Börse am Morgen: Meta, Nokia, Procter & Gamble, Sartorius, Spotify - Nord/LB
Die Verbraucherstimmung im Euroraum hat sich im Oktober überraschend deutlich eingetrübt. Das Konsumklima sank laut EU-Kommission um 1,1 Punkte auf minus 17,9 Zähler. Ökonomen hatten lediglich mit einem Rückgang auf minus 17,0 Punkte gerechnet.
Die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe in den USA ist in der vergangenen Woche überraschend um 6.000 auf 194.000 gesunken. Volkswirte hatten im Schnitt mit 200.000 Anträgen gerechnet.
Tagesausblick
Am letzten Tag der 43. Handelswoche werden turnusmäßig wieder einige Einkaufsmanagerindizes aus der Eurozone und von den britischen Inseln gemeldet. Die Lage bleibt mit Dieselknappheit und politischen Ungewissheiten weiterhin angespannt. Der Michigan Index dürfte darüber hinaus aus den USA noch einmal Impulse für die Märkte liefern, wobei hier aktuell wohl die Inflationserwartung der Verbraucher im Fokus ist – diese sollten aber auch nicht überinterpretiert werden, hier lohnt sich ein Blick in die Peergroup-Indizes, wie z B. der New York Fed.
Renten- und Aktienmärkte
Deutsche Staatsanleihen haben ihre Vortagesverluste gestern wieder aufgeholt. Unterstützung erhielten die als sicherer Hafen geltenden Papiere durch die Haushaltskrise und Proteste in Frankreich sowie die schwächere Stimmung an den Aktienmärkten. Gleichzeitig kletterte die Rendite zehnjähriger französischer Staatsanleihen auf 5,08 % und lag damit über dem Niveau vergleichbarer US-Anleihen. Die Risikoprämie französischer gegenüber deutschen zehnjährigen Staatsanleihen weitete sich zeitweise auf 1,78 PP aus.
Die spürbar anziehenden Ölpreise sowie die hohen Investitionspläne des Technologiekonzerns Meta, die die Sorgen über die hohen Kosten des KI-Ausbaus schürten (am Vortag wurden die Meta-Quartalszahlen noch positiv aufgenommen), belasteten die Aktienbörsen weltweit, insbesondere technologieaffine Titel. Vor allem an der Technologiebörse Nasdaq kam es zu deutlichen Abschlägen. DAX +1,07%; MDAX -1,84%; TecDAX -0,18%; Dow Jones +0,02%; S&P500 -1,21%; Nasdaq Comp. -2,60%.
Unternehmen
Der Labor- und Pharmazulieferer Sartorius hat seine Umsatzprognose für 2026 leicht gesenkt. Aufgrund von Kundenkompensationen im Zusammenhang mit unrechtmäßig erhobenen US-Zöllen erwartet das Unternehmen nun ein währungsbereinigtes (wb) Umsatzwachstum in der unteren Hälfte der Zielspanne von 5 bis 9%. Die Belastung könnte den Jahresumsatz um bis zu EUR 40 Mio. reduzieren. Das Ziel einer EBITDAMarge von über 30% bleibt bestehen. Nach 9M stieg der Umsatz um knapp 5% auf EUR 2,74 Mrd., wb um gut 8%. Das EBITDA legte um 6,9% auf EUR 828 Mio. zu, die Marge verbesserte sich auf 30,2%.
Dank der starken Nachfrage aus den Bereichen KI und Cloud hat Nokia in Q3 Umsatz und Gewinn deutlich gesteigert und die Markterwartungen übertroffen. Der vergleichbare Betriebsgewinn kletterte auf EUR 605 Mio. (Vj.: EUR 448 Mio.), der Umsatz um 10% auf EUR 5,15 Mrd. Als wichtiger Wachstumstreiber erwies sich der KI- und Cloud-Sektor: Dort stieg der Umsatz um 123%, der Auftragseingang erhöhte sich um 118% auf EUR 1,5 Mrd. Der Ausblick für das Gesamtjahr wurde bestätigt.
Der schwedische Musikstreaming-Dienst Spotify hat nach starken Zahlen zum Q3 seinen Ausblick für das Weihnachtsquartal angehoben und erwartet für Q4 nun einen operativen Gewinn von EUR 820 Mio. (Analystenschätzungen EUR 813 Mio.). Rückenwind sollen neue KI-Funktionen liefern, die das Nutzerwachstum weiter beschleunigen. In Q3 steigerte Spotify den Umsatz um 16% auf EUR 4,7 Mrd., der operative Gewinn sprang auf EUR 693 Mio. (Vj.: EUR 454 Mio.). Die Zahl der monatlich aktiven Nutzer (MAU) stieg um 11% auf 738 Mio., die Zahl der Premium-Abonnenten um 12% auf 281 Mio.
Procter & Gamble ist trotz höherer Rohstoff-, Energie- und Transportkosten besser als erwartet in das Geschäftsjahr 2026/27 gestartet. Der Umsatz stieg in Q1 um 4% auf USD 23,3 Mrd. und übertraf die Analystenschätzungen. Gleichzeitig erhöhte der Konsumgüterkonzern die erwartete Belastung durch Kostensteigerungen im lfd. Geschäftsjahr auf USD 1,4 Mrd. (zuvor USD 1,0 Mrd.). USD. Die operative Kernmarge ging um 80 BP zurück. Besonders gefragt waren Produkte aus den Bereichen Schönheitspflege und Haushalt. Die Jahresprognose wurde bestätigt.
Rohstoffe
Nach einem Angriff auf ein saudi-arabisches Ölfeld legten die Ölpreise weiter deutlich zu.
Die aus diesem Anstieg resultierende Zinsfantasie setzte den Goldpreis unter Druck, welcher sich in Richtung der Marke von USD 4.000 je Feinunze bewegte.
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