Börse am Morgen: Netflix, SpaceX, Öl, Konjunkturdaten und Börsentermine - Nord/LB
Die Erzeugerpreise gewerblicher Produkte in Deutschland lagen im September um 6,7% über dem Vj. Gegenüber August stiegen sie um 1,9%. Haupttreiber waren die Energiepreise (+14,9%), daneben verteuerten sich auch Vorleistungsgüter deutlich (+6,4%). Ohne Energie betrug der Preisanstieg y/y 3,2% und m/m 0,1%. Zudem lagen die Preise für Investitionsgüter (+2,4%) und Gebrauchsgüter (+2,2%) über dem Vorjahreswert, während Verbrauchsgüter 1,8% günstiger waren.
Von Jan. bis August 2026 importierte Deutschland 49,1 Mio. t Rohöl im Wert von EUR 30,0 Mrd. Damit lagen die Importmengen leicht um 0,6 % unter Vj., während der Importwert infolge der durch die Nahostkonflikte gestiegenen Ölpreise um 21,7% zulegte. Im Vergleichszeitraum 2025 waren 49,4 Mio. t Rohöl für EUR 24,6 Mrd. importiert worden.
Das Gastgewerbe in Deutschland hat im August nach einem Anstieg im Juli wieder an Schwung verloren, die Umsätze sanken m/m real um 1,3% und nominal um 1,2%. Im Vorjahresvergleich lagen die Erlöse preisbereinigt 4,2% niedriger, nominal hingegen 2,7% höher. Während Hotels und andere Beherbergungsbetriebe m/m leichte Zuwächse verzeichneten (real +0,4%), musste die Gastronomie Rückgänge hinnehmen (real -1,8%). Zum Vorjahr sank der Umsatz in der Gastronomie real um 5,4%, im Beherbergungsgewerbe um 0,4%.
Die Stimmung unter den Finanzmarktexperten hat sich im Oktober erstmals seit fünf Monaten verschlechtert. Wie das ZEW mitteilte, gaben die Konjunkturerwartungen für Deutschland um 6,6 Punkte auf 28,1 nach. Etwas stärker fiel der Rückgang in der Europäischen Währungsunion aus, wo der Index um 7,3 Punkte auf 15,8 zurückging. Gleichzeitig verbesserte sich die Einschätzung der aktuellen wirtschaftliche Lage kräftig, die sich in Deutschland um 11,2 Punkte erholte, mit -35,9 Punkten aber weiter tief im negativen Bereich blieben. Größter Belastungsfaktor war der erhebliche Zinsanstieg. Sehr wahrscheinlich wird die EZB in der nächsten Woche zögern, hier noch etwas drauf zu setzen, zumal sich insbesondere die Erwartungen eingetrübt haben und die Geldpolitik nur mit Verzögerungen wirkt.
Tagesausblick
Die britischen Inflationszahlen werden heute Vormittag in den Marktfokus rücken, denn hier könnte eine optimistische Nachricht über die Ticker laufen. Eine eher mäßige Inflationsrate, welche aus unserer Sicht bei m/m 0,3% liegen sollte, würde die Stimmung in UK etwas heben. Möglicherweise ist diese aber nur von kurzer Dauer – mit dem Anheben des Energiepreisdeckels bahnen sich dann doch teurere Lebenshaltungskosten in der nun anbrechenden kalten Jahreszeit an. Unternehmensseitig wird es am Abend mit der Vorlage der Quartalszahlen unter anderem von SAP, Meta, IBM und Tesla spannend.
Renten- und Aktienmärkte
Am deutschen Aktienmarkt setzten sich am Dienstag zunächst die Verluste vom Wochenauftakt fort. Belastet wurde der Markt vor allem von Kursrückgängen bei KI-nahen Werten, angeführt von Siemens. Daneben sorgten die hohen Energiepreise sowie die politischen Unruhen in Frankreich und deren Auswirkungen auf den Anleihemarkt für Gegenwind. Zum Handelsschluss konnten die Verluste angesichts neuer Hoffnungen im Nahost-Konflikt aber fast vollständig aufgeholt werden. DAX -0,06%; MDAX -0,40%; TecDAX +0,04%.
Diese machten sich auch an der Wall Street breit, wenngleich vor den Quartalszahlen von SpaceX und Netflix am Abend (s.u.), die nachbörslich beide nachgaben, keine echte Kauflaune aufkam. Dow Jones +1,02%; S&P500 +0,28%; Nasdaq C. -0,02%.
Unternehmen
SpaceX hat seinen Q3-Umsatz überraschend deutlich um 161% auf USD 14,6 Mrd. gesteigert. Wachstumstreiber war vor allem das KI-Geschäft (+830% auf USD 7,56 Mrd.), das erstmals die Satellitensparte Starlink als größten Umsatzbringer überholte. Für den Ausbau seiner KI-Infrastruktur investierte der Konzern USD 16,4 Mrd. Dabei verdreifachten sich die Ausgaben für neue Rechenzentren nahezu. Starlink steigerte den Umsatz um knapp 70 % und erwirtschaftete den Großteil des operativen Gewinns von USD 2,79 Mrd.
Netflix steigerte den Umsatz in Q3 um knapp 12% auf USD 12,87 Mrd. (Vj.: +17,2%). Für Q4 stellt Netflix ebenfalls ein Umsatzwachstum von 12% auf USD 13,4 Mrd. in Aussicht. Der Gewinn je Aktie legte zwar um rund 30% auf USD 0,87 zu, profitierte jedoch von verschobenen Ausgaben. Für Q4 erwartet der Konzern lediglich USD 0,67 je Aktie und damit weniger als die von Analysten prognostizierten USD 0,73.
Devisen
Der EUR konnte nach den Verlusten des Vortages gestern gegenüber dem USD wieder etwas zulegen und kletterte auf bis zu USD 1,1238.
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