Drägerwerk: Gewinnplus dank Zolleffekt – Sicherheitstechnik zieht an
Drägerwerk hat in den ersten neun Monaten 2026 Umsatz und operatives Ergebnis gesteigert, wobei Zollrückerstattungen aus den USA einen erheblichen Teil des Gewinnzuwachses beim Lübecker Konzern ausmachen. Der Umsatz erhöhte sich den Angaben vom Donnerstag zufolge von 2,34 auf 2,45 Milliarden Euro, währungsbereinigt ein Plus von 5,3 Prozent. Das EBIT kletterte von 77,1 auf 111,8 Millionen Euro und damit um 45 Prozent. Darin enthalten sind allerdings Zollrückerstattungen von 27,9 Millionen Euro, von denen 3,8 Millionen Euro laufende Zollaufwendungen ausgleichen. Die EBIT-Marge verbesserte sich von 3,3 auf 4,6 Prozent. Gleichzeitig stiegen die Funktionskosten um 5,6 Prozent, insbesondere durch höhere Personal-, Logistik- und IT-Ausgaben.
Das Wachstum verteilt sich auf beide Geschäftsbereiche, allerdings mit unterschiedlicher Dynamik. In der Medizintechnik stieg der Umsatz währungsbereinigt um 4,4 Prozent auf 1,37 Milliarden Euro, während die Sicherheitstechnik um 6,5 Prozent auf 1,09 Milliarden Euro zulegte. Noch deutlicher fällt der Unterschied beim Auftragseingang aus: In der Sicherheitstechnik wuchs er währungsbereinigt um 13,1 Prozent auf 1,24 Milliarden Euro, während die Medizintechnik einen Rückgang um 3,5 Prozent auf 1,43 Milliarden Euro verzeichnete. Insgesamt erhöhte sich der Auftragseingang auf 2,67 Milliarden Euro nach 2,59 Milliarden Euro im Vorjahr.
Verteidigungsauftrag treibt Nachfrage im dritten Quartal
Im dritten Quartal verstärkte sich die unterschiedliche Entwicklung der beiden Segmente. Die Sicherheitstechnik verbuchte einen Anstieg des Auftragseingangs um währungsbereinigt 20,2 Prozent, vor allem dank eines Großauftrags aus dem deutschen Verteidigungsgeschäft. In Deutschland legten die Bestellungen in diesem Segment um rund 59 Prozent zu. Dagegen sank der Auftragseingang in der Medizintechnik um 3,0 Prozent, belastet durch die schwächere Nachfrage im Nahen Osten infolge des Iran-Konflikts. Konzernweit stieg der Quartalsumsatz auf 850,8 Millionen Euro, das EBIT ging jedoch von 56,7 auf 48,0 Millionen Euro zurück – trotz Zollrückerstattungen von 20,1 Millionen Euro im Quartal.
An der Jahresprognose hält Drägerwerk fest. „Wir sind zuversichtlich, unsere Jahresziele zu erreichen”, sagt Stefan Dräger, Vorstandsvorsitzender der Drägerwerk Verwaltungs AG. Für 2026 erwartet der Konzern weiterhin ein währungsbereinigtes Umsatzwachstum von 2 bis 6 Prozent sowie eine EBIT-Marge zwischen 6 und 8 Prozent. Nach neun Monaten liegt die operative Marge mit 4,6 Prozent noch unter dieser Zielspanne. Um das untere Ende der Jahresprognose zu erreichen, muss die Profitabilität im Schlussquartal entsprechend deutlich höher ausfallen als bislang im Jahresverlauf.
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