Börse am Morgen: Alphabet, Airbus, BASF, Deutsche Bank, Microsoft und T-Mobile US - Nord/LB
Die Verbraucherstimmung in Deutschland trübt sich erneut ein. Das GfK-Konsumklima für November sinkt um 0,2 auf -30,8 Punkte und damit auf den tiefsten Stand seit Mai. Zwar verbessern sich die Konjunkturerwartungen weiter, die privaten Haushalte bleiben jedoch bei den eigenen Finanzen zurückhaltend. Inflationssorgen, gedämpfte Einkommenserwartungen und hohe Energiekosten belasten. Nach der Zinserhöhung im September legt die US-Notenbank Fed eine Pause ein. Der geldpolitische Schlüsselsatz bleibt bei 3,75 bis 4,00%. Die Entscheidung fiel jedoch nicht einstimmig. Angesichts der weiterhin erhöhten Inflation hält sich die Fed aber weitere Zinsschritte offen.
Tagesausblick
Die letzten beiden Handelstage haben es datenseitig wirklich in sich. Veröffentlichungen, welche sonst tageweise die Märkte bewegen konnten, werden heute zur späten Mittagszeit nahezu zeitgleich veröffentlicht. Neben den BIP-Daten und Inflationszahlen aus den USA dürfte das Highlight aber ganz klar bei der EZB liegen. Wir gehen indes nicht davon aus, dass heute der Leitzins adjustiert wird, um 14:15 Uhr werden wir aber erst Gewissheit erhalten.
Aktienmärkte
Europäische Aktienanleger agierten gestern vor dem Hintergrund durchwachsener Ergebnisse aus der Flut von Quartalsbilanzen und im Vorfeld der gestrigen Fed-Zinssitzung sowie der mit Spannung erwarteten Zahlen von Microsoft und Alphabet vorsichtig optimistisch. DAX +0,44%; MDAX -0,23%; TecDAX +0,56%.
Die US-Börsen schlossen nach der Fed-Sitzung freundlich. Die außerdem im Fokus stehenden Techbilanzen sorgten nachbörslich für Kursausschläge von mehr als 4% nach oben bei Microsoft und mehr als 7% nach unten bei Alphabet. Dow Jones +0,19%; S&P500 +0,28%; Nasdaq Comp. +0,27%.
Unternehmen
BASF hat in Q3 das bereinigte EBITDA um 15% auf EUR 1,64 Mrd. (Konsens: EUR 1,5 Mrd.) gesteigert. Der Umsatz legte um 14% auf EUR 16,4 Mrd. zu. Für das Gesamtjahr erwartet der Konzern nun ein bereinigtes Ergebnis von EUR 7,4 bis 7,8 Mrd. (EUR 6,9 bis 7,7 Mrd.). Parallel treibt BASF eine mögliche Übernahme von Evonik voran. Vorstandschef Markus Kamieth bezeichnete einen Zusammenschluss als strategisch sinnvoll, betonte jedoch die finanzielle Disziplin: BASF werde keinen überhöhten Preis zahlen.
Die Deutsche Bank hat in Q3 den Nettogewinn um 2% auf EUR 1,9 Mrd. gesteigert, während die Erträge EUR 8,3 Mrd. erreichten. Analysten hatten im Schnitt mit EUR 1,7 bzw. 8,2 Mrd. gerechnet. Für 2026 könnte die Bank das erwartete Ertragsniveau von EUR 33 Mrd. nun übertreffen. Zudem zeigt sich das Management zuversichtlich, die für 2028 angestrebte Eigenkapitalrendite von über 13% toppen zu können.
T-Mobile US steigerte in Q3 den ber. operativen Gewinn um 11% auf USD 9,6 Mrd., den Gewinn je Aktie um 34% auf USD 3,22 und den Free Cashflow um 5% auf USD 5,1 Mrd. Der Ausblick für 2026 wurde angehoben.
Airbus hält trotz anhaltender Lieferkettenprobleme an seinen Jahreszielen fest. Nach 9M stieg der Umsatz um 7% auf EUR 50,6 Mrd., das bereinigte EBIT um 8% auf EUR 4,5 Mrd. Für 2026 erwartet der Konzern weiterhin ein bereinigtes EBIT von rund EUR 7,5 Mrd. und die Auslieferung von etwa 870 Verkehrsflugzeugen nach 793 im Vorjahr. Bis Ende September wurden 547 Maschinen ausgeliefert.
Microsoft steigerte den Umsatz im abgelaufenen Quartal um 19% auf USD 92,3 Mrd. Besonders stark entwickelte sich das Cloud-Geschäft Azure mit einem Wachstum von 48% auf USD 33,17 Mrd. Der operative Gewinn legte um rund 20% auf USD 45,9 Mrd. zu, der Gewinn je Aktie ebenfalls und erreichte USD 4,89 USD. Damit übertraf Microsoft die Erwartungen bei Umsatz und Ergebnis.
Hohe Investitionen in KI-Rechenzentren haben bei Alphabet in Q3 das starke Cloud-Wachstum überschattet. Google Cloud verdoppelte den Umsatz auf USD 30,7 Mrd., zugleich fiel der Free Cashflow wegen der hohen Investitionen mit USD 9 Mrd. deutlich negativ aus. Für 2026 sind Investitionen von USD 205 Mrd. geplant. Der Quartalsumsatz stieg um 25% auf USD 127,6 Mrd., während der bereinigte Gewinn um rund 26% auf USD 2,12 je Aktie sank. Die Aktie verlor nachbörslich fast 9 %.
Devisen und Rohstoffe
Der EUR legte nach der Zinspause der Fed gegenüber dem USD gestern Abend leicht zu.
Der europäische Erdgaspreis (TTF_Terminkontrakt) ist erstmals seit 2022 wieder über die Marke von EUR 100/MWh gestiegen. Seit Monatsbeginn ist der Gaspreis damit von rund EUR 70 deutlich gestiegen und hat sich seit Jahresanfang mehr als verdreifacht.
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