Argenx Aktie: Studienrückschlag belastet Wachstumshoffnungen
Der Biotechnologie-Konzern Argenx muss nach dem Scheitern einer Phase-III-Studie zur Behandlung des Sjögren-Syndroms einen Rückschlag bei der Erweiterung seiner Medikamentenpipeline hinnehmen. Gleichzeitig liefert die Entwicklung eines möglichen Zöliakie-Medikaments positive Ergebnisse. Die Analysten von Bernstein Research, Deutsche Bank und DZ Bank gewichten diese Nachrichten unterschiedlich. Während Bernstein mit einem Kursziel von 986 Euro an „Outperform“ festhält, bestätigt die Deutsche Bank ihre Halteempfehlung mit 925 Euro. Die DZ Bank reduziert ihren fairen Wert von 929 auf 861 Euro, bleibt aber bei „Kaufen“. 4investors.de als bevorzugte Quelle bei Google festlegen Damit sehen Sie unsere Börsen- und Aktiennews häufiger in Ihren Google-Suchergebnissen.
An der Börse verliert die Argenx Aktie heute 0,52 Prozent auf 724 Euro, gestern hatte die Aktie infolge der Nachrichten einen zwischenzeitlichen Absturz auf 682 Euro nebst anschließender Kurserholung verzeichnet. Selbst das niedrigste der drei Kursziele liegt damit noch knapp 19 Prozent über der aktuellen Notierung.
Bernstein Research sieht im Misserfolg von Efgartigimod SC beim Sjögren-Syndrom keine größere Überraschung. Die Autoimmunerkrankung gilt aufgrund ihrer unterschiedlichen Ausprägungen als besonders schwieriges Entwicklungsfeld, in dem neue Behandlungsmöglichkeiten seit Langem fehlen. Größere Bedeutung messen die Analysten den Fortschritten beim Wirkstoffkandidaten FB102 gegen Zöliakie bei. Nach positiven Phase-II-Daten soll hierfür eine Phase-III-Studie beginnen. Bernstein wertet diese Entwicklung zugleich als Bestätigung für den Führungswechsel im Frühjahr, mit dem Argenx seine Abhängigkeit von einzelnen Therapiegebieten verringern will.
Deutsche Bank Research bleibt bei „Hold“ und einem Kursziel von 925 Euro. Aus Sicht des Instituts dürfte die Enttäuschung über das vorzeitige Ende der fortgeschrittenen Sjögren-Studie die positive Nachricht aus der Zöliakie-Forschung überlagern. Die Analysten rechnen damit, dass Anleger dem verlorenen Entwicklungspotenzial kurzfristig mehr Gewicht beimessen als den Fortschritten eines anderen Wirkstoffkandidaten.
Die DZ Bank hält trotz der Kurszielsenkung auf 861 Euro an ihrer Kaufempfehlung fest. Dass die Entwicklung einer Sjögren-Therapie scheitern könnte, sei angesichts der medizinischen Schwierigkeiten bereits ein bekanntes Risiko gewesen. Für die Börsenbewertung habe die Studie dennoch erhebliche Bedeutung gehabt: Mit wachsendem Wettbewerb bei Myasthenia Gravis, dem bisherigen Kernmarkt von Vyvgart, gewinnt die Erschließung zusätzlicher Anwendungsgebiete an Gewicht. Entsprechend empfindlich reagierten Anleger auf den Wegfall einer möglichen Erweiterung des Einsatzspektrums.
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