Kontron Aktie: Rüstungsgeschäft wächst – Analysten sehen 73 Prozent Kurspotenzial
Kontron setzt auf langfristiges Wachstum mit Rüstungselektronik, Bahntechnik und Cybersicherheit. Nach ihrer „Defense and Security Conference” Investorenkonferenz sieht mwb research die Perspektiven des österreichischen Technologiekonzerns gestärkt und bestätigt die Kaufempfehlung für die Kontron Aktie mit einem Kursziel von 35 Euro. Beim aktuellen XETRA-Kurs von 20,18 Euro entspricht dies einem rechnerischen Aufwärtspotenzial von 73,4 Prozent. Besonders das Verteidigungsgeschäft gewinnt an Bedeutung: Für 2026 erwartet Kontron dort einen Umsatz von mehr als 200 Millionen Euro bei einer EBITDA-Marge von rund 20 Prozent. Die Analysten rechnen zudem damit, dass sich der hohe Auftragsbestand ab 2027 stärker in den Umsatzzahlen niederschlägt.
Im Rüstungsgeschäft profitiert Kontron nach Einschätzung von mwb research nicht allein von steigenden Verteidigungsausgaben. Militärische Fahrzeuge, Flugzeuge und andere Systeme bleiben häufig über Jahrzehnte im Einsatz und benötigen während dieser Zeit regelmäßig neue Elektronik, Kommunikations- und Sicherheitstechnik. Daraus ergeben sich zusätzliche Geschäftsmöglichkeiten bei Modernisierung, Wartung und Dienstleistungen. Kontron liefert unter anderem robuste Rechnermodule, sichere Kommunikationstechnik und Systemlösungen für Panzerfahrzeuge, Kampfjets und Drohnen. Zum Kundenkreis gehören neben etablierten Rüstungskonzernen auch jüngere Technologieunternehmen wie Helsing. Rund die Hälfte des für 2026 erwarteten Rüstungsumsatzes entfällt auf frühere Katek-Aktivitäten.
Ein weiterer Wachstumstreiber soll bei Kontron die Bahntechnik werden. Bis 2030 will der Konzern den Umsatz im Segment Transportation verdoppeln. Der Übergang vom bisherigen Bahnfunksystem GSM-R zum neuen Standard FRMCS verläuft allerdings schrittweise. Nach Angaben des Managements dürfte sich der Markt für vernetzte Bahntechnik langfristig verdoppeln. Bis zur breiteren Einführung von FRMCS sollen die Modernisierung und der Weiterbetrieb bestehender Infrastruktur für Nachfrage sorgen. Gleichzeitig erwartet Kontron ab 2027 eine bessere Umsetzung seines umfangreichen Auftragsbestands in Umsätze. Dazu sollen der Hochlauf neuer 5G-Kommunikationsmodule, weniger Lieferengpässe und das Auslaufen von Portfolioeffekten beitragen.
Kontron: Neue Softwareerlöse durch EU-Cybersicherheitsregeln
Zusätzliche wiederkehrende Einnahmen verspricht sich Kontron vom europäischen Cyber Resilience Act. Die neuen Sicherheitsanforderungen dürften ab 2027 die Nachfrage nach Softwareaktualisierungen, Sicherheitspatches und laufender Gerätebetreuung erhöhen. Kontron plant dafür ein Abonnementmodell mit monatlichen Gebühren von einem Euro je Gerät. Der Konzern hatte bereits das Ziel formuliert, bis 2028 rund 30 Millionen Installationen seines Betriebssystems KontronOS zu erreichen und bis 2030 auf 80 Millionen zu kommen. mwb research sieht darin eine Möglichkeit, den Anteil wiederkehrender Softwareumsätze zu erhöhen und die Profitabilität langfristig zu verbessern.
Für 2026 erwartet mwb research bei Kontron zunächst einen Umsatzanstieg von 1,61 auf 1,63 Milliarden Euro, während das EBIT von 163,0 auf 122,1 Millionen Euro zurückgehen soll. Der Gewinn je Kontron Aktie dürfte von 2,22 auf 1,67 Euro sinken, bei einer erwarteten Dividende von 0,67 Euro nach dem Ausfall der Ausschüttung für 2025. Für 2027 prognostizieren die Analysten einen Umsatz von 1,77 Milliarden Euro, ein EBIT von 159,0 Millionen Euro, einen Gewinn je Aktie von 2,00 Euro und eine Dividende von 0,80 Euro. Im Jahr 2028 sollen die Erlöse auf 1,92 Milliarden Euro und das EBIT auf 195,4 Millionen Euro steigen. Je Aktie erwartet mwb research dann 2,34 Euro Gewinn und 0,94 Euro Dividende. Entscheidend für die weitere Entwicklung bleibt nach Einschätzung des Analystenhauses, dass Kontron den hohen Auftragsbestand tatsächlich in steigende Umsätze, bessere Margen und einen stärkeren Cashflow umsetzen kann.
Hinweis auf Interessenskonflikt(e): Der / die Autor(in) oder andere Personen aus der 4investors-Redaktion halten unmittelbar Positionen in Finanzinstrumenten / Derivate auf Finanzinstrumente von Unternehmen, die in diesem Beitrag thematisiert werden und deren Kurse durch die Berichterstattung beeinflusst werden könnten: Kontron.
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