Mercedes-Benz Aktie: Vier Analysten, wenig Zuversicht
Vor den Quartalszahlen von Mercedes-Benz am 28. Oktober rechnen mehrere Analystenhäuser mit einer schwachen Profitabilität im Pkw-Geschäft des DAX-notierten Autobauers. Jefferies und UBS haben ihre Kursziele gesenkt, während Deutsche Bank und RBC ihre bisherigen Bewertungen bestätigen. Die Einschätzungen reichen von „Neutral“ beziehungsweise „Sector Perform“ bis zu Kaufempfehlungen. Die Mercedes-Benz Aktie steigt am Montagnachmittag aktuell um 1,45 Prozent auf 39,405 Euro. Mit 45 Euro setzt die UBS die niedrigste Kurszielmarke, während die Deutsche Bank mit 70 Euro weiterhin ein Kurspotenzial von knapp 78 Prozent sieht.
Jefferies reduziert das Kursziel für Mercedes-Benz von 52 auf 46 Euro, hält aber an der Einstufung der Automobil-Aktie mit „Buy“ fest. Die Analysten erwarten eine schwache Berichtssaison der europäischen Automobilhersteller, die Zweifel an der Erreichbarkeit der bisherigen Jahresprognosen verstärken könnte. Eine kurzfristige Verbesserung durch handelspolitische Schutzmaßnahmen oder industriepolitische Initiativen der Europäischen Union sehen sie nicht. Speziell bei Mercedes-Benz hält Jefferies zusätzliche Rückstellungen für möglich. Trotz der gesenkten Zielmarke liegt das Kursziel noch rund 17 Prozent über dem aktuellen Aktienkurs.
Auch die UBS wird vorsichtiger und nimmt ihr Kursziel von 50 auf 45 Euro zurück. Die neutrale Einstufung bleibt bestehen. Hintergrund ist insbesondere der zunehmende Wettbewerbsdruck durch chinesische Automobilhersteller, der die Gewinnerwartungen für die europäische Branche belastet. Die UBS hat deshalb ihre operativen Ergebnisprognosen für nahezu alle untersuchten Autobauer reduziert - Ausnahmen sind die VW-Tochter Porsche AG und Ferrari. Schwache Quartalsergebnisse und mögliche Prognosekorrekturen könnten nach Einschätzung des Instituts vor allem die Risiken für 2027 stärker in den Vordergrund rücken.
Mercedes-Benz: Analysten erwarten schwache Pkw-Margen
Die Deutsche Bank bestätigt ihre Kaufempfehlung mit einem Kursziel von 70 Euro für die Mercedes-Benz Aktie, erwartet für das dritte Quartal allerdings eine operative Marge im Pkw-Geschäft unterhalb der erwarteten Jahresspanne von 3 bis 5 Prozent. Als wesentliche Belastungen nennt das Institut die Geschäftsentwicklung in China und die Zusammensetzung des Fahrzeugangebots. Hinzu kommen gestiegene Rohmaterialkosten, die auf die Profitabilität drücken dürften. Trotz dieser kurzfristigen Risiken bleibt die Deutsche Bank bei ihrer deutlich positiven Bewertung der Mercedes-Benz Aktie.
RBC rechnet ebenfalls damit, dass die Pkw-Sparte im dritten Quartal die für das Gesamtjahr vorgesehene EBIT-Marge von 3 bis 5 Prozent unterschreitet. Anders als die Deutsche Bank leitet das Institut daraus jedoch keine Kaufempfehlung ab. RBC bestätigt „Sector Perform“ mit einem Kursziel von 54 Euro. Damit teilen beide Häuser die skeptischen Erwartungen an die kurzfristige Ertragslage, unterscheiden sich aber erheblich in ihrer Bewertung der Aktie.
4investors.de als bevorzugte Quelle bei Google festlegen
Damit sehen Sie unsere Börsen- und Aktiennews häufiger in Ihren Google-Suchergebnissen.

