Rheinmetall Aktie: Sorgen um Auftragslage - Sturz Richtung 900 voraus?
Ausgerechnet wenige Tage vor den Quartalszahlen bekommt die Rheinmetall Aktie Gegenwind aus Berlin. Ein Bericht über eine mögliche Verschiebung des Boxer-Großauftrags der Bundeswehr hat am Montag die Verkäufer auf den Plan gerufen, und im Chart hat der Aktienkurs des Düsselorfer Rüstungskonzerns prompt mehrere Unterstützungen verloren. Die Lage ist damit enorm wackelig geworden. Zweifel an der künftigen Auftragslage waren schon zuvor zu hören, nun könnten sie lauter werden. Ob die Quartalszahlen von Rheinmetall am Donnerstag die Börse beruhigen oder die Unruhe noch verstärken, ist aktuell offen.
Nach einem Bericht des auf Sicherheits- und Verteidigungspolitik spezialisierten Portals hartpunkt.de könnte sich der „Arminius“-Großauftrag der Bundeswehr für Boxer-Panzer ins kommende Jahr verschieben. Unter Berufung auf gut unterrichtete Kreise heißt es dort, der Auftrag werde nicht vor Februar 2027 erteilt. Das Verteidigungsministerium wollte sich auf Anfrage nicht äußern. Für die Rheinmetall Aktie kam die Meldung zur Unzeit. Noch am Montag hatten die Analysten von Jefferies für das dritte Quartal einen soliden Geschäftsverlauf in Aussicht gestellt, getragen vor allem von der Nachfrage nach Waffen und Munition. Besonders achten wollen sie bei der Zahlenvorlage auf die Aussagen des Managements zum angestrebten Auftragsbestand, und genau dieser Punkt hat durch den Bericht zusätzliche Brisanz bekommen. Ihr Votum lautet weiter „Buy“, das Kursziel liegt bei 1.350 Euro. Nach den Zahlen am Donnerstag folgt am 26. und 27. November zudem ein zweitägiger Kapitalmarkttag.
Im Chart der Rheinmetall Aktie hat der Montag deutliche Spuren hinterlassen. Im letzten 4investors.de-Chartcheck vom Montagmorgen stand der DAX-Titel noch knapp über der 50-Tage-Linie. Nach einer Eröffnung bei 1.036,60 Euro schwankte er dann zwischen 984,60 und 1.044,40 Euro und ging auf XETRA mit einem Minus von 37,60 Euro oder 3,62 Prozent exakt bei 1.000,00 Euro aus dem Handel. Damit fielen nicht nur die 50-Tage-Linie, sondern auch die 20-Tage-Linie und die Zone 1.006/1.010 Euro, die seit dem 21. Oktober mehrfach gehalten hatte. Mit 221.110 Aktien lag der Umsatz gut 20 Prozent über dem 20-Tage-Durchschnitt, der Verkaufsdruck hatte also Gewicht. Gemessen am Januarhoch bei 1.966,00 Euro hat die Rheinmetall Aktie inzwischen fast die Hälfte ihres Werts verloren.
Rheinmetall-Käufer stemmen sich gegen den Fall unter 1.000 Euro
Auch die Indikatoren der Rheinmetall Aktie haben sich eingetrübt. Der Kapitalfluss ist mit 0,08 zwar noch positiv, hat sich gegenüber Freitag mit 0,16 aber halbiert. Die stille Akkumulation der Vorwochen hat damit einen Dämpfer bekommen. Ob das nach der gestrigen Boxer-News eine Eintagsfliege ist, bleibt abzuwarten. Der RSI ist mit 47,17 unter seine Glättung bei 54,21 gefallen, der Stochastic RSI zeigt mit 38,46 zu 48,94 nach unten. Beides spricht kurzfristig eher für die Verkäufer. Extreme Werte, die eine Gegenbewegung nahelegen würden, erreichen die Oszillatoren aber noch nicht.
Die runde 1.000er-Marke ist nun die letzte Haltelinie der Rheinmetall Aktie vor der Zone 976/987 Euro, in die der Kurs am Montag mit dem Tagestief bereits eingetaucht war. Bis zu ihrer Unterkante sind es nur gut 2 Prozent. Gibt auch dieser Bereich nach, folgt die Zone 936/942 Euro, knapp 6 Prozent tiefer.
Ein Bruch auch dieser Marken würde für die Rheinmetall Aktie die Bodenzone bei 900/909 Euro mit dem Tief der Abwärtsbewegung bei 900,20 Euro erneut zum Ziel werden lassen, rund 9 bis 10 Prozent unter dem aktuellen Kurs. Knapp darüber verläuft derzeit das untere Bollinger Band bei 914,10 Euro. Fiele auch die Bodenzone, wäre die mühsame Stabilisierung der vergangenen Monate gescheitert.
Die Zone 1.006/1.010 Euro wird für Rheinmetall zum Deckel
Nach oben hat sich das Bild der Rheinmetall Aktie gedreht. Die Zone 1.006/1.010 Euro, die tagelang als Unterstützung diente, muss nach dem Bruch nun als Widerstand angesehen werden, knapp darunter verläuft die 20-Tage-Linie bei 1.004,70 Euro. Eine schnelle und vor allem stabile Rückkehr über diesen Bereich würde das Verkaufssignal vom Montag entschärfen. Danach folgen die 50-Tage-Linie bei 1.029,10 Euro und die Zone 1.030/1.060 Euro, bis zu deren Oberkante wären es rund 6 Prozent.
Darüber warten auf die Rheinmetall Aktie das obere Bollinger Band bei 1.095,20 Euro, das Erholungshoch bei 1.096,60 Euro und die Marke von 1.105 Euro, dann die Zone 1.120/1.146 Euro. Die eigentliche Bewährungsprobe bleiben die 200-Tage-Linie bei 1.207,10 Euro und die Zone 1.234/1.241 Euro, bis zur 200-Tage-Linie wären es rund 21 Prozent. Erst ein Anstieg über 1.238 Euro würde den Abwärtstrend auch strukturell brechen, dann käme der Bereich 1.322/1.336 Euro in den Blick. Knapp darüber liegt das Kursziel von Jefferies.
Charttechnische Daten zur Rheinmetall Aktie
| Indikator | Wert |
|---|---|
| Letzter Aktienkurs | 1.000,00 Euro (Börse: XETRA) |
| 52 Wochen Tief / Hoch | 900,20 / 1.966,00 Euro |
| Bollinger-Bands 20 (unten / oben) | 914,10 / 1.095,20 Euro |
| Bollinger-Basis (SMA 20) | 1.004,70 Euro |
| EMA 50 | 1.029,10 Euro |
| EMA 200 | 1.207,10 Euro |
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