Börse am Morgen: Kering, Münchener Rück, US-Banken und Börsentermine - Nord/LB
Die Kerninflation in Japan hat im September offiziellen Daten zufolge erstmals seit 9 Monaten wieder die Zielmarke der Zentralbank von 2% übertroffen und damit die Argumente für eine baldige Zinserhöhung untermauert. Der Kernindex der Verbraucherpreise, der frische Lebensmittel ausschließt, aber Energiekosten beinhaltet, stieg im Jahresvergleich um 2,1%. Dies entsprach den Erwartungen von Analysten, nachdem die Teuerungsrate im August noch bei 1,7 Prozent gelegen hatte.
Wochenausblick
Eine spannende und geldpolitisch wichtige Handelswoche steht uns bevor, mit dem ifo Geschäftsklimaindex heute als Auftakt. Das Highlight am Mittwoch wird die Sitzung des FOMC sein, welche kurz vor den Midterms ganz besonders im Fokus der Märkte und des Weißen Hauses stehen dürfte. BIP- und Inflationsdaten für die USA werden tags darauf veröffentlicht, gefolgt von der Zinssitzung der EZB. Die japanische Notenbank wird außerdem zum Ende der Handelswoche mitteilen, wie die Geldpolitik auf der Insel im Fernen Osten ausgestaltet sein wird. Den deutschen Aktienmarkt dürften weiter die hohen Ölpreise, hartnäckige KI-Sorgen und weitere Unruhen in Frankreich beschäftigen. Nach einer Schwächephase für den deutschen Leitindex richtet sich der Fokus nun auf die Zinsentscheidungen der US-Notenbank und der EZB. Parallel kommt die Berichtssaison der Unternehmen auch mit den Quartalszahlen mehrerer DAX-Konzerne ins Rollen.
Renten- und Aktienmärkte
Nach dem schwachen Vortag ist der DAX auch am Freitag unter Druck geblieben. Enttäuschende Konjunktursignale aus Frankreich verstärkten die wegen hoher Ölpreise und KI-Zweifeln ohnehin großen Sorgen der Anleger. Zu den größten DAX-Verlierern gehörte die Deutsche Telekom, die 3,2% einbüßten. Ein Medienbericht über einen möglichen Einstieg des Raumfahrtkonzerns SpaceX in den US-Mobilfunkmarkt belastete die Aktien der etablierten Anbieter. DAX -0,75%; MDAX -0,70%; TecDAX -0,89%.
An der Wall Street haben Sorgen vor anhaltend hohen Zinsen und Gewinnmitnahmen im Vorfeld wichtiger Tech-Bilanzen zum Wochenschluss für rote Vorzeichen gesorgt. In der neuen Woche blicken die Anleger nun gespannt auf die Quartalszahlen der Tech-Riesen Alphabet, Microsoft und Amazon, die den jüngsten KI-Boom rechtfertigen müssen. Dow Jones -1,25%; S&P500 -0,52%; Nasdaq Comp. -0,21%.
Unternehmen
Führende US-Banken, wie z.B. Morgan Stanley, blockieren Insidern zufolge den Zugriff von externen Programmen mit Künstlicher Intelligenz auf Kundenkonten. Damit reagierten die Geldhäuser auf die Sorge, dass sogenannte KI-Agenten selbstständig und ohne Anweisung der Nutzer Transaktionen vornehmen könnten, sagten mit den Blockaden vertraute Personen. In der Finanzbranche wächst die Befürchtung, dass hochentwickelte KI-Anwendungen das Bankensystem und die Einlagen der Kunden gefährden könnten.
Die Flaute bei der italienischen Edelmarke Gucci setzt dem französischen Mutterkonzern Kering weiter zu. Der Umsatz von Gucci sei in Q3 um 6% auf 1,29 Mrd. EUR gesunken. Als Grund nannte das Unternehmen die niedrige Kundenzahl in den chinesischen Geschäften. Der währungsbereinigte Umsatz des Gesamtkonzerns ging um 1% zurück. Gucci steuert rund die Hälfte zum Konzerngewinn bei, verzeichnet jedoch seit mehr als drei Jahren sinkende Umsätze. Die Bedenken der Anleger bezüglich der Sanierung von Kering wurden zuletzt durch die Entwicklung in der gesamten Branche verstärkt. Auch die Konkurrenten LVMH und Hermes hatten schwächer als erwartet ausgefallene Quartalsumsätze gemeldet. Zudem gibt es Anzeichen für eine Abkühlung der Nachfrage in den USA.
Die Münchener Rück schraubt ihre Erwartungen für das lfd. Jahr angesichts eines erneuten Milliardengewinns in Q3 nach oben. Der Versicherer prognostiziert nun ein Nettoergebnis von 6,6 (2025: 6,1) Mrd. EUR, 300 Mio. mehr als bisher. Zwischen Juli und September lief nach vorläufigen Zahlen ein Gewinn von rund 1,7 (2,0) Mrd. EUR auf. Das ist zwar weniger als im gleichen Vorjahreszeitraum, aber gut 200 Mio. EUR mehr als im Schnitt erwartet wurde. Nach neun Monaten steht damit bereits ein Gewinn von 5,7 Mrd. EUR zu Buche.
Devisen und Rohstoffe
Der EUR zog leicht an und profitierte dabei auch davon, dass Frankreich in der Vorwoche einer Herabstufung seiner Kreditwürdigkeit entgangen war.
Am Rohstoffmarkt gaben die Ölpreise nach, nachdem Berichte über katarische Vermittler im Iran Hoffnungen auf eine Deeskalation in Nahost geweckt hatten. Zuvor hatten Angriffe der Huthi-Rebellen auf Ölanlagen in Saudi-Arabien die Preise auf ein Sechs-Monats-Hoch getrieben.
4investors.de als bevorzugte Quelle bei Google festlegen
Damit sehen Sie unsere Börsen- und Aktiennews häufiger in Ihren Google-Suchergebnissen.
