Kein Crash im Oktober, aber Skepsis am Markt - BÖAG Kolumne
Die Monate September und Oktober sind (fast) vorbei und ein Crash ist uns erspart geblieben. Trotzdem will an den Märkten keine Ruhe im Sinne von Entspannung einkehren. Zu groß sind die Störfaktoren in Form von steigenden Zinsen, Energiepreisen und Inflation, den kriegerischen Auseinandersetzungen im Nahen Osten und der Ukraine sowie last not least die schweren Unruhen in Frankreich, die mittlerweile sogar auf andere europäische Staaten übergreifen.
In Brasilien hat überraschenderweise der Amtsinhaber Lula da Silva (81!) am Wochenende die Stichwahl knapp gewonnen und geht nun in seine vierte Amtszeit. Lula ist Sozialist, Volkstribun und kein Freund des US-amerikanischen Neo-Kolonialismus. Von daher ein rotes Tuch für den US-Präsidenten Trump und das Wahlergebnis eine Schlappe vor den US-Midterms in der kommenden Woche. Den brasilianischen Aktienmarkt hat das Ergebnis kalt erwischt, der Leitindex BOVESPA ging am Montag gleich mal auf Talfahrt und schloss mit rund 14 Prozent deutlich im Minus.
Was steht diese Woche noch auf dem Programm? Die Berichtssaison zum dritten Quartal hat volle Fahrt aufgenommen. Neben Big-Techs wie Microsoft, Alphabet und Amazon aus den USA, berichten hierzulande auch DAX-Werte wie Mercedes-Benz, Airbus und Deutsche Bank.
Außerdem stehen am heutigen Mittwoch die Zinsentscheidungen der FED und Donnerstag die der EZB an. Erwartet wird eine temporäre Zinspause beider Notenbanken, allerdings bis Jahresende jeweils noch eine Zinserhöhung. Der DAX zeigt sich heute freundlich bei rund 25.600 Zählern. Nach seiner Korrektur am Freitag hat er wieder rund 500 Punkte zugelegt. Die letzten Handelswochen des Jahres bleiben spannend, aber achten Sie auf ausreichend Liquidität, denn ohne Moos ist auch an der Börse nix los.
Ihr Martin Braun, Börse Hannover
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