Börse am Morgen: CXMT, Goldman Sachs, LVMH, Johnson & Johnson und Konjunkturdaten - Nord/LB
Der Internationale Währungsfonds rechnet erst im nächsten Jahr wieder mit einem stärkeren Wachstum der Weltwirtschaft. Für dieses Jahr hob die Finanzorganisation ihre Prognose minimal auf 3,1% an, wie der IWF in Bangkok mitteilte. 2025 waren es 3,5%. Für 2027 prognostiziert der Fonds unverändert einen Zuwachs von 3,4%, sofern sich die Lage im Nahen Osten wie erwartet normalisiert. Die hohen Energiepreise belasteten die Weltwirtschaft, fügte der IWF hinzu. Zugleich stützten aber hohe Investitionen in Künstliche Intelligenz die Wirtschaft.
Tagesausblick
Die aktuellen CPI-Zahlen aus den USA müssten derzeit eine besondere Relevanz für die internationalen Finanzmärkte haben. Energiepreisbedingt dürfte die Headline-Rate deutlicher anziehen. Die Kernrate sollte dagegen nur eher moderat zulegen; an dieser Stelle sind wohl sogar erfreuliche Überraschungen möglich! In diesem Kontext wird heute auch genau auf das Beige Book zu achten sein. In dieser Publikation erörtern die regionalen US-Notenbanken ihre Einschätzungen zur Wirtschaftslage und zur Inflationsentwicklung in den Vereinigten Staaten. China legt seine Handelsbilanz für September vor. Ökonomen erwarten, dass die Exporte um 25,5% im Vergleich zum Vorjahresmonat zulegen. Die Importe dürften sich mit einem Zuwachs von 24,5% etwas abgeschwächt haben. Die Zahlen gelten als wichtiger Indikator für die Konjunktur in der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt. Ein anhaltend robustes Exportgeschäft wäre eine entscheidende Stütze für das Wirtschaftswachstum. Es würde zeigen, dass der weltweite KI-Boom die Nachfrage nach chinesischen Hightech-Produkten hochhält und die Hersteller die schwache Binnennachfrage ausgleichen können.Aktienmärkte
Der DAX hat seine frühen Gewinne im Handelsverlauf abgegeben. Rückläufigen Ölpreisen und Anleiherenditen zum Trotz wurden Anleger vorsichtiger, denn der Druck auf die weltweite Technologiebranche hielt an. Berichte über die Entwicklung leistungsfähiger KI-Chips durch das chinesische Unternehmen CXMT hatten massive Gewinnmitnahmen bei Halbleiteraktien ausgelöst. Eine erste Welle von Quartalsbilanzen in den USA, angeführt von den großen Banken des Landes, fiel gemischt aus und war auf dem deutschen Parkett kein Kurstreiber. DAX -0,07%; MDAX -0,28%; TecDAX -0,11%.
An der Wall Street war der Handel von Zurückhaltung geprägt. Erneute, teils deutliche Verluste bei Technologiewerten und durchwachsene Geschäftszahlen von Unternehmen trübten die Stimmung. Dow Jones -0,35%; S&P 500 -0,02%; Nasdaq Comp. -0,15%.
Unternehmen
Goldman Sachs hat in Q3 dank florierender Aktiengeschäfte in einem volatilen Marktumfeld deutlich mehr verdient. Der Gewinn kletterte auf 5,29 Mrd. USD nach 4,10 Mrd. USD im Vorjahreszeitraum. Die Einnahmen im Aktienhandel stiegen um 72% auf 6,44 Mrd. USD. Investoren hatten ihre Portfolios im abgelaufenen Vierteljahr stark umgeschichtet. Treiber waren die Zinserhöhung der US-Notenbank im September, steigende Treibstoffkosten und ein Ausverkauf bei Chip-Werten. Auch geopolitische Spannungen durch den Nahost-Konflikt sorgten für Bewegungen. Die gesamten Erträge stiegen um 23% auf 18,68 Mrd. USD.
Der US-Pharmakonzern Johnson & Johnson (J&J) bekommt die Folgen geopolitischer Krisen zu spüren. Zwar übertraf das Unternehmen in Q3 bei Umsatz und Gewinn leicht die Erwartungen der Analysten, doch das Geschäft mit der Medizintechnik schwächelte. Grund dafür seien u. a. der Nahost-Konflikt und Sparmaßnahmen in Europa, teilte J&J mit.
Die nachlassende Kauflaune der chinesischen Kundschaft verdirbt dem weltgrößten Luxusgüterkonzern LVMH das Geschäft mit seinen Flaggschiff-Marken wie Louis Vuitton und Dior. Mit einem überraschend deutlichen Umsatzrückgang in der wichtigsten Sparte verschreckte der Konzern seine Anleger und schürte neue Zweifel an einer baldigen Erholung der 350 Mrd. USD schweren Branche. Die Zahlen von LVMH gelten als erster wichtiger Indikator für den Zustand des Luxussektors, der seit drei Jahren mit einer Flaute kämpft.
Devisen
Der Devisenmarkt blickt aktuell mit einer ausgeprägten Skepsis auf die politische Situation in Frankreich. Zudem werden recht ambitionierte Leitzinsanhebungen in den Vereinigten Staaten eingepreist. Diese beiden Einflussfaktoren stützen den US-Dollar momentan spürbar. Im Laufe des Jahres 2027 ist aber wohl wieder mit „Normalisierungstendenzen“ zu rechnen. Dann könnte beim Wechselkurs zwischen US-Dollar und Euro die auch psychologisch bedeutende Marke von 1,20 USD pro EUR ins Blickfeld rücken. In jedem Fall sehen wir momentan eher eine auch politisch bedingte Schwäche von Euro und Yen und keine wirklich nachhaltige Stärke des US-Dollars.
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