Merkur Privatbank: Höhere Risikovorsorge drückt Neunmonatsgewinn
Die Merkur Privatbank hat in den ersten neun Monaten 2026 einen Gewinn von 5 Millionen Euro erzielt, nach 7,5 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. Das Ergebnis der normalen Geschäftstätigkeit sank deutlich stärker von 22,7 auf 7,5 Millionen Euro. Niedrigere Steuern begrenzten den Rückgang unter dem Strich. Die Risikovorsorge erhöhte die Münchner Bank infolge der Neubewertung einzelner Immobilienfinanzierungen von 22,3 auf 40,7 Millionen Euro. Abhängig von weiteren notwendigen Neubewertungen rechnet die Geschäftsführung auch im Schlussquartal mit zusätzlicher Vorsorge.
„Das Geschäftsjahr 2026 bleibt sehr anspruchsvoll und erfordert von uns Bedacht. Wir haben hierauf mit einer Rückführung der Kreditvolumina und weniger Bauträgerneugeschäft reagiert. Aufgrund der anhaltenden und zunehmenden Schwäche im Immobilienmarkt haben wir die Risikovorsorge deutlich erhöht und werden dies abhängig von notwendigen Neubewertungen auch im Jahresschlussquartal vornehmen. Erfreulich entwickelt sich dagegen weiter unser Vermögensmanagement”, so Marcus Lingel, Vorsitzender der Geschäftsführung und persönlich haftender Gesellschafter der m:access-notierten Merkur Privatbank.
So reduziert die Merkur Privatbank ihre Kreditvolumina und hält sich im Bauträgerneugeschäft zurück. Zusammen mit dem veränderten Zinsumfeld führte dies nach Unternehmensangaben zu einem Rückgang des Zinsüberschusses von 84,5 auf 78,4 Millionen Euro. Nach Risikovorsorge verblieben davon laut Mitteilung 37,7 Millionen Euro gegenüber 62,3 Millionen Euro im Vorjahr. Höhere Personalkosten belasteten das Ergebnis zusätzlich, während die Verwaltungskosten weitgehend stabil blieben.
Im Vermögensmanagement sorgten Kundenzuflüsse dagegen für Wachstum. Das verwaltete Vermögen stieg von knapp 5 Milliarden Euro zum Jahresende 2025 auf rund 5,6 Milliarden Euro Ende September; die Nettozuflüsse betrugen 424 Millionen Euro. Der Provisionsüberschuss erhöhte sich um 9 Prozent auf 27,7 Millionen Euro. Die Bilanzsumme der Bank ging gegenüber dem Jahresende auf 3,9 Milliarden Euro zurück.
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