Finexity plant Übernahme der Verwaltung von 70 OneCrowd-Emissionen
Finexity will die Verwaltung von rund 70 Emissionen der insolventen OneCrowd-Gruppe übernehmen. Dazu haben die Finexity AG und ihre Tochter Finexity Invest eine Absichtserklärung mit den OneCrowd-Gesellschaften und deren Insolvenzverwaltern unterzeichnet. Die Emissionen umfassen nach Angaben des ein gezeichnetes Volumen von rund 33,6 Millionen Euro und jährliche Nettobetreuungsvergütungen von knapp 300.000 Euro. Den Emittenten sollen neue Verträge für Anlegerverwaltung, Investor Relations und Reporting zu wirtschaftlich möglichst unveränderten Konditionen angeboten werden. Endgültige Verträge stehen noch aus und benötigen die Zustimmung des Finexity-Aufsichtsrats.
„Der Markt für digitale Kapitalmarktanlagen konsolidiert sich. Mit dem Letter of Intent schaffen wir die Grundlage für eine geordnete Anschlusslösung für Emittenten und Anleger der OneCrowd-Plattformen. Zugleich eröffnet sich für uns die Chance, unser Emittentenmanagement und unsere Anlegerbasis über die bestehende Infrastruktur auszubauen”, so Paul Huelsmann, Finexity-Vorstandsvorsitzender.
OneCrowd bündelt die früheren Investmentplattformen Seedmatch, Econeers und Mezzany. Über das Vermögen der Muttergesellschaft wurde das Insolvenzverfahren eröffnet, bei den Tochtergesellschaften OneCrowd Securities und OneCrowd Loans sind vorläufige Insolvenzverwalter bestellt. Eine dauerhafte Fortführung der Plattform ist laut Mitteilung nicht möglich. Die rund 101.000 registrierten Nutzer, darunter etwa 30.000 mit mindestens einer Investition, sollen freiwillig zu einer Plattform von Finexity Invest wechseln können. Dort sollen sie ihre Investments bei Emittenten verfolgen können, die ihre Verwaltung auf Finexity übertragen. Zins- und Rückzahlungen laufen unabhängig von einer Registrierung unverändert über die Treuhandkonten der Secupay AG weiter.
Finexity finanziert den Plattformbetrieb zunächst bis zum 31. Oktober 2026 mit einem Massekostenzuschuss von 25.000 Euro zuzüglich Umsatzsteuer. Gegen weitere Zuschüsse in gleicher Höhe kann die Fortführung zweimal um jeweils einen Monat verlängert werden, längstens bis Ende Dezember. Weitere Gegenleistungen sollen sich nach tatsächlich vereinnahmten Nettoprovisionen aus Neuzeichnungen wechselnder Nutzer und Nettobetreuungsvergütungen aus übertragenen Emittentenverträgen richten. Eine Übernahme von Verbindlichkeiten der OneCrowd-Gruppe ist nicht vorgesehen.
Die Absichtserklärung ist überwiegend unverbindlich. Ausgenommen sind insbesondere Regelungen zur übergangsweisen Fortführung, zur Gegenleistung, zur Exklusivität und zur Vertraulichkeit. Für den Fortführungszeitraum erhält Finexity Exklusivität. Die Parteien wollen die technische und organisatorische Migration vorbereiten. In den endgültigen Verträgen sind zudem eine Kaufoption auf Marken und Domains sowie ein exklusives Verhandlungs- und Vorkaufsrecht für Technik und geistiges Eigentum vorgesehen. Die Absichtserklärung endet spätestens am 31. Januar 2027.
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