehr handelbar ist, bleibt abzuwarten. Immer wieder kam es nach solchen Deals zu einer Fortsetzung bzw. Wiederaufnahme des Handels an der Hamburger Börse im Freiverkehr. Ob das auch in diesem Fall so sein wird, ist derzeit offen.
Vorstand und Aufsichtsrat begründen ihre Empfehlung neben dem Angebotspreis auch mit den wirtschaftlichen Perspektiven der Berentzen-Gruppe. Dabei verweisen sie auf das schwierige Marktumfeld in Deutschland und Europa sowie mögliche Belastungen durch eine angekündigte Erhöhung der Alkoholsteuer und die geplante Einführung einer Zuckerabgabe. Sazerac will nach Angaben der Berentzen-Gremien die bestehenden Produktionsstandorte, Marken und das europäische Vertriebsnetz weiterentwickeln.
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