Börse am Morgen: Anthropic, Bayer, Fraport, Meta und Börsentermine - Nord/LB
Die deutschen Unternehmen blicken auch im Oktober optimistischer in die Zukunft. Der ifo-Geschäftsklimaindex verbesserte sich im laufenden Monat zum sechsten Mal in Folge (auf 90,2 Punkte), was auf deutlich positivere Geschäftserwartungen zurückgeht. Ungeklärte geopolitische Konflikte, hohe Energiepreise, erhöhte Nervosität an den Finanzmärkten mit Blick auf Frankreich und die Erwartung einer strafferen Geldpolitik wären normalerweise ein Cocktail, der die Konjunkturlaune vermiest. Offenbar sind jedoch die Geschäftsperspektiven für die deutschen Unternehmen aktuell so robust, dass sich die Unternehmenslenker ihren Optimismus nicht nehmen lassen. Zum positiven Konjunkturausblick trägt auch die in den kommenden Jahren recht expansive Fiskalpolitik bei. Wir rechnen vor diesem Hintergrund weiterhin mit einem realen BIP-Wachstum in Höhe von 1,3% für dieses und das kommende Jahr.
Tagesausblick
Die heutigen Wirtschaftsindikatoren, die man im Fokus behalten sollte, kommen vor allem aus den USA. Der Case-Shiller Hauspreisindex wird besonders für die dortigen Immobilieneigentümer interessant, gibt aber natürlich auch uns Einblicke in die Vitalität des Subsektors – zuletzt schwächelte dieser bekanntlich deutlich. Die Befragung zum Verbrauchervertrauen des Conference Board wird außerdem noch spannend, wobei die Inflationserwartung derzeit zentral ist. In Luxemburg tagen heute die EU-Agrar- und Fischereiminister. Die Minister beraten u.a. über die Verordnung zu den Bedingungen für die Durchführung der EU-Unterstützung im Rahmen der Gemeinsamen Agrarpolitik.
Konjunkturdaten aus Deutschland bewegten den deutschen Anleihemarkt kaum. Die Kurse deutscher Staatsanleihen haben dennoch etwas nachgegeben. Deutlich entspannt hat sich die Lage am französischen Anleihemarkt. Die US-Ratingagentur Moody´s hat die Kreditwürdigkeit von Frankreich unerwartet bestätigt.
Die ersten Schnäppchenjäger kehrten am deutschen Aktienmarkt zurück, sodass der DAX sich am Montag nach der schwachen Vorwoche ein gutes Stück weit erholte. Gründe waren ein leichter Rückgang beim Ölpreis und ermutigende Konjunkturdaten. Unter den Einzelwerten war Bayer mit +3,6% gefragt. Händler verwiesen auf gute Daten einer klinischen Phase-III-Studie beim Prostatakrebsmittel Nubeqa. Mit Hochtief und Siemens Energy standen zudem 2 KI-Profiteure aus der 2. Reihe an der DAX-Spitze. DAX +0,91%; MDAX +1,38%; TecDAX +0,80%.
Gestern wurde bekannt, dass Anthropic in den USA seinen Börsengang beantragt hat. Unter KI-Werten löste dies an der Wall Street eine Erholungsbewegung aus. Doch bereits morgen und Donnerstag könnten die Branchenriesen Microsoft, Alphabet und Amazon mit ihren Zahlen den KI-Megatrend wieder auf den Prüfstand stellen. Der Fokus der Anleger dürfte in den kommenden Tagen auf dem Zinsentscheid der US-Notenbank Fed liegen. Dow Jones +0,28%; S&P500 +0,70%; Nasdaq Comp. +0,83%.
Unternehmen
Der Frankfurter Flughafenbetreiber Fraport hat in Q3 2026 dank eines Anteilsverkaufs die Erwartungen der Analysten übertroffen. Das operative Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) lag auf Basis vorläufiger Zahlen bei rund 595 Mio. EUR. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) übertraf von Juli bis September mit rund 407 Mio. EUR den Konsens von knapp 389 Mio. EUR um knapp 5%. Hauptgrund für die positive Entwicklung war der Verkauf der Anteile an der Medical Airport Service GmbH, der sich mit rund 24 Mio. EUR positiv auswirkte.
Die Facebook-Mutter Meta gibt für die Finanzierung zusätzlicher KI-Rechenzentren neue Aktien aus. Hierzu würden zunächst Stammaktien und wandelbare Vorzugsaktien im Gesamtvolumen von 35 Mrd. USD emittiert. Darüber hinaus würden Investoren voraussichtlich ab Q1 2027 stimmrechtslose Anteilsscheine in Höhe von bis zu 60 Mrd. USD angeboten. Chip-Hersteller wie AMD, Broadcom und Nvidia hätten Interesse am Kauf von Meta-Stammaktien angemeldet. Meta will im laufenden Jahr zwischen 135 und 145 Mrd. USD in den Ausbau der KI-Infrastruktur investieren. Die Gesamtausgaben hierfür dürften sich über mehrere Jahre auf 825 Mrd. USD summieren.
Devisen und Rohstoffe
Der Kurs des EUR hat zum Wochenstart etwas nachgegeben. Konjunkturdaten aus Deutschland stützten ihn nicht.
Die Ölpreise fielen am Montag nach dem jüngsten Preissprung. Die Kursverluste weiteten sich im Handelsverlauf etwas aus, nachdem am Markt die Hoffnung auf eine diplomatische Lösung für ein Ende des IranKriegs überwog.4investors.de als bevorzugte Quelle bei Google festlegen
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