Börse am Morgen: Apple, DAX, SpaceX, US-Banken und Konjunkturdaten - Nord/LB
Laut der am vergangenen Freitag veröffentlichten Regionalprognose des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) bleibt der deutsche Arbeitsmarkt im kommenden Jahr schwach. Beschäftigungszuwächse werden lediglich in Berlin (+0,7%) sowie in Brandenburg und Niedersachsen (je +0,1%) erwartet, während die Beschäftigung in den meisten anderen Bundesländern zurückgehen wird. Die stärksten Stellenverluste prognostiziert das IAB dabei für das Saarland, Thüringen sowie Bremen und Sachsen-Anhalt. Zugleich erwartet man einen Anstieg der Arbeitslosigkeit in zehn Bundesländern. Hauptursachen sind die anhaltende Schwäche der Industrie, insbesondere der Automobilbranche, sowie strukturelle Herausforderungen im Verarbeitenden Gewerbe.
Die Baupreise in Deutschland sind im August mit einem Plus von 5,5% gegenüber dem Vorjahr so stark gestiegen wie seit rund drei Jahren nicht mehr und verschärfen damit die ohnehin angespannte Lage im Wohnungsbau. Haupttreiber waren höhere Kosten für Rohbau- und Ausbauarbeiten, insbesondere bei Dachdecker-, Holzbau-, Heizungs- und Tiefbauleistungen. Die anhaltend hohen Baukosten sowie gestiegene Finanzierungszinsen gelten als wesentliche Gründe für die schwache Neubautätigkeit und den anhaltenden Wohnungsmangel, insbesondere in den Ballungsräumen. Auch im Nichtwohnungsbau zogen die Preise deutlich an, wobei Bürogebäude (+5,7%), gewerbliche Gebäude (+5,5%) und der Straßenbau (+6,9%) spürbare Kostensteigerungen verzeichneten.
Die Zahl der Unternehmensinsolvenzen in Deutschland stieg im Juli um 8,0% auf 2.373 Fälle und erreichte damit den höchsten Juli-Wert seit 13 Jahren; für die ersten sieben Monate summiert sich die Zahl auf 15.185 Insolvenzen (+6,9%). Besonders betroffen sind die Branchen Verkehr und Logistik, Gastgewerbe sowie Baugewerbe, während Experten neben hohen Kosten und schwacher Nachfrage weiterhin Nachholeffekte aus der Corona-Pandemie als Ursache sehen. Trotz des Anstiegs bewerten Insolvenzverwalter die Entwicklung nicht als dramatisch, da das Niveau weiterhin deutlich unter den Höchstständen der Jahre 2004 (39.213) und 2009 (32.687) liegt. Für das vierte Quartal erwarten Ökonomen eine gewisse Entspannung mit rückläufigen Insolvenzzahlen, auch wenn das Insolvenzgeschehen insgesamt auf hohem Niveau bleibt.
Wochenausblick
Diese Handelswoche wird ganz im Zeichen der Preisentwicklung stehen, geldpolitisch Interessierte werden somit voll auf ihre Kosten kommen. Am Dienstag wird zunächst die Revision der deutschen Inflationsdaten zu erwarten sein, bei den nun endgültigen Daten erwarten wir aber keine größeren Anpassungen. Das Crescendo nimmt zur Wochenmitte an Fahrt auf, wobei die CPIs aus den USA am Mittwoch „extremste“ Relevanz für die Kevin Warsh und Co haben sollten. Auch das Beige Book wird dort tiefere Einblicke in die Ökonomie geben. Zum Ende der Woche werden dann noch Einzelhandelsumsätze und Produzentenpreise aus dem Land der unbegrenzten Möglichkeiten gemeldet, und die Märkte weiterhin in Atem halten.
Renten- und Aktienmärkte
Der dt. Leitindex DAX erholte sich zum Wochenschluss um 1,1% auf 25.087 Punkte und überschritt damit wieder die psychologisch wichtige Marke von 25.000 Punkten (begünstigt durch leicht nachgebende Ölpreise und eine vorübergehende Entspannung an den europ. Anleihemärkten). Unter Verkaufsdruck standen dagegen Telekommunikationswerte, nachdem SpaceX den Einstieg in satellitengestützte Mobilfunkdienste angekündigt hatte. Zeitgleich blicken die Anleger auf die kommende Berichtssaison der US-Banken. Auch die weitere Entwicklung der franz. Staatsfinanzen bleibt im Fadenkreuz der Bondinvestoren. Heute ist der weltgrößte Anleihemarkt in den USA aufgrund eines Feiertages geschlossen. Auch in Japan findet an den Börsen feiertagsbedingt kein Handel statt.
Unternehmen
Apple hat Medienberichten zufolge seine Bestellungen für iPhone-Komponenten im Oktober um 15% unter die ursprüngliche Planung gesenkt (was auf eine schwächere Nachfrage nach den neuen iPhone-18- Pro-Modellen hindeutet). Steigende Speicherchippreise verteuern seit geraumer Zeit Smartphones branchenweit und belasten die Nachfrage, während Samsung zwar von seinem boomenden Speicherchipgeschäft profitiert, im Smartphone-Segment erst kürzlich jedoch einen unerwartet hohen Verlust verzeichnete.
Rohstoffe
Gold und Silber legten zum Wochenschluss zu, wobei die Preise für Gold um rd. 1,5% auf USD 4.207,35 je Feinunze und für Silber um rd. 2,5% auf USD 61,20 je Feinunze anzogen.
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