Mutares - nächster IPO-Kandidat: Börsengang von Nord Gas Solutions wird geprüft
Mutares prüft mit Finanzberatern mögliche Exit-Optionen für seine Beteiligung Nord Gas Solutions (NGS), darunter einen Börsengang in den nordischen Ländern in den kommenden Monaten. Eine endgültige Entscheidung ist noch nicht gefallen, ob und wann eine Transaktion zustande kommt, ist offen. Bei einem möglichen Börsengang will Mutares nach eigenen Angaben vom Mittwoch vorbehaltlich marktüblicher Haltevereinbarungen „ein bedeutender Aktionär” bleiben.
NGS erzielte in den ersten neun Monaten 2026 einen Umsatz von rund 459 Millionen Euro nach 283 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum, so der Beteiligungskonzern aus München. Das bereinigte EBITDA wurde von 20 auf 43 Millionen Euro mehr als verdoppelt. Zum 30. September verfügte das Unternehmen bei einer Bilanzsumme von 493 Millionen Euro über liquide Mittel von 194 Millionen Euro und eine berichtete Nettoliquidität von 84 Millionen Euro. Finanzverbindlichkeiten bestehen nach Angaben von Mutares nicht.
Für das Gesamtjahr 2026 erwartet das NGS-Management mehr als 575 Millionen Euro Umsatz und rund 50 Millionen Euro bereinigtes EBITDA. Der fest beauftragte Auftragsbestand erreichte Ende September mit 880 Millionen Euro einen Rekordwert und deckte bereits rund 92 Prozent des für 2027 geplanten Umsatzes ab. Für das kommende Jahr strebt NGS ein prozentual zweistelliges Umsatzwachstum und eine zweistellige bereinigte EBITDA-Marge an. „nsere Kunden investieren in neue Gasinfrastruktur, und wir sind gut aufgestellt, um unsere Ziele für 2026 und 2027 zu erreichen”, sagt Peter Wagner, CEO von NGS. Mittelfristig liegen die Ziele bei mehr als 800 Millionen Euro Jahresumsatz und über 100 Millionen Euro bereinigtem EBITDA.
Zum Auftragsbestand gehören Gaslade- und Brennstoffversorgungssysteme für acht Flüssiggastanker von BW LPG, die bei HD Hyundai gebaut werden. Ein weiterer Auftrag umfasst entsprechende Systeme für zwei Tanker von Byzantine Maritime mit geplanter Lieferung im April 2027. Im Infrastrukturgeschäft liefert NGS ein Regasifizierungsmodul für den Umbau des LNG-Tankers „Methane Patricia Camila“ zu einer schwimmenden Speicher- und Regasifizierungseinheit. Die Lieferung ist für das erste Halbjahr 2028 vorgesehen. Hinzu kommt ein Auftrag von Exmar im Zusammenhang mit der Erweiterung des niederländischen EemsEnergyTerminals.
Projekt-Pipeline von NGS über 1,8 Milliarden Euro
Neben dem fest beauftragten Bestand beziffert Mutares die Pipeline potenzieller Projekte auf 1,8 Milliarden Euro. Weitere Aktivitäten umfassen Systeme zur Emissionsrückgewinnung für das US-Projekt Texas GulfLink sowie eine mit Höegh Evi entwickelte Pilotanlage zur Umwandlung von Ammoniak in Wasserstoff. Parallel will NGS das Service- und Ersatzteilgeschäft ausbauen. Grundlage dafür sind mehr als 1.600 installierte Systeme weltweit, für die Wartung, Nachrüstungen und digitale Dienstleistungen angeboten werden.
NGS ist aus dem früheren Geschäftsbereich Wärtsilä Gas Solutions hervorgegangen und beschäftigt rund 500 Menschen an neun Standorten. Der Hauptsitz liegt im norwegischen Asker, wichtige operative Standorte befinden sich in Norwegen, Schweden und Polen. Seit der Übernahme arbeiten Mutares und das Management nach eigenen Angaben an Verbesserungen im Vertrieb und in der Projektabwicklung. Die steigende Nachfrage führt Mutares auf Investitionen in Gasinfrastruktur, den stärkeren Fokus auf Versorgungssicherheit und den Bedarf an emissionsärmeren Technologien zurück.
Hinweis auf Interessenskonflikt(e): Der / die Autor(in) oder andere Personen aus der 4investors-Redaktion halten unmittelbar Positionen in Finanzinstrumenten / Derivate auf Finanzinstrumente von Unternehmen, die in diesem Beitrag thematisiert werden und deren Kurse durch die Berichterstattung beeinflusst werden könnten: Mutares.
4investors.de als bevorzugte Quelle bei Google festlegen
Damit sehen Sie unsere Börsen- und Aktiennews häufiger in Ihren Google-Suchergebnissen.

