TeamViewer senkt Prognose für 2026, Aktie stürzt wieder mal ab
TeamViewer hat seine Umsatzprognose für 2026 gesenkt, was der Aktie heute einen kleinen Crash einbringt. Aktuell werden mehr als 24 Prozent Kursverlust auf 5,485 Euro im XETRA-Handel notiert bei einem bisherigen Tagestief bei 5,38 Euro. Der seit dem Jahr 2020 tief gefallene Aktienkurs des Unternehmens aus Göppingen hatte sich zuvor seit dem Tief aus dem März bei 4,086 Euro auf erst letzte Woche erreichte 7,74 Euro beinahe verdoppelt. Ihr Allzeithoch verzeichnete die Aktie im Sommer 2020 bei 54,85 Euro.
„Unsere Strategie liefert konkrete Ergebnisse: Seit mehreren Quartalen verzeichnen wir eine starke Dynamik im Neugeschäft mit TeamViewer ONE und DEX, ein deutliches ARR-Wachstum bei unseren Kunden mit dem höchsten ARR und eine Stabilisierung des SMB-Geschäfts. Diese Trends haben sich im dritten Quartal fortgesetzt. Gleichzeitig sind wir noch nicht dort, wo wir sein müssen: Die Konvertierung unserer Pipeline ist weiterhin zu langsam und unsere Kundenbindung zu niedrig”, sagt TeamViewer-CEO Oliver Steil am Dienstag zum Geschäftsverlauf. Dies belaste „unsere Aussichten für das vierte Quartal”.
Der TecDAX-notierte Softwarekonzern erwartet nun einen währungsbereinigten Umsatzrückgang von 1 bis 2 Prozent gegenüber dem Vorjahr, nachdem bislang ein Wachstum von 0 bis 3 Prozent in Aussicht gestellt worden war. Grundlage ist der Pro-forma-Umsatz 2025 von 767,5 Millionen Euro. Als Gründe nennt TeamViewer Verzögerungen beim Abschluss größerer Verträge mit Unternehmenskunden sowie die wirtschaftliche Unsicherheit in Europa, die das vierte Quartal belasten dürfte. Die Prognose für die bereinigte EBITDA-Marge von rund 43 Prozent wird dagegen bestätigt.
„Wachstum 2027 und darüber hinaus beschleunigen”
Im dritten Quartal 2026 sank der Umsatz auf 184,5 Millionen Euro nach pro forma 192,0 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. Das entspricht einem nominalen Rückgang von 3,9 Prozent beziehungsweise 2,2 Prozent auf währungsbereinigter Basis. Das bereinigte EBITDA verringerte sich um 10 Prozent auf 78,9 Millionen Euro, die entsprechende Marge ging von 45,7 auf 42,8 Prozent zurück. Das EBIT sank von 66,1 auf 63,3 Millionen Euro. Unter dem Strich stieg der Konzerngewinn dagegen von 28,7 auf 36,0 Millionen Euro, während das bereinigte Konzernergebnis um 18 Prozent auf 43,1 Millionen Euro zurückging. Der Levered Free Cashflow verbesserte sich um 29 Prozent auf 27,3 Millionen Euro. Die Nettofinanzverbindlichkeiten reduzierten sich gegenüber dem Vorjahr um 16 Prozent auf 819 Millionen Euro.
Der jährlich wiederkehrende Umsatz (ARR) lag Ende September bei 736,9 Millionen Euro und damit nominal 2,6 Prozent unter dem Vorjahreswert. Währungsbereinigt betrug der Rückgang 0,6 Prozent. Im Geschäft mit großen Unternehmenskunden, die jeweils mehr als 200.000 Euro ARR erzielen, verzeichnete TeamViewer dagegen ein währungsbereinigtes Wachstum von 13 Prozent. Das Neugeschäft und die zusätzlichen Verkäufe bestehender Kunden im Bereich TeamViewer ONE und Digital Employee Experience (DEX) haben sich währungsbereinigt gegenüber dem Vorjahr versechsfacht. Die Zahl der Kunden mit KI-Funktionen stieg auf 70.000.
Man sei aber „zuversichtlich, das Wachstum 2027 und darüber hinaus beschleunigen zu können, da Kunden die Digitalisierung und Automatisierung des Arbeitsplatzes zunehmend vorantreiben”, so Steil. Für 2027 erwartet TeamViewer durch den Ausbau des Enterprise-Vertriebs in Europa, dem Nahen Osten und Afrika sowie eine bessere Entwicklung des US-Geschäfts wieder ein beschleunigtes ARR-Wachstum.
4investors.de als bevorzugte Quelle bei Google festlegen
Damit sehen Sie unsere Börsen- und Aktiennews häufiger in Ihren Google-Suchergebnissen.
